Wer kennt nicht die klassischen Bösewichter, die ständig bemüht sind die Welt zu erobern? Zombies, Außerirdische, Ninjas, Cyberdinosaurer? Und jeder weiß, dass sie einfach immer nur zu doof sind, um dieses Vorhaben auch in die Tat umzusetzen.

 

Aber was wäre, wenn sich zwei von ihnen einfach zusammentun? Wenn die Ninjas sich mit den Cyberdinos verbünden und gemeinsam die Welt erobern? Diese Frage hat sich auch der Spieleautor Paul Peterson gestellt und Smash Up kreiert.

 

Der erste Eindruck

 

Das Basisspiel wird in einer handlichen Verpackung ausgeliefert, die in jede Handtasche passt. Das Cover hat ein ansprechendes Artwork und verspricht schon eine bunte Mixtur von Weltbeherrschern. In der Box finden sich Karten von acht Fraktionen mit jeweils 20 Deckkarten. Dazu kommen jeweils zwei Basen pro Fraktion. Neben den bereits erwähnten findet man noch Piraten, Magier, Roboter und Gauner.

 

Das Artwork der Karten ist ansprechend, die Zeichnungen sind trotz unterschiedlicher Illustratoren auf einem identisch gutem Niveau.

 

Das Basisspiel ist für bis zu vier Spieler ausgelegt. Mit den Erweiterungen ist es jedoch möglich die maximale Spielerzahl weiter aufzustocken.

 

 

 

Das Spielprinzip

 

Die Regeln sind sehr simpel und nehmen gerade mal zwei Seiten des sechzehnseitigen Booklets ein. Der Rest des Regelhefts enthält nur noch mal detaillierte Ausführungen, was "Dauerhaft", "Ablegen", und ähnliche spielrelevante Begriffen bedeuten. Die Abweichungen von dem jeweiligen Verständnis innerhalb der deutschen Sprache sind nicht nennenswert.

 

Als ersten Schritt wählen die Spieler zwei Fraktionen, die zusammen die Welt erobern sollen. Die Karten werden gemischt und und als Nachziehstapel bereit gelegt. Jede Fraktion hat eigene Vorteile. Die Zombies kommen z.B. immer wieder zurück ins Spiel, Ninjas sind immer für eine Überraschung gut und die Cyberdinos sind einfach nur groß und schwer bewaffnet.

 

Zudem werden eine variable Zahl an Basen auf den Spieltisch ausgelegt. Diese gilt es zu zerstören.

 

Der Spielverlauf selbst ist ebenfalls sehr simpel gehalten. Es gibt zwei Arten von Karten: Kreaturen und Aktionen. Jeder Spieler darf in seinem Zug jeweils eine Kreatur und eine Aktion spielen. Während Kreaturen die Basen belagern - und letztendlich zerstören - sorgen die Aktionen dafür, das etwas Bewegung ins Spiel kommt. Aktionen schützen z.B. Kreaturen vor Zerstörung, versetzen gegnerische Kreaturen oder lässt eine Basis einfach verschwinden. Die Möglichkeiten sind dort sehr vielfältig.

 

Auch die Kreaturen haben in der Regel Spezialfertigkeiten. Manche Unterstützen sich gegenseitig, andere zerstören einfach andere Kreaturen. Auch hier hat der Autor seiner Kreativität freien Lauf gelassen.

 

 

 

Ziel des Spiels

 

Das Spiel ist beendet, sobald der erste Spieler 15 Siegpunkte erreicht hat. Siegpunkte gibt es jedes mal, wenn eine der Basen zerstört wurde. Ein Basis gilt als zerstört, sobald die Gesamtstärke der dort liegenden Kreaturen den Zerstörungswert erreicht. Dieser ist von Basis zu Basis unterschiedlich.

 

Sobald die Basis zerstört wird, wird überprüft, welcher Spieler wie viele Stärkepunkte dort liegen hat. Je nach Platzierung erhalten die stärksten drei Spieler Siegpunkte. Aber auch hier kann es zu Überraschungen kommen, da jede Basis eine Spezialfähigkeit hat, die teilweise auch die Wertungen beeinflussen.

 

Zudem können einige Fraktionen, wie Ninjas und Piraten, noch in der letzten Sekunde das Stärkeverhältnis beeinflussen.

 

 

Die Erweiterungen

Inzwischen sind zahlreiche Erweiterungen erschienen, die jeweils mit vier neuen Fraktionen aufwarten. Das schöne dabei ist, dass jede Erweiterung auch ohne das Basisspiel gespielt werden kann, allerdings nur mit zwei Spielern. Jede Erweiterung bietet zudem die Möglichkeit die maximale Spieleranzahl um jeweils zwei zu erhöhen.

 

Die Erweiterungen tragen Namen wie "Science Fiction Double Feature" und "Monster Smash", was einen guten Einblick auf die Inhalte gewährt.

 

Zwei Erweiterungen möchte ich an dieser Stelle noch gesondert erwähnen: Zum einem "Der endgültige Cthulhu". In dieser Erweiterung wird der Spieler in lovecraftsche Welt entführt und kann aus Fremde Wesen, Schergen Cthuluhus, Innsmouth und Miskatonic University wählen. Zudem werde sogenannte "Wahnsinnskarten" eingeführt. Diese sind besondere Aktionskarten, die aber am Spielende einen Punkteabzug geben.

 

Zum anderen ist jetzt zur Essener Messe die Munchkin-Erweiterung für Smash Up rausgekommen. Als Fraktionen stehen die klassischen Munchkinrassen wie Elfen und Zwerge zur Verfügung. Zudem gibt es zudem Monster- und Schatzkarten. Die Illustrationen stammen wie beim Original-Munchkin-Kartenspiel vom legendären John Kowalic

 

 

 

Preis/Leistungsverhältnis

 

Im offiziellen Pegasus-Shop, dem deutschen Distributor von Smash Up, kostet das Basisspiel 14,95 €. Jede Erweiterung ist für 9,95 € zu haben.

 

Anbetracht der Qualität und Menge der Karten ist der Preis durchaus angemessen und marktüblich.

 

 

Fazit

Smash Up macht Spaß. Sehr viel sogar. Ich habe bereits sowohl meine Söhne als auch meine Frau von dem Spiel überzeugen können. Die einzelnen Fraktionen sind individuell ausgestaltet und bieten individuelle Taktikmöglichkeiten. Trotz des sehr einfachen Spielprinzips gleicht keine Partie der anderen. Egal, welche Fraktionskombination man hat, es gibt immer Raum für böse Überraschungen. 

 

Auch ist das Spielende meistens nicht absehbar. Es gab auch schon Partien, in der einer der Beteiligten nur noch ein Siegpunkt bis zum Sieg fehlten, während ein anderer Spieler zu diesem Zeitpunkt gerade mal zwei Punkte hatte, welcher dann aber letztendlich gewann.

 

Neben den Fraktionen haben die Basen mit ihren Sonderfertigkeiten ebenfalls einen großen Einfluss auf das Spielgeschehen.

 

Im großen und ganzen ist das Spielprinzip schnell und flüssig. Es entstehen keine unnötigen Regeldiskussionen, da alles eindeutig geklärt ist. Es kann allerdings immer wieder vorkommen, dass man die eine oder andere Sonderfertigkeit der Basen außer acht lässt. Dies kann man aber auch als positiv bewerten. Nicht ist schöner, als seinen Mitspieler hämisch darauf aufmerksam zu machen, dass er hätte gewinnen können, während man sich seinen letzten Punkt holt.

 

Die angegeben Spielzeit liegt bei 30 - 45 Minuten pro Partie. Dies kann ich bestätigen, wobei auch längere Partien durchaus möglich sind.

 

Durch die handliche Verpackung kann man das Spiel auch unkompliziert mitnehmen. Sei es als Backup für langweilige Parties oder für einen geplanten Spieleabend.

 

Ich sage: super Spiel, kurzweilig, spaßig, finanzierbar. Und selbstverständlich Ftangh!