Die Zusammenarbeit von Jason Statham und Guy Ritchie hat uns Perlen wie Snatch, Revolver und Bube, Dame, König, Gras eingebracht. Für die neueste Kooperation geht Guy Ritchie aber mal einen ernsteren härteren Weg. Außerdem inszeniert er hier ein Remake des gleichnamigen Filmes Cash Truck - Der Tod fährt mit (im Original Le Convoyeur). Dies könnte alteingesessene Ritchie-Fans etwas verwirrt zurück lassen.

 

 

 

 

 

 

Hart und nicht herzlich

 

H ist der neuste Angestellte der Fortico Security. Diese transportieren das Geld von verschiedenen Firmen in ihren gepanzerten Wagen. H schafft die Aufnahmeprüfung gerade so, wird jedoch schnell von der restlichen Truppe aufgenommen.

 

Das liegt auch daran, dass er einen Überfall auf einen der Transporter verhindert und knallhart die Diebe erledigt. Seine Kollegen Boy Sweat und Bullet glauben, dass H irgendetwas verbirgt. Damit liegen sie gar nicht so falsch, denn H verfolgt einen Racheplan und niemand sollte sich ihm in den Weg stellen.

 

Ein knallharter Jason Statham, der nicht lange fackelt und stur seinem Plan folgt. Was will man mehr?

Nun ja, wenn man in einem Guy Ritchie-Film ist, schon eine ausgekügelte Gangstergeschichte. Keine Ein-Mann-gegen-alle-Rachestory.

 

Trotzdem kommt beides irgendwie zusammen. Es gibt die Gangsterstory und Statham wird genug Platz gelassen, seine harte Tour zu fahren. Mir gefällt er in solchen Rollen. Allerdings ist mir der Film zu sehr The Mechanic als eben ein Snatch. Wiederum muss man aber auch sagen, dass ich vielleicht auch mit den falschen Erwartungen reingegangen bin.

 

Wrath of Man (oder wie er hierzulande heißt Cash Truck) ist absolut kein schlechter Film.

 

 

 

 

 

Rache in düster

 

Der Film wird in vier Kapitel unterteilt und springt zwischen der Vergangenheit und Jetzt-Zeit der einzelnen Parteien hin und her. Man bekommt relativ schnell vermittelt, wer H ist und was hinter seiner Motivation steckt.

 

Ebenso bekommen wir noch zwei weitere Parteien vorgestellt. Schön ist hier wieder, dass es eigentlich keine richtig guten und bösen Leute gibt. Alle sind Graucharaktere und wollen ihrem Vorteil nachjagen. Dazu kommen harte Szenen, wie, ohne mit der Wimper zu zucken, Leute abgeknallt werden. 

 

Der Plot funktioniert eigentlich ganz gut. Genau so wie die Darsteller. Bullet wird von Mindhunter-Star Holt McCallany gespielt und kommt als wirklich einziger sympathischer Typ in der gesamten Securityfirma rüber.

Alle anderen sind entweder von sich selber super überzeugt oder grießgrämige Vollasis. Da ist es nett, einen Charakter zu haben, an den man sich halten kann.

 

Statham selber ist eben der harte ernstschauende Held, der auch nicht so sauber ist. Mit seiner Motivation fühlt man mit. Woher er kommt, ist dann aber wieder unschön. Die wirklichen Schuldigen haben auch eine Person dabei, die man als Zuschauer richtig hassen kann.

 

Ritchie macht es dem Zuschauer also recht einfach mitzufiebern.

 

 

 

 

 

Geld, Geld, Geld

 

Der Film versucht, ein Gefühl aufzubauen, dass H mit seinem Rachepfad einen Krieg auf der Straße auslösen würde und wirklich unmenschliche Sachen daraus entstehen. So ganz klappt das aber nicht.

 

Wir sehen H dabei zu, wie er sich Stück für Stück zu den Schuldigen vorarbeitet, bekommen aber nur von anderen Charakteren erzählt, dass das alles Konsequenzen haben und die Abwärtsspirale tief sein wird.

 

Am Ende passiert davon aber gar nichts. Das hätte man also getrost rauslassen können.

 

Ebenso verwirrt die Anordnung der Parts ein wenig. Da der Film ein ernster Thriller ist, klappt es nicht so ganz mit den typischen Ritchie-Reveal-Szenen, die alles aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Das gefiel mir bei Den of Thieves besser, da der Film in eine ähnliche Richtung geht.

 

Trotzdem unterhält der Film auf seine Art. Man guckt Statham bei seinem Rachefeldzug gerne zu und manchmal fühlt sich der Film dann doch wie ein typischer Gangster-Guy Ritchie Film an - nur eben sehr punktuell.

 

Dennoch finde ich es gut, dass Ritchie sich auch an ernsteren Stoffen probiert und versucht von den schwarz-humorischen Gangsterfilmen wegzukommen. Versteht mich nicht falsch, ich liebe es, wenn er in seinem gewohnten Territorium agiert.

 

Doch wenn er auch mal über den Tellerrand etwas wagt, bin ich der letzte der sagt, Schuster bleib bei deinen Leisten. 

 

 

 

 

 

Fazit

 

Cash Truck ist nicht der gewohnte Film eines Guy Ritchie. Man darf hier keinen The Gentlemen oder Revolver erwarten, sondern einen härteren Den of Thieves.

 

Jason Statham als H funktioniert wieder hervorragend, da er die Rolle des harten kampferprobten Rächenden einfach drauf hat. Die Unterteilung in vier Kapitel ist nicht neu und die Anordnung manchmal etwas irreführend, aber spricht für die mehreren Blickwinkel der einzelnen Parteien.

 

Cash Truck ist ein knallharter Thrillerm bei dem es nichts zu schmunzeln gibt. Man sollte ausblenden, dass Guy Ritchie der Regisseur ist. Dann hat man auch durchaus einen sehr unterhaltsamen Film mit Jason Statham. Für einen gelungenen Kinoabend kann man das schon machen.



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