Eigentlich war ich auf der Suche nach einem klassischen Match 3 Spiel. Nichts besonderes, halt, was man zwischendurch zocken kann. Bei der Suche fand ich dann "Magic: The Gathering – Puzzle Quest". Ein Match 3 mit Magic Artwork? Warum? Das Auge isst schließlich mit. Aber das Rad wird wohl auch dort nicht neu erfunden sein, dachte ich zumindest. Aber wenn kreative Köpfe sich so ein Rad anschauen, stellen sie meistens fest, dass man auch dort noch was machen kann. Und ja – It´s Magic!

 

 

Das Spielprinzip

 

Schon auf dem ersten Blick stellt man fest, das Spiel ist weit vom Standard entfernt, kombiniert es doch das klassische Match 3 mit TCG-Elementen. Hinzu kommt noch eine kleine Prise Charakterentwicklung und schon hat man ein neues Spielgenre, was mit Innovation auftrumpft.

 

Am Anfang des Spiels erhält man einen Planeswalker. So nennt man im Magic-Multiversum die Wesen, die in der Lage sind, zwischen den einzelnen Welten zu reisen. Sie verfügen über große magische Kräfte und sind in der Lage mächtige Kreaturen und starke Zauber zu beschwören. Jeder dieser Planeswalker beherrscht eines der fünf für "Magic: The Gathering" typischen Elemente wie Feuer, Wasser, Licht etc. Zudem besitzt er ein Deck aus zehn Karten, die er ins Spiel bringen kann.

 

 

 

 

Auf der Spielfläche findet dann der Spieler in der unteren Bildschirmhälfte mehrere Reihen von farbigen Manasteinen. Die Farben stellen die fünf Elemente dar. Hinzu kommt eine sechste Farbe, die für den Planeswalker bestimmt ist. Manasteine werden einfach getauscht, sind drei oder mehr Steine in einer Reihe, verschwinden diese und der Freiraum wird wieder aufgefüllt. Soweit das klassische. Alle Manasteine, die gesammelt werden, erzeugen Mana. Hat der Spieler eine Reihe seiner Primärfarbe aufgelöst, erhält er noch einen zusätzlichen Bonus.

 

Daneben hat der Spieler eine Kartenhand, bestehend aus den Karten aus seinem Deck, wobei die einzelnen Karten auch mehrfach gezogen werden können. Jede dieser Karte hat Manakosten, um sie auszuspielen. Sind diese erreicht, wird diese ausgespielt, sofern sie aktuell ausgespielt werden kann. Der Spieler hat natürlich auch die Möglichkeit, eine aufgeladene Karte zurückzustellen, um sie dann zu einem strategisch passenden Moment ins Spiel zu bringen. Wird eine Karte gespielt, die bereits im Spiel ist, wird einfach die vorhandene Karte verbessert.

 

Auf der Gegenseite befindet sich ein mächtiger Gegner. Dieser hat ebenfalls seine Elemente und seine Kartenhand. Auch dieser kombiniert Steine, um Mana zu erzeugen. Er besitzt ebenfalls ein Kartendeck. Der Spieler hat die Partie gewonnen, wenn er die Lebenspunkte des Gegners auf 0 reduziert hat. Dabei spielt eine Mischung aus Glück und Taktik eine entscheidende Rolle.

 

 

 

 

Die Karten

 

Das Spiel bietet drei Arten von Karten: Kreaturen, Unterstützungen und Zauber. Kreaturen sind die Hauptschadensverursacher im Spiel. Sie greifen den gegnerischen Planeswalker direkt an. Wie auch beim originalen Magic-TCG haben alle einen Angriffswert und Lebenspunkte. Die meisten haben zusätzlich noch besondere Fähigkeiten.

 

Unterstützungen sind Effekte, die über längere Zeit bleiben und einen permanenten Effekt haben. Einige geben Boni auf die Werte der Kreaturen, andere wiederum färben Manasteine in eine andere Farbe ein, um nur zwei Beispiele zu nennen. Unterstützungen werden einem bestimmten Manastein auf dem Spielfeld zugewiesen. Wird dieser eingesammelt, verschwindet die Unterstützung wieder. Die meisten Unterstützungen müssen jedoch mehrmals eingesammelt werden, bis sie aus dem Spiel scheiden. 

 

Zauber sind einmalige Effekte, die in der Regel sofort in Kraft treten. Sie haben einen unmittelbaren Effekt auf das Spiel, wie z.B. eine Kreatur zu verstärken, dem Gegner Schaden zufügen oder sich eine gegnerische Kreatur auszuleihen.

 

Insgesamt gibt es über 1.000 verschiedene Karten, aufgeteilt nach den fünf Elementen, abgerundet mit einem Stapel neutraler Karten, die in jedes Deck gepackt werden können.

 

Bemerkenswert ist an dieser Stelle, dass alle Karten, die ich bisher mit dem originalen TCG verglichen habe, nahezu 1:1 umgesetzt wurden, bzw. dass die Fähigkeiten auf das etwas andere Spielprinzip sehr penibel angepasst wurden. Die Fertigkeiten wie z.B. Verteidiger, Trampelschaden, Reichweite, Eile etc. sind auch hier zu finden und funktionieren auch wie beim Original.

 

Eine Besonderheit ist zudem, dass die Karten gemeistert werden könne. Wenn eine Spieler sie in einer bestimmten Anzahl an Kämpfen verwendet hat, gelten sie als gemeistert. Das hat für das eigentliche Spiel keinen besonderen Effekt, aber je mehr gemeisterte Karten ein Spieler hat, um besser ist seine Einstiegsbewertung bei den Events, wodurch die Belohnungen besser werden. Das Spiel gibt somit einen guten Anreiz seine Decks zu verändern und zu experimentieren.

 

 

Die Planeswalker

 

Der Spieler hat die Möglichkeit mehrere Planeswalker zu erwerben, jeder mit seinem eigenen Deck, seinem eigenen Element und seinen eigenen Fähigkeiten. Es gibt auch stärkere Planeswalker, die zwei Elemente beherrschen, wodurch der Spieler eine größere Auswahl von Karten kombinieren kann.

 

Im Laufe des Spieles kann der Spieler seine Planeswalker verbessern. Dadurch erhält dieser z.B. mehr Lebenspunkte, später auch einen größeren Bonus auf Manaproduktion. Es sogar möglich Boni auf Elemente zu erhalten, die nicht dem Element des Planeswalkers entsprechen. Zusätzlich werden nach und nach besondere Fähigkeiten freigeschaltet.

 

Hier kommen die Planewalker-Manasteine ins Spiel. Diese Manaart geht nicht in die Karten, sondern direkt in den Helden. Die Fähigkeiten sind bei jedem Planeswalker unterschiedlich, so kann man damit z.B. Kreaturen verbessern, zusätzliche Karten ziehen oder den Gegner mit Feuerbällen einheizen.

 

 

 

PvP & Events

 

Neben einer klassischen Storyline, die zugegebenerweise sehr umfangreich ist, hat der Spieler auch die Möglichkeit sich im PvP zu messen. Das findet jedoch nicht live statt, sondern man spielt einfach gegen ein Deck, was ein anderer Spieler erstellt hat. Da erfahrungsgemäß beim Kombinieren von Manasteinen schon ein wenig Überlegung nötig ist, ist das meiner Meinung nach auch die bessere Alternative zum direkten PvP.

 

Zusätzlich gibt es regelmäßige Events, in denen der Spieler Erfahrung, Gold oder neue Karten absahnen kann. Ist der Spieler einer Koalition beigetreten, so gibt es noch zusätzliche Koalitionsevents.

 

 

 

 

 

Artwork & Sound

 

Das Artwork ist in gewohnter Magic-Qualität. Die Karten haben dieselben Illustrationen wie im Original. Die Menüführung ist relativ einfach, wenn man sich einmal zurechtgefunden hat. Der Aufbau ist schlicht und ohne viele Verschnörkelungen, wodurch es sehr angenehm wirkt. Die Musik ist nett anzuhören mit einer Portion Dramatik, aber ohne viel Abwechslung. Sie kann aber ausgeschaltet werden, so dass man zu den Soundeffekten seine eigene MP3-Bibliothek laufen lassen kann.

 

 

Preis/Leistung

 

Das Spiel selbst ist Free-to-Play. Alle acht Stunden erhält der Spieler ein kostenloses Kartenpaket mit drei Karten. Zudem gibt es die Möglichkeit durch Events und erfüllte Siegbedingungen an Premiumwährung zu kommen, so dass es kein Problem ist nach kurzer Zeit bereits einen Planeswalker pro Element zu besitzen. Die etwas besseren Helden inklusive Deck kosten in Premiumwährung umgerechnet ca. 15 Euro. Ein Paket mit fünf Karten kostet ca. 3 Euro. Es gibt natürlich regelmäßig Bundles zu Vorzugspreisen. Natürlich zahlt man den Namen auch mit.

 

 

Fazit

 

Ich habe wenig erwartet und extrem viel erhalten. "Magic: The Gathering – Puzzle Quest" ist ein sehr gut durchkonzeptioniertes Spiel, was man gut zwischendurch spielen kann, aber auch einem die Chance bietet, einfach vor seinem Mobilgerät zu versacken. Es macht Spaß und hat einen hohen Anspruch an das taktische Denkvermögen. Durch die Kombination mehrerer Elemente werden gleich mehrere Zielgruppen angesprochen. Ein schönes Artwork tut sein übrigens. "Magic: The Gathering – Puzzle Quest" ist nicht nur irgendein Match 3 Spiel, es ist meiner Meinung nach aktuell das Beste, was man in diesem Genre finden kann.