Die animierten Resident Evil-Filme sind für viele Fans der Videospielreihe die bessere Alternative zu den Realfilmen von W. S. Anderson. In diesen ist Leon S. Kennedy meist der Held, der sich durch erneute Virusausbrüche und Zombies kämpfen muss. Nun hat Netflix eine Serie produziert, in der Leon und Claire Redfield einer Verschwörung im Weißen Haus nachgehen müssen.

 

 

 

 

 

 

White House Down

 

Der Präsident der Vereinigten Staaten hat gerade andere Sorgen, da ein Hacking-Angriff auf das Weiße Haus stattgefunden hat. Als dann auch noch Zombies im Regierungssitz auftauchen ist klar, dass Amerika angegriffen wird. Leon S. Kennedy wird beauftragt, dieser Sache auf den Grund zu gehen und entdeckt mit Hilfe von Claire Redfield eine Verschwörung. 

 

Die Geschichte spielt zwischen dem vierten und fünften Teil der Videospielreihe. Leon hat die Tochter des Präsidenten gerettet und genießt daher hohes Ansehen bei ihm. Claire hat sich nach der ganzen Sache von Racoon City einer Hilfsorganisation angeschlossen und versucht nun im Weißen Haus Hilfmittel für Krisengebiete zu erbitten.

 

Damit sind zwei der beliebtesten Charaktere der Videospiele die Protagonisten. Wobei, so ganz stimmt das auch nicht. Leon ist die Figur, um die es sich am meisten dreht. Claire forscht eher im Hintergrund nach und zum Schluss führen beide Stränge wieder zusammen. Allerdings bekommt Leon mehr Leinwandzeit, da in seinem Handlungsstrang auch deutlich mehr Action passiert.

 

 

 

 

 

Animiert funktioniert besser

 

Tatsächlich verstehe ich nicht so ganz das Serienformat. Als kompletter Film würde das Ganze besser funktionieren. Es sind nur vier Folgen, die jeweils knapp 30 Minuten gehen. Schaut man zurück auf die bereits erschienen animierten Resident Evil Filme Degeneration, Damnation und Vendetta eignet sich das Filmformat wesentlich besser.

 

Das ist auch ein weiterer Kritikpunkt, da sich Resident Evil: Infinite Darkness sehr altbacken anfühlt. Eben wie aus der Zeit der anderen animierten Filme erschienen. Das liegt auch an der Animation selber, die im Vergleich zu den aktuellen Ablegern der Spielereihe nicht gut aussieht.

 

Es gibt mal Totalausfälle mit Gesichtern, wo sich nur der Mund bewegt und mal bessere Animationen, die flüssig laufen und auch Mimik und Gestik erkennen lassen. Trotzdem ist es nicht das beste, was man aktuell hervorbringen kann.

 

Nun aber genug des Gemeckers, denn an eine nähere Umsetzung der Spielereihe kommt man nicht. Die Realfilme von unserem allseits geliebten Paul W.S. Anderson sind absoluter Quatsch und haben sehr wenig mit den Spielen zu tun. Hier wiederum fühlt man die Spiele. Jeder Teil könnte ein Level aus dem Game sein, wo man einen der Charaktere durchmanövriert.

 

Das Weiße Haus muss von Zombies gesäubert werden. Leon muss einen Ausweg aus einem Zombierattenverseuchten U-Boot finden und ein Untergrund-Labor gibt's auch. Als Fan der Videospiele bekommt man rein vom Setting her eine Menge geboten. Die Geschichte ist zwar etwas quatschig, da natürlich jemand mithilfe von den Biowaffen ordentlich Geld machen will und ein anderer anhand der Biowaffen zeigen möchte, wie gefährlich das alles ist. Allerdings ist die Story in den Spielen auch meist sehr an den Haaren herbei gezogen.

 

Somit ist man eigentlich absolut richtig. 

 

 

 

 

 

Resident Evil-würdig

 

In den Videospielen gibt es ja nicht nur Zombies, sondern auch schön mutierte Bösewichte. Die sind hier leider sehr begrenzt zu finden. Das Design wiederum fand ich nett, aber auch nicht zu ausgeflippt wie in den Spielen. Es ist nun auch kein absolutes Gore-Fest, aber es gibt schon hier und da ein paar nette Einlagen.

 

Die Geschichte um die Soldaten, die von der Regierung insgeheim im Stich gelassen wurden und einem gefährlichen Experiment auf die Spur kamen, ist auch ganz nett und sorgt zumindest für eine nachvollziehbare Motivation. Leon scheint mittlerweile der absolute Sprücheklopfer zu sein und es ist recht wenig von dem Frischling aus dem zweiten Abenteuer übrig. So werden gerade Leute, die vor kurzem das Resident Evil 2-Remake gespielt haben, etwas verdutzt sein.

 

Generell würde ich behaupten wollen, dass hier wirklich die alten Hardcore-Fans angesprochen werden sollen. Claire wird nicht als eine starke unabhängige Person dargestellt, sondern Leon hält sie schon sehr im Hintergrund.

 

Die Serie macht klar, dass Leon der Superagent ist und Claire zwar bei der Aufklärung hilft, aber nicht viel Action mitmachen soll. Das ist schade, da doch beide Figuren ziemlich heftigen Kram zusammen durchgestanden haben. Die Serie spielt im Jahr 2006 und so fühlt sich das auch alles an. Es ist ein Nostalgietrip für Fans, die Resident Evil 4 beendet haben und nun auf Teil 5 warten.

 

 

 

 

 

Fazit – tl;dr

 

An sich kann man als Fan der Resident Evil-Spiele nicht meckern. Es fühlt sich alles so an wie im Spiel. Man bekommt einige Settings, die als Level dienen könnten und mit Leon und Claire zwei beliebte Figuren der Reihe. Die Geschichte ist schön quatschig rund um eine Verschwörung im Weißen Haus.

 

Die Animation ist auf dem gleichen Level wie die früheren animierten Resident Evil-Filme, was leider nicht mehr zeitgemäß ist im Vergleich zu den aktuellen Spielen.

 

Das Serienformat ist etwas merkwürdig, da sich ein Film besser angefühlt hätte. Trotzdem bekommt man als Hardcore-Fan etwas geboten und zieht mehr Freude aus Resident Evil: Infinite Darkness als aus den realen Filmen von W.S. Anderson und seiner Milla.

 

 

Resident Evil: Infinite Darkness ist aktuell bei Netflix im Abo verfügbar.