Bereits 2019 wurden die beliebten Knobelräume als Film umgesetzt und eine Geschichte um eine bösartige Organisation dahinter gestrickt. 

 

Der zweite Teil erweitert das Universum. Es gibt wieder einige tödliche Räume mit kopfzerbrechenden Rätselaufgaben. Die Helden aus dem ersten Teil müssen sich erneut in die Fänge der Geheimorganisation Minos begeben und ihr tödliches Spiel spielen.

 

 

 

 

 

 

Ihr habt Zehn Minuten Zeit...

 

Nachdem Zoey und Ben die tödlichen Escape Rooms von Minos überlebt haben, lässt gerade Zoey diese Organisation nicht los. Sie setzt alles daran diese zu finden und entgültig zu zerschlagen. Ben möchte hingegen eigentlich nichts mehr damit zu tun haben, aber lässt Zoey aus Loyalitätsgründen nicht hängen und schließt sich ihr an.

 

Als die beiden einer heißen Spur nachgehen, werden sie von einem scheinbar Obdachlosen beklaut, der sie geradewegs in eine neue Falle lockt. Mit ihnen sitzen noch weitere Personen in der Falle fest. Schnell stellt sich heraus, dass alle Personen bereits einmal das tödliche Escape Room Spiel überlebt haben und nun erneut getestet werden. Minos will den ultimativen Champion der mörderischen Escape Rooms finden.

 

Wer den ersten Film mochte, wird den hier auch sehr mögen - ganz einfach. Die Story ist natürlich auch weiterhin schön bekloppt um eine geheime Organisation gesponnen, die in diversen Warenhäusern oder unter der Stadt riesige Anlagen und Räume mit Fallen gebaut hat.

 

Allerdings machen die Räume Spaß und bieten eine Menge um mitzuknobeln. Weiterhin sieht das auch alles sehr wertig aus. Nichts ist zu dunkel, alles ist gut erkennbar.

 

Was mir besonders gefiel: als Zuschauer spürt man den Stress, den die Protagonisten durchleben müssen. Wenn ein Timer eine Zeit anzeigt oder immer wieder darauf hinweist wieviel Zeit noch verbleibt und die Figuren zunehmend unruhiger und gestresster werden, fühlt man sich selbst unter Druck gesetzt.

 

 

 

 

 

Abgekatertes Spiel

 

Taylor Russell (Zoey) und Logan Miller (Ben) kennt man bereits aus dem Vorgänger. Zu ihnen gesellen sich vier weitere Personen, die alle schon einmal das Escape Room Spiel von Minos überlebt haben.

 

Mit dieser Prämisse kommt dann auch das nächste Level für eine Fortsetzung - die Räume sind anspruchsvoller, als beim letzten mal. Es wird hier vielmehr gerätselt. Die Figuren müssen Hinweise finden und Zusammenhänge erkennen - eben wie ein richtiger Escape Room.

 

Man bemerkt das auch an den Figuren, die schneller schalten und bessere Einfälle für Lösungsansätze haben. Der Film gibt ein ganz schönes Tempo vor.Es wird gar nicht erst nicht viel Zeit verloren, um zum ersten Raum zu kommen.

 

Der erste Teil wird zu Beginn des Films ganz kurz zusammengefasst, dann begeben sich Zoey und Ben schon auf die Jagd. Worauf vielleicht etwas mehr hätte eingegangen werden können, sind die seelischen Narben der Figuren. Es werden einem immer mal wieder Häppchen zugeworfen, für eine tiefere Charakterdarstellung reicht das aber leider nicht. Gerade Ben hat wahnsinnige Angst und Alpträume, doch sobald das Spiel beginnt, scheint es unwichtig zu sein.

 

Gleiches gilt auch für die anderen Figuren. Einzig der Charakter Brianna lässt immer wieder durchblicken, wie schlimm das alles war und das sie das alles nicht nochmal durchleben möchte. Dazu kommt, dass dem Zuschauer die Tode der Figuren nicht allzu nahe gehen, obwohl sich der Film viel Mühe gibt. So erzählt eine Figur, was sie durchlebte und wie sie versuchte weiter zu leben, aber wenn ihre Ende käme, dann ist dem eben so.

 

Es wird auch keine Zeit mit Trauer oder ähnlichem vergeudet, sondern es geht gleich zum nächsten Raum. Natürlich gehört das zum Konzept Minos' und die Charaktere sprechen dies auch an. Als Zuschauer kümmert man sich dann aber trotzdem nur um Zoey und Ben.

 

 

 

 

 

Elektroschocks, Laser, Treibsand

 

Die Räume sind wieder einmal das absolute Highlight. Hier hat man sich wieder ordentlich was einfallen lassen. Von einem U-Bahn Wagon, der elektrisch aufgeladen wird, hin zu einem Strand, der aus Treibsand besteht. Vorallem die Gestaltung der Räume ist toll gemacht. Gerade der Nachbau einer Bank sieht sehr wertig aus

 

Wie bereits im ersten Teil, sind auch diese Räume durch etwas miteinander verbunden. Das ist dann der kleine Twist, den man zugegeben meilenweit vorher erkennt, aber doch mehr Einblick in das Universum gewährt. Kennt man das Ende vom erstenTeil, weiß man allerdings worauf es zum Schluss hinauslaufen wird. Der findige Zuschauer erkennt das schon in der ersten Szene von Zoey beim Psychologen.

 

Leider sieht man diesmal recht wenig von Minos selber. Man bekommt zwar die Räume und die scheinbare Motivation der Organisation mitgeteilt, allerdings fragt man sich, warum so ein riesen Aufwand betrieben wird. Das könnte man als so eine finanzstarke Truppe auch anders machen.

 

Solange man also nicht hinterfragt, was hier los ist, hat man eine Gute Zeit im Kino. Der Gewaltgrad ist ebenfalls nicht sehr hoch: Es fließt kaum Blut und es gibt keine richtig harten Szenen. Man kann es durchaus als eine abgeschwächte, weniger düstere Version von SAW ansehen.

 

Für mich werden die Escape Room Filme ein Guilty Pleasure bleiben. Sie machen Spaß, sind schön quatschig und regen zum miträtseln an. Ich mag die beiden Hauptfiguren und auch sonst sind diesmal eigentlich keine unsympathischen Figuren dabei.

 

Die Räume sind liebevoll designed und das typische Wo-ist-Waldo-Prinzip der Hinweise hält einen gut bei der Stange. Natürlich fährt das alles im Fahrwasser von Final Destination oder SAW mit, aber gerade diese Mischung aus beiden eignet sich perfekt für die filmische Umsetzung der Rätselräume.

 

Ich persönlich würde gerne noch einen dritten Teil davon sehen wollen.

 

 

 

 

 

Fazit

 

Escape Room: Tournment of Champions bekommt von mir 'ne klare Empfehlung für alle die den ersten Teil schon mochten.

 

Tolle Räume mit mehr Rätseln und neue Figuren, die ebenfalls das mörderische Spiel bereits einmal überlebt haben.

 

Der Schwierigkeitsgrad zieht merklich an und als Zuschauer spührt man den Stress der Figuren.

 

Die Geschichte um Minos bleibt weiterhin quatschig und vieles muss man einfach hinnehmen und nicht hinterfragen.

 

Die Gewalt ist nach wie vor runtergedreht, aber das stört nicht, da es somit nicht von den guten Rätselräumen ablenkt.

 

Der Twist und worauf es hinausläuft sieht man kommen, aber auch hier nimmt man das hin.

 

Macht definitiv Spaß.



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