Spätestens seit dem Film "Armee der Finsternis" haben sich Untote in den Kulthimmel der Nerdszene verewigt. Dennoch sollte es Jahre dauern, bis der gemeine Zombie es bis in das breite Publikum geschafft hat. Spätestens seit "The Walking Dead" ist er gesellschaftsfähig und erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Das ist auch bei den Spieleprogrammierern der Softwareschmiede Proletariat Inc. angekommen. Aber anstatt das Gammelfleisch auf zwei Beinen zu jagen, bieten sie dem Spieler die Möglichkeit einfach mal die Welt aus der Sicht eines Zombies zu sehen...

 

Das Spielprinzip

 

Am Anfang hat der Spieler die Möglichkeit zunächst die Seite zu wählen: Entweder als Zombie oder als Überlebender. Dann geht es mit einem Tutorial los.

 

Die Auswahl ist nicht binden. Sobald sich ein Spieler offiziell registriert, hat er die Möglichkeit, parallel die andere Seite zu spielen. Durchaus eine Bereicherung, da die Spielmechanismen der beiden Seiten unterschiedlich sind, aber dazu später.

 

Das Spiel besteht aus Elementen. Zunächst die taktische Seite, die auf beiden Seiten unterschiedlich ist. Spielt man für die Zombieseite, ist man zunächst im Besitz von dutzenden Drohnen, hirnlosen Zombies ohne nennenswerten Fähigkeiten. Diese kann der Spieler in großen Mengen auf das Spielkarte – in der Regel eine Großstadt – setzen, um diese zu erobern. Ziel sind dabei zwei wichtige Gebäude, wie z.B. Krankenhäuser, Einkaufszentren, Rathäuser etc. Man benötigt ja schließlich Zombienachschub.

 

Diese Drohnen kann der Spieler mutieren lassen. Sprich, sie werden zu Zombies mit besonderen Fähigkeiten. Davon gibt es verschiedene Basisarten, wir z.B. den Schläger, den Spucker, den Infizierer etc. Darauf aufgebaut gibt es aber viele Variation. Manche Läufer z.B. springen über Barrikaden, andere wiederum rennen schwer bepackt mit Sprengstoff in die Linien der Überlebenden.

 

Die Seite der Überlebenden sieht etwas anders aus. Hier stehen dem Spieler keine Horden zur Verfügung. Stattdessen hat der Spieler seine beiden Gebäude, die es zu schützen gilt. In der Stadt verteilt sind verschiedene Aufstellungszonen, in die der Überlebende seine Truppen postieren kann. Ähnlich wie bei den Zombies, gibt es verschiedene Basiseinheiten, die es in unterschiedlichen Varianten gibt. Darunter fallen Holzfäller und Feuerwehrleute für den Nahkampf. Scharfschützen und Pistolenschützen für den Fernkampf. Auch für die Gesundheit wird mit Sanitätern und ähnlichem gesorgt.

 

 

Der Aufbau

 

 

 

In diesem Teil sind beide Fraktion vom Handling her identisch. Der Spieler besitzt verschiedene Einheiten, die er nach und nach verbessern kann. Dies kostet Ressourcen, die zum einen generiert werden, zum anderen als Belohnungen für erfolgreiche Missionen gewonnen werden können. Alle 10 Stufen erhält die jeweilige Einheit eine besondere Fähigkeit dazu. Holzfäller z.B., können mehrere Gegner auf einmal bekämpfen, Läufer erhalten eine höhere Geschwindigkeit, etc. Auf manchen Stufen hat der Spieler sogar die Wahl zwischen zwei Fähigkeiten, so dass die Einheit noch individualisiert werden kann.

 

Das Verbessern der Einheiten nimmt entsprechend Zeit in Anspruch, je nach Stufe der Einheit. Am Anfang sind es nur ein paar Minuten, hochgelevelte Einheiten hingegen nehmen bereits etliche Stunden in Anspruch. Mit dem entsprechenden Einsatz von Premiumwährung können bis zu drei Einheiten gleichzeitig verbessert werden.

 

Neue Einheitentypen erhält der Spieler ebenfalls als Belohnungen für erledigte Missionen. Alternativ kann er Premiumwährung verwenden, um Booster-Packs zu kaufen die fünf zufällige Einheiten enthalten. Die gibt es in unterschiedlichen Seltenheiten, wie man es von klassischen TCGs her kennt.

 

Neben den Einheiten hat jede Fraktion zudem drei Spezialfertigkeiten. Auf der Zombieseite sind es z.B. Signalfackeln oder Zombiegeysire. Die Überlebenden werfen mit Molotowcocktails um sich und können sich kurzzeitig stärken. Das Verbessern kostet ebenfalls Ressourcen, allerdings nimmt der Verbesserungsprozess mehrere Tage und später Wochen in Anspruch.

 

 

Clans

 

 

Die Spieler haben die Möglichkeit, sich in Clans zusammenzutun. Innerhalb des Clans gibt es Clan-Missionen. Sind diese erfolgreich abgeschlossen, erhalten alle Teilnehmer Belohnungen. Zudem kann der Clan als solches in seiner Stufe steigen. Je höher diese ist, umso mehr Vorteile haben die Mitglieder im Spiel. Einheitenverbesserung werden z.B. beschleunigt, es werden mehr Ressourcen produziert etc.

 

Ein besonderes Goodie für Clansmitglieder ist die Möglichkeit sich Einheiten von anderen Mitgliedern auszuleihen. Dadurch kann man eine Einheit mehr mitnehmen und der verleihende erhält eine kleine Belohnung.

 

 

PvP

 

 

Wie jedes ordentliche Multiplayerspiel hat World Zombination selbstverständlich auch einen PvP Modus, in dem man Spieler der gegnerischen Fraktion herausfordern kann. Neben den üblichen Belohnungen wird auch eine Ligaliste geführt. Je weiter man oben ist, wenn der Ligazeitraum beendet ist, um so mehr Extrabelohnungen erhält der Spieler.

 

Ähnlich geartet ist der Fraktionskrieg, der in regelmäßigen Abständen in verschiedenen Städten durchgeführt wird. Auch hier gibt es Ranglisten mit entsprechenden Belohnungen.

 

 

Die Fanbetreuung

 

Spätestens hier merkt man, wie viel Liebe die Entwickler in dieses Spiel stecken. Es fängt mit einem regelmäßigen Newsletter an, der über die neuesten Entwicklungen informiert. Zudem stellt Proletariat über eine Dropbox einen Haufen Grafiken, Sounds und vieles mehr für die Fans bereit. Und was natürlich auch nicht fehlen darf: Ein Cosplay-Contest mit World Zombination als Thema mit netten Preisen.

 

 

Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Das Spiel ist komplett ohne Werbung und kann ohne Einsatz von Echtgeld gut gespielt werden. Wer allerdings die Softwareschmiede unterstützen will, sollte dies tun. Ein Einheitenpack mit fünf Einheiten und der Garantie auf mindestens eine epische Einheit ist bereits für rund 3 Euro zu haben. Legendäre Einheiten kosten ungefähr das Dreifache, was ich persönlich etwas viel finde. Die legendären Einheiten sind aber durchaus lohnenswert.

 

 

Fazit

 

World Zombination kommt mit einer anspruchsvollen Grafik im Comicstil. An vielen Stellen wird deutlich, dass sich das Spiel nicht allzu ernst nimmt, z.B. gibt es auf der Zombieseite Dr. Zombiwitz, der sich selbst immer weiter verbessert und zu einem Zombie-Wissenschaftler-Cyborg-Hybriden entwickelt. Auf der Überlebenden-Seit ist es Captain Zeta, die ihren VW Bulli in einen Mecha umgebaut hat. Dieser wird auch ständig weiterentwickelt und hat später unter anderem riesige Kettensägen, die auch im Kampf abgefeuert werden.

 

Jede der Einheiten hat einen flotten Spruch auf den Lippen, wenn man sie einsetzt. Auch diese sind nicht immer ganz ernst zu nehmen und strotzen vor Ironie.

 

Diverse Grafikdetails runden das leicht humoristische, thrashige Gesamtbild ab.

 

Der Spielspaß ist lang anhaltend. Auch wenn man viele der Karten nach einiger Zeit hin- und auswendig kennt, so passieren manchmal doch ungewollte Überraschungen, wenn man z.B. einen Durchgang übersehen hat und die Zombiehorden direkt zum Krankenhaus laufen, während die Kettensägenschwinger auf der anderen Straßenseite ein dummes Gesicht machen.

 

Die Schwierigkeit ist sehr variabel. Der Spieler selbst hat die Möglichkeit zu wählen, wie schwer es sein darf.

 

Ich sage: World Zombination ist auf jeden Fall spielenswert. Es macht Spaß und ist schön kurzweilig. Es eignet sich besonders gut für Spieler, die mal eine halbe Stunde Zeit zum Zocken haben. Aber auch Profispieler haben die Möglichkeit mehere Stunden am Stück ihren Spaß zu haben.

 

http://worldzombination.com