Ab 27.08. August erscheint hierzulande ein neuer Slasher direkt auf DVD und BluRay.

Slayed wird als das Scream für die Instagram Generation dargestellt und möchte mit einem ernsten Thema zur Diskussion anregen. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zu Scream.

 

 

 

 

 

 

Party im Delta-Haus

 

Nach einer ausgiebigen Feier zweier Verbindungshäuser, ging die Nacht für Kylie nicht so gut aus. Sie vermutet, dass sie vergewaltigt wurde und das auch noch ausgerechnet von Wes - dem Bruder ihrer Verbindungsschwester Ellery.

 

Ellery will dem nachgehen, doch eine maskierte Person nimmt die Sache selbst in die Hand und ermordet Wes brutal. Er soll nicht das einzige Opfer bleiben.

 

Beim Schauen von Slayed machten sich mir ein paar Probleme bemerkbar. Zum einen rückt das Thema der Vergewaltigung zunehmends in den Hintergrund. Die Figur Kylie wird sich auch bis zum Schluss nicht klar, was ihr passiert ist. Auch Ellerys Nachforschungen, ob ihr Bruder die Tat begangen hat verlaufen im Nichts. Das Ende des Filmes gibt einem nur vage Andeutungen und man muss sich einiges zusammen reimen. Befriedigend ist das allerdings nicht.

 

Der Film will zwar einen Kommentar auf die Handhabung der Aufklärung solcher Verbrechung durch Universitäten geben, aber ist dabei nicht konsequent genug. Die Motivation des Killers ergibt zwar zum Schluss Sinn und endet in sich geschlossen, dennoch fühlt es sich nicht rund an.

 

Der Film braucht auch eine Weile bis das erste Opfer fällt. Davor sehen wir einzelnen Figuren und gerade Wes zu, wie sie den Uni Alltag meistern. Hier wird sich zu wenig mit den Vergewaltigungsvorwürfen und deren Konsequenzen auseinander gesetzt.

 

Das ist schade, da man hier den Aufbau für die Auseinandersetzung mit diesem Thema hat und der Zuschauer denkt, dass es dann in der zweiten Hälfte gerecht enden wird. Aber diese zweite Hälfte bleibt aus.

 

 

 

 

 

Auf dem Campus wird gemordet

 

Ein präsentes Feature ist der Einsatz der Textnachrichten zwischen den Figuren. In der Pressemitteilung wurde damit geworben, dass Slayed "das Scream für die Generation Z" sei. Ich hatte Sorge, dass wir hier nun nervige Influencer bekommen, die alles nur noch mit dem Smartphone erledigen können.

 

Doch dem ist nicht so. Der Film hält sich hierbei dankbar zurück. Die Smartphones werden für das übliche benutzt, wie eben texten, telefonieren, Bilder anschauen und mal ein Foto schießen. Aber alles passiert organisch.

 

Es wird nicht penetrant das Smartphone gezückt und in einen Livestream geschrien und nach Likes und Abos gefragt. Das hat mir sehr gut gefallen. Klar, es sind alles Teenager und die haben halt so ihre Macken, aber es wird nicht übertrieben.

 

Die Darsteller sind bisher eher unbekannt, liefern aber eine solide, wenn auch nicht überragende, Leistung ab. Leider ist die Rollengewichtung eher mau: Obwohl Ellery die Hauptfigur ist, kann sie nicht herausstechen und ist als Hauptfigut lediglich als Schwester von Wes erkennbar. Genrell spielen die weiblichen Darsteller alle auf einem gleichen Niveau - hier nervt keine Figur wirklich. Das fand ich gut, da man merkt, dass es hier doch um eine größere Sache geht, die eben nicht nur die Hauptfigur betrifft.

 

Die männlichen Figuren befinden sich weniger auf Augenhöhe zu einander. Zum einen hat man Wes, der zunächst noch als sympathischer Charakter etabliert werden soll, bis eben die mögliche Vergewaltigung passiert und man letztlich nicht traurig ist, als er das Zeitliche segnet. Dann hat man noch Beau, der als riesen Arschloch nicht klischeehafter sein könnte, und den Verbindungsspaßvogel, der nur dabei ist, weil er gutes Gras besorgen kann. 

 

Was den Film interessant macht ist, dass der Spieß mal umgedreht wird: Es sterben nur männliche Figuren.

 

 

 

 

 

Zu viel gewollt

 

Man bemerkt, was der Film gerne sein möchte. Leider kriegt er nichts davon richtig gut umgesetzt. Der Slasher Anteil könnte gerade Fans dieses Genres zu wenig sein.

 

Die Kills, die es gibt, sind gut und blutig, auch weil der Killer die Opfer mit Nägeln und einem Bohrer maltretiert. Doch die ernsten Themen, die der Film anschlägt, kommen zu kurz. Ebenfalls ist der Film sehr ernst und damit ist wenig unterhaltsamer Spaß dabei.

 

Wer am Ende der Killer ist, könnte nochmal eine kleine Überraschung sein, macht aber in dem Kontext der Geschichte Sinn. Mit der gegebenen Motivation hätte man jedoch alles erklären können. Und man fragt sich, ob der Killer das alles etwas anders hätte lösen können.

 

Im Film werden die Mädels, die von Verbindungsjungs verführt wurden, mit einem Ausrufezeichen im Internet markiert. Gezeigt wird das aber nur einmal und zwar bei Kylie. Es soll als ein blödes Spiel oder Cybermobbing dargestellt werden, bekommt aber zu wenig Beachtung.

 

Anhand des Trailes dachte ich noch, dass der Mörder so seine Opfer aussucht. Allerdings wird nur in einem Gespräch zwischen den Ermittlern und des Security Mannes des Campus erklärt, dass in der Vergangenheit immer so mit den Mädels umgegangen wurde.

 

Auch hier bemerkte ich den Ansatz Cybermobbing und Sexismus als ein ernstes Thema auf zu greifen. Ausgespielt wird es aber eben nicht, was schade ist. Fast kommt es einen so vor, als wären es zwei verschiedene Filme.

 

 

 

 

 

Fazit

 

Slayed weiß nicht so ganz wo er hin will. Er möchte sowohl ein Slasher für Genrefans sein, gleichzeitig aber auch ernste Themen wie sexuellen Missbrauch, Cybermobbing und Machtmissbrauch ansprechen.

 

Beides kommt nicht so richtig zusammen. Für einen Slasher hat er zwar ordentliche Kills, die aber lange auf sich warten lassen. Ein schöner Ansatz ist aber, dass nur männliche Figuren sterben müssen.

 

Für die ernsten Themen geht der Film nicht weit genug und kümmert sich nur punktuell darum. Das Cybermobbing wird nur kurz angesprochen, die Vergewaltigung fast vergessen und lediglich der Machtmissbrauch bis zum Ende behandelt.

 

Dafür hält sich der Film dankbar mit dem Influencertum zurück, obwohl man erst den Eindruck bekommen könnte, dies sei das Hauptthema. Er setzt die Smartphones normal ein und legt nicht den Hauptaspekt darauf.

 

Echte Genrefans können vorsichtig reinschauen, aber sollten nicht zu viel erwarten. Allen anderen würde ich den Film für zwischendurch - wenn gar nichts anderes läuft - empfehlen.   

 

Slayed - Wer stirbt als nächstes? ist ab dem 27.08.2021 auf DVD und BluRay und bereits ab 19.08.2021 als Early-EST erhältlich.

 



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