Große Hoffnungen wurden in diesen Film gesetzt. Diana und Milliarden andere Fans freuten sich so sehr auf diesen Film. Ryan Reynolds Widergutmachung für „Wolverine Origins“ und „Green Lantern“. Ist das so?

 

 

 

„Überraschung, das ist eine andere Superhelden-Geschichte!“

 

Wade Wilson ist Söldner, hat die Liebe seines Lebens gefunden und leidet an Krebs im Endstadium. Könnte also besser laufen. Um doch den letzten Strohhalm zu ergreifen, läßt er sich auf eine besondere Behandlungsart ein, die gewisse Nebenwirkungen hat. Er besitzt nun Unverwundbarkeit, ist aber grässlich entstellt. Hätte besser laufen können. Nun hat sein wahnsinniger Verstand nur ein Ziel: Rache mit viel Blut, Action, Gags und Irrsinn.

 

 

„Außerdem, Niemand wird Verletzt!“  

 

Ich glaube, jeder hat sich unglaublich auf diesen Film gefreut und die Erwartungen waren sehr sehr hoch. Ryan Reynolds persönlich setzte alles daran, dass dieser Film perfekt und vor allem Uncut wird. Man wollte es endlich richtig machen und den bitteren Nachgeschmack von „Wolverine Origins“ loswerden. Was konnte also schiefgehen? 

 

NA NIX!!! DAS IST DER PERFEKTE „DEADPOOL“ – FILM GEWORDEN!

 

Aber von vorn. Wer die Comics kennt, also bevor Duggan und Posehn übernahmen, weiß, dass Deadpool nicht der Held für Kinder ist. Es gibt viel Blut, Splatter, Humor unter der Gürtellinie und Irrsinn. Der Film musste also dementsprechend auch komplett hart und ungeschnitten erscheinen. In Amerika gab es ja sogar eine Petition von „besorgten“ Müttern gegen eine Uncut-Version. Aber Reynolds hat sich dafür eingesetzt, dass der Film so gezeigt wird, wie er ist. 

 

Die Gewalt ist übertrieben und dadurch urkomisch. Der Splatterfaktor kommt nicht zu kurz und durch die Kommentare von Deadpool kann das alles nicht ernst genommen werden. Die Witze sind unglaublich lustig. Der Film beginnt mit dem Intro, wo keiner der Beteiligten mit Namen genannt wird, sondern alle Kommentare bekommen. Es gibt so viele Metagags und popkulturelle Anspielungen: wenn Deadpool sich über „Green Lantern“, die „X-Men“ und sich selber lustig macht, bleibt echt niemand ernst sitzen. Die Moment-Komik stimmt geradezu perfekt. Selbst etwas ruhigere ernste Szenen werden sofort wieder aufgelockert durch Deadpools Erzählweise. Das wichtigste, was bei der Adaption beachtet wurde: Deadpool durchbricht die 4. Wand. 

 

 

„Ich hab nur 12 Kugeln. Die müsst ihr euch also teilen!“

 

Man kann Ryan Reynolds nicht genug für diese Leistung danken. Er ist Deadpool. Schon damals hatte er in „Wolverine Origins“ bewiesen, dass er einen fantastischen Wade Wilson abgibt und jeder wollte davon mehr sehen. Leider wurde alles anders. Doch hiermit macht er so ziemlich alles wieder gut. Reynolds hat richtig Spaß in dieser Rolle. Er lebt den Charakter und steckt sein Herzblut hinein. Sollte es mal Oscars für Superheldenfilme geben, Reynolds hätte diesen hier sicher. 

 

Morena Baccarin spielt Wades Freundin Vanessa. Und beide ergänzen und harmonieren super zusammen. Baccarin nervt nicht, ihre Rolle ist keine herumkreischende Frau in der Not. Sie überzeugt mit Selbstbewusstsein und macht eine gute Figur.

 

Ed Skrein machte ja, meiner Meinung nach, in „Transporter Refueled“ schon keine schlechte Figur und hier passt er ebenfalls perfekt auf die Rolle des bösen Ajax. Ebenfalls seine Gehilfin Angel Dust, gespielt von Gina Carano, passt super in dieses Stück. 

 

Und so sind die Nebencharaktere eine tolle Ergänzung zum Film. Jeder bringt das gewisse Extra mit. Seien es die beiden X-Men Colossus und Negasonic Teenage Warhead (dessen Name sich nach diesen Film wohl jeder einprägt) oder aber auch die aus den Comics bekannten Weasel und Blind Al. Und selbst ein erst unscheinbarer Taxifahrer wird eine lustige Nebenfigur des Filmes. 

 

 

„Ich will nicht, dass der Anzug grün wird oder animiert!“

 

Ich kann den Film nicht genug loben. Er hält sich unglaublich gut an seine Vorlage und wird nie langweilig. Es gibt so gut wie keine negativen Punkte bei diesem Film. In unserem „Trailer Wars“-Podcast wurden ja Bedenken ausgesprochen, dass die Liebesgeschichte zu sehr in den Vordergrund rückt. Nun ja, Deadpool sagt selbst, es ist eine Liebesgeschichte. Jedoch lockert er immer genau dann die Situation auf, wenn es zu kitschig oder zu ernst wird. Wenn man bedenkt, dass die Figur ja schon eine sehr tragische ist, bemerkt man hier, dass dies super sympathisch und mit viel Witz rübergebracht wird.

 

Die Action kommt nicht zu kurz und das Design der Charaktere ist wunderbar getroffen. Ein komplett animierter Colossus stört gar nicht und Deadpools Gesichtsmimik in der Maske ist echt toll gelungen. Die Artistik sowie Choreografie der Kämpfe und Actionszenen sind flüssig und schön in Szene gesetzt.

 

 

Fazit

 

„Deadpool“ ist exakt das geworden, was jeder Fan erwartet hat und noch viel mehr. Ryan Reynolds schafft es mit seiner Energie, einen beliebten Comichelden auf die Leinwand zu kriegen und das auch noch richtig. Dieser Film ist das perfekte Beispiel, dass sehr wohl Erfolg dahinter steht, wenn man sich mal an die Vorlage hält. Ein absolutes MUST SEE für alle Comic Fans, Superheldenfilmliebhaber und Freunde von guter Unterhaltung. Nein ehrlich, dieses Jahr kann eventuell nur noch „Captain America Civil War“ mithalten. Alles andere ist Kindergeburtstag.



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