Nachdem das gute alte Dungeons & Drangons PnP RPG von v3.5 auf v4.0 gewechselst ist, gab es ein paar Leute, die gesagt haben „4 ist Müll, wir nehmen die Open Gaming License der 3.5 und bauen darauf auf.“ Entstanden ist Pathfinder, welches in der Pen'n'Paper Rollenspielszene als das bessere D&D gehandelt wird.

 

Neben unzähligen PnP-Produkten ist unter anderem auch ein Kartenspiel entstanden, welches auf den D20 Regeln basiert: "Pathfinder Adventures". Seit einiger Zeit gibt es dieses Spiel auch als App und die habe ich mit selbstverständlich angeschaut. Alleine wegen des Namens "Pathfinder" habe ich mir die App aufs Smartphone gezogen.

 

Also: "Hossa! Ich schnappe mir das Juwel des grausamen Todes!"

 

 

Das Spiel

 

Das Spielprinzip ist vom Grundaufbau recht simpel, bietet aber dennoch viele Möglichkeiten des strategischen Denkens. 

 

Als erstes sucht sich der Spieler seine Helden aus. In der ersten Partie startet man mit zwei Helden, die Gruppe kann aber auf bis zu sechs Individuen aufgestockt werden. Die Auswahl der möglichen Helden ist ungleich viel größer und kann mit der Spielwährung erworben werden.

 

Jeder Held hat ein eigenes Kartendeck, bestehend aus Waffen, Gegenständen, Rüstungen, Zaubern, Segen, Handlangern, etc. Zusätzlich hat jeder Held eigene Attributswerte, die den Würfeltyp bestimmen als auch einen Bonus auf die jeweiligen Würfelwürfe geben. Abgerundet wird der Held mit diversen Zusatzfertigkeiten, die in der Regel alle sehr praktisch sind. Jeder Held hat somit eine eigene Spielweise und gerade die geschickte Kombination unterschiedlicher Helden sind der Schlüssel zum Erfolg.

 

 

 

 

Alles kann im Laufe des Spiels erweitert, verbessert oder ausgetauscht werden, so dass eine klassische Charakterentwicklung möglich ist.

 

Dann geht es auf Abenteuer. Egal, ob man ein Szenario spielt oder ein Zufallsabenteuer, das Prinzip ist das Gleiche. In jedem Abenteuer gibt es eine Anzahl an Orten, die immer um zwei mehr sind, als man Helden in der Gruppe hat. An jedem Ort sind 10 Abenteuerkarten, wobei eine Karte im Regelfall den Schurken oder einen seinen Handlanger darstellt.

 

Zusätzlich besitzt jeder Ort noch besondere Regeln, was das ganze noch mal viel individueller gestaltet.

 

Ist ein Held an der Reihe, deckt er zunächst ein Karte vom Abenteuerstapel auf. Ist es etwas, was er auf die Hand nehmen kann, z.B. eine Rüstung, kann er versuchen sie zu nehmen. Dabei ist ein Würfelwurf auf eines seiner Attribute notwendig. Weitere Boni gibt es gegebenenfalls durch Gegenstände, die man auf der Kartenhand hält. Andere Helden können ihn dabei mit Segen, Zaubern oder anderen Fertigkeiten unterstützen.

 

Alternativ kann sich in dem Kartenstapel auch ein Monster oder eine Falle befinden. Auch hier wird wieder gewürfelt, wobei auch Waffen und Zauber eingesetzt werden können. Selbstredend ist die Unterstützung durch andere Gruppenmitglieder möglich.

 

Wird der Schurke oder einer seiner Handlanger besiegt, kann der Ort geschlossen werden. Das heißt, der Schurke kann hier nicht mehr hinfliehen. Denn wird der Schurke besiegt, flieht er. Er gilt nur dann als besiegt, wenn er nicht mehr fliehen kann.

 

 

 

 

Am Ende des Spiels darf dann der Spieler entscheiden, welche der erbeuteten Karten in sein Kartendeck wandern. Dabei hat jeder Held eine bestimmte Anzahl an Karten pro Typ, die er behalten darf. Ein Zauberer z.B. hat viele Zauber, aber keine Rüstungs- oder Waffenkarten in seinem Deck, beim Krieger sieht es genau andersrum aus. Geistliche wiederum haben einen dicken Stapel an Segen inpetto und unterstützen so den Rest der Gruppe.

 

In manchen Szenarien besteht die Möglichkeit, dass der Held einen Bonus auf seine Attribute bekommt oder einen neue spezielle Fertigkeit erwirbt. Manchmal gibt es als Beute noch ganz besondere Karte mit großer Kraft.

 

Ein vorzeitiges Ende gibt es natürlich auch. Jedes Spiel hat eine bestimmte Anzahl an Runden. Schafft man es nicht innerhalb dieser Zeit, den Schurken festzunageln, hat man verloren. Auch Helden können vorzeitig ausscheiden. Wenn ihr Kartenstapel leer ist und sie neue Karten ziehen müssen, ist der Held schwer verwundet und scheidet aus.

 

 

Mehrspieler

 

 

 

 

Ein klassisches Gegeneinander gibt es an dieser Stelle nicht, da man ja gegen einen Kartenstapel spielt. Es besteht aber die Möglichkeit, dass jeder Spieler einen oder zwei Helden übernimmt. Um dies noch etwas interessanter zu gestalten, hat man die Option ein Zwischenbild einzuschieben, so dass der andere Spieler nicht mitbekommt, was der andere gerade gemacht hat. Auf diese Weise können bis zu sechs Spieler mit einem Smartphone oder Tablet spielern.

 

 

Grafik & Sound

 

Der Sound ist angenehm und die Musik verströmt ein mittelalterliches Flair. Die Grafik ist professionell gut und vom Design her der Thematik angepasst. Das Spiel erkennt auch, ob es auf einem Smartphone oder einem Tablet installiert ist. Während die Smartphonevariante sehr viel mit aufklappbaren Menüs arbeitet, sieht der Spieler auf dem Tablet alles Wichtige auf einem Blick. Trotz des vielen Informationen und Texte ist alles auch auf kleinen Displays gut spielbar.

 

 

Kosten

 

Das Spiel ist Free to Play. Eine eigene Premiumwährung gibt es nicht. Nach jedem Szenario erhält der Spieler Gold. Mit diesem Gold kann er dann neue Helden, neue Szenarien, Würfel oder Schatztruhen erwerben. In den Schatztruhen befinden sich neue Karten, manche sind seltener, andere gibt es öfters. Diese neuen Karten kann der Spieler aber nicht sofort den Helden geben, sondern sie kommen in den Stapel der Abenteuerkarten als neue Beutemöglichkeiten.

 

Natürlich kann der Spieler auch Echtgeld investieren, um Gold zu bekommen. Für nur rund 2,00 € erhält er für 30 Tage täglich 200 Goldmünzen. Eine Truhe kostet 500, ein neues Szenario 4000. Helden gibt es in unterschiedlichen Preisklassen.

 

 

Fazit

 

Pathfinder Adventures ist ein solides Spiel, was sehr viel Spielspaß garantiert. Durch die taktische Vielfältigkeit und spannenden Szenarien gibt es immer wieder neue Herausforderungen. Durch sein Konzept erhebt es sich weit über den App-Einheitsbrei, der einem inzwischen angeboten wird. Es ist also ein Spiel, was man sich mal anschauen sollte.