Wie riesige Kolosse ragen sie bis in die Wolken und niemand weiß, warum sie hier sind. Autor Warren Ellis will das Unbekannte, das Fremde erforschen. Uns erwartet hingegen das Unerwartete und ein verdammt starker Auftakt.

 

 

 

„DANN BIST DU DER JUNGE CHENGLEI AUS DEM DORF SCHWEINESCHESSE IN DER MALERISCHE PROVINZ INZEST, JA?“

 

Wie erzählt man eine Geschichte über eine Invasion von Außerirdischen? Sollen es riesige Raumschiffe sein, die mit Vorliebe amerikanische Sehenswürdigkeiten zerstören? Oder doch lieber das stille Vorgehen, mit seltsamen Sichtungen und mysteriösen Kornkreisen? Warren Ellis hat seine ganz eigene Herangehensweise gefunden.

 

In Trees sind die Wesen aus einer anderen Welt bereits seit zehn Jahren auf der Erde.

 

Von einer möglichen Versklavung oder gar Ausrottung der Menschheit wollen die Außerirdischen nichts wissen. Sie ignorieren scheinbar die Bewohner dieses Planeten völlig und tun schlicht nichts.

 

Nur ihre riesigen Säulen ragen weltweit aus dem Boden und niemand weiß, warum. Doch schon bald könnte sich das ändern.

 

 

 

„KOMM. ONKEL SAGT, ICH SOLL DICH AUS DEM RAUMSCHIFF SCHAFFEN.“

 

Warren Ellis (Iron Man: Extremis) überrascht seine Leser mit Trees und das in mehrfacher Hinsicht. So verschiebt der britische Autor die Handlung weg vom gewaltigen Bombast und reißerischen Schlachtengetümmel und präsentiert stattdessen viele unterschiedliche und vielschichtige Einzelhandlungen und Figuren.

 

Das Dasein der außerirdischen Bedrohung gerät dabei eher an den Rand.

 

Komplett verzichten müssen wir darauf aber nicht. So spielt eine der Geschichten im Eis der Arktis, wo sich ebenfalls eine der gigantischen Säulen befindet und massiven Einfluss auf seine Umgebung ausübt. Dennoch bleibt der harte Kern von Trees eine eher dramatische Erzählung von verschiedenen Charakteren.

 

 

„NICHTS GUTES ERWÄCHST IM SCHATTEN EINES BAUMS.“

 

Ohne Zweifel hat Ellis mit Trees ein spannendes Konzept aufgebaut, das mit jeder Seite an Faszination gewinnt und bisher noch völlig unberechenbar bleibt.

 

Film und Serienfans werden wohlmöglich den einen oder anderen Vergleich ziehen können, dennoch bleibt Trees auf seine Weise einzigartig. Nicht zuletzt auch wegen der sehr gelungenen Umsetzung durch Zeichner Jason Howard, der seinem Berufsstand alle Ehre macht.

 

Alles in allem ist Trees also ein lohnenswerter Comic, der auf jeden Fall einen Blick wert ist und sicher keine Fehlinvestition wird.

 

 

 

Erschienen bei Cross Cult, 25,00€