Am 28. Juni 2022 startet der dritte Kinofilm der beliebten Anime-& Mangaserie My Hero Academia in den deutschen Kinos. Diesmal müssen Izuku und seine Freunde eine terroristische Vereinigung aufhalten, die alle Mackenträger auslöschen will.

 

 

 

 

 

 

Gejagt

 

Bei einem Giftgasangriff sterben viele Mackenträger aufgrund ihrer außer Kontrolle geratenen Kräfte. Nur Menschen ohne Fähigkeiten überleben. Für diesen Anschlag ist eine Terrorgruppe verantwortlich, die alle Mackenträger auslöschen und somit ein neues besseres Zeitalter schaffen wollen.

 

Sofort machen sich die Helden bereit, zurückzuschlagen und schlimmeres zu verhindern. Die Spur führt die Helden rund um den Globus und so müssen Izuku, Bakugo und Shoto in das europäische Land Otheon. Dort angekommen wird Izuku bei einer vermeindlichen Rettungsaktion als einer der Täter gebrandmarkt und polizeilich gesucht. Das spielt natürlich den Terroristen in die Karten.

 

Der dritte Film von My Hero Academia beginnt actionreich. Nicht nur der Giftgasangriff ist hart mit anzusehen, sondern danach gibt es ein Großeinsatz mit allen bekannten und beliebten Figuren der Serie. Das erinnert ein bisschen an den aktuellen Arc des Mangas, obwohl noch keine direkte Konfrontation passiert.

 

Dann wird es erstmal sehr lange ruhig. Der Film nimmt sich hier mehr Zeit, eine kleine Geschichte zwischen Deku und dem Protagonisten des Films Rody Soul aufzubauen. Rody ist ein Straßenkind, der sich um seine zwei kleinen Geschwister kümmert und kleine Gaunereien durchführt, damit alle zu Essen auf dem Tisch haben.

 

Daher fällt auch schnell auf, dass World Heroes' Mission am ehesten die klassischen Anime-Schemata abfährt.

 

 

 

 

 

Freundschaft und Stärke

 

Das muss ich allerdings erklären. Es ist nicht schlecht, dass man sich für die Figuren Zeit nimmt, eine kleine Story um Freundschaft und das über sich hinaus wachsen inszeniert. Jedoch sieht man das zu oft und daher war es immer etwas erfrischend, wenn das bei den vergangenen zwei Filmen der Serie mehr nur auf die Klasse 1-A bezogen wurde.

 

Natürlich sind auch dort Figuren nur extra für den Film aufgetaucht, die sich mit der 1-A oder dem Großteil der Klasse anfreunden. Hier fällt es aber dann doch auf, dass eben nur die Fan-Lieblinge ihr Showcase bekommen.

 

Denn neben Izuku ist noch Bakugo und Shoto vorne mit dabei. Die drei werden als Team Endeavor nach Otheon geschickt und haben dort alle Hände voll zu tun. Versteht mich nicht falsch, es ist fantastisch die Kämpfe der drei zu sehen. Gerade weil sie so beliebt sind, ist das auch vollkommen okay und hat ordentlich bumms.

 

Allerdings vermisst man den Rest der 1-A ein wenig, da sie nicht so viel Screentime bekommen, wie noch in den letzten beiden Filmen. Stattdessen wird mehr Fokus auf Rody und seine Probleme gelegt. Auch das ist in Ordnung, jedoch könnten sich Hardcore Fans der 1-A daran stören.

 

Rody wiederum ist eine Figur an die man sich herantastet und zum Schluss mitfiebert. Seine Story ist gerade so tragisch, dass es nicht stört. Seine Probleme bekommen Gewicht und ein kleiner Twist hat sogar etwas sympathisches. Rody reiht sich in die guten Filmcharaktere ein, die sich schön in die Story einfügen und nicht eher zur Belastung werden.

 

 

 

 

 

Böse, aber tiefgründig böse

 

Der Bösewicht Flect Turn ist auf den ersten Blick eher nicht so ganz bedrohlich. Natürlich hat er gefährliche Giftgasbomben rund um den Globus verteilt, aber so recht greift man seine Fähigkeiten zu Beginn nicht. Auch die Logik hinter seinen terroristischen Akten ist anfangs verwirrend. Er will alle Mackenträger auslöschen, jedoch würde dass auch seine eigenen Leute und ihn selbst betreffen. Oder will er am Ende nur ein Gott unter den Sterblichen sein?

 

Dann aber kommt auch die Auflösung und die ergibt sogar tiefgründigen Sinn. Natürlich sind seine Handlanger dann immer noch Götter unter den überlebenden Normalen, aber warum Flect Turn das alles macht, ist schlüssig. Krasser sind dann seine Fähigkeiten.

 

Die sind im Endkampf auch ein ordentlicher Blickfang für einen Anime-Fight. Es knallt, es kracht, es wird Tempo aufgebaut. Der Endfight steht sich in nix nach, wenn man die beiden Vorgängerfilme mochte. Hier zeigt sich wieder die Stärke der My Hero Academia-Filme – die Inszenierung.

 

Neben ordentlich Blessuren gibts tolle Kamerafahrten, die im Affentempo um die Charaktere fliegen. Teils kann einem da schwindlig werden, jedoch schöpft der Stil zwischen ein paar 3D-Einlagen und typischem Anime alles gut aus, um eben diese rasanten Fights zu präsentieren. Ein absolutes Highlight des Films.

 

Es gibt etwa in der Mitte einen kleinen Hänger, aber das kann man verzeihen, da es dann ein schön langes Finale gibt. Gut, um eben nochmal Luft zu holen, wenn es dann lange Zeit mit ordentlich Geschwindigkeit in die einzelnen Kämpfe geht.

 

 

 

 

 

Fazit

 

World Heroes' Mission ist vielleicht der schwächste der drei My Hero Academia Filme, aber noch lange keine Durchschnittskost. Es gibt eine recht geradlinig erzählte Geschichte, in der man aber weiß, wann das Tempo kurz rausgenommen werden muss, um dann wieder auf Vollgas zu gehen. 

 

Der Bösewicht hat einen doch recht tieferen Sinn, warum er das alles macht. Das wird zu Beginn zwar noch verschwiegen und lässt den Zuschauer eher kopfschüttelnd zurück, bringt dann aber schlussendlich einen bitterschönen Aha-Moment. Gleichzeitig entpuppt sich der Fiesling als eine echt harte Nuss und lässt unsere Helden ordentlich ins Schwitzen kommen.

 

Die drei Fan-Lieblinge Deku, Bakugo und Shoto haben hier ihr Spotlight und bekommen auch großartig inszenierte Einzelfights, die sowohl Bumms als coole Kamerafahrten beinhalten. Gleichzeitig wächst einem die Figur des Rody Soul ans Herz und seine Entwicklung schaut man sich gerne an.

 

Ein Negativpunkt gibts für die wenige Screentime der restlichen 1-A Klasse. Zwar tauchen alle auf, haben aber mehr an anderen Orten des Geschehens zu tun und interagieren mit Izuku und Co. weniger.

 

Trotzdem sollte man als Fan des Animes/Mangas ins Kino. Auf der großen Leinwand wirken die Kämpfe und generell die Inszenierungen nochmal größter. Auch so wird man eine gute Zeit mit dem Film haben und in der Gruppe oder allein mega Spaß.

 

My Hero Academia - Movie 3: World Heroes' Mission wird im Rahmen der Kazé Anime Night am 28.06.22 gezeigt.

 



Euch gefallen unsere Rezensionen?

Helft uns, dass wir sie weiterhin machen können und gebt uns ein kleines Trinkgeld auf Ko-fi ❤️