Den Comic-Göttern sei Dank, das Warten hat auch für uns in Deutschland ein Ende. Endlich kommen auch wir in den Genuss von Jonathan Hickmans grandiosen und gefeierten X-Men Reihen…

 

 

 

 

„Der Professor hat die alten Regeln geändert, zugunsten einer völlig neuen Welt.“

 

Ja, richtig gelesen. Es geht gleich um zwei neue Comic-Reihen, die bei uns in einem von vier Sonderbänden erscheinen. Da wäre zum einen X-Men: House of X, sowie X-Men: Powers of X (hier als römische Zahl 10). Beide Reihen erscheinen zwar parallel und greifen natürlich auch ineinander, dennoch gibt es einige klare Unterschiede. Welche das sind, dazu kommen wir gleich.

 

Zuvor wollen wir euch aber kurz die Story wiedergeben, wobei wir hier eine kleine Warnung aussprechen. Je weniger ihr nämlich wisst, um so mehr wird euch dieses erste Heft überraschen. Ab hier gilt also: Weiterlesen auf eigene Gefahr.

 

Nach dem Abschluss von Uncanny X-Men Band 4 hat sich sehr vieles gewandelt. Charles Xavier ist zurück von den Toten und hat seinen Traum der Koexistenz von Mutanten und Menschen komplett über Bord geworfen. Er hat es aufgegeben, sich um Frieden zwischen den Spezies zu bemühen und bewohnt nun zusammen mit den verbliebenen Mutanten die lebende Insel Krakoa.

 

Von dort aus können sie mithilfe von Portalen überall hinreisen und das in Sekundenschnelle. Der Ursprung dieser Portale ist die sogenannte Blume von Krakoa, die auch vielen Orten der Welt gepflanzt wurde. Doch was für die Mutanten als eine Zuflucht und Zuhause ist, ist für andere etwas, das man fürchten sollte.

 

 

„Mutanten haben nie Krieg geführt, Botschafter.“

 

Dass die X-Men jemals wieder relevant für die Comics sein könnten, haben sicher viele bezweifelt — auch wir. Grund genug für Marvel einen alten Bekannten zurück ins Boot zu holen. Jonathan Hickman hat bereits in der Vergangenheit einige namhafte Events und Serien für Marvel geschrieben. Nach Secret Wars war dann aber erst einmal Schluss. Wie schmerzlich Hickman vermisst wurde, wird nun aber erst richtig deutlich, denn mit seinen beiden X-Men Reihen öffnet der US-Autor gigantische Tore.


Gerade Powers of X, das auf gleich vier (!) spielt, entfaltet einen riesigen Sog beim Leser. Auf einer Spanne von 1.000 Jahren erzählt Hickman von einer düsteren Zukunft und kommenden Ereignissen, ohne dass man sich dabei überfordert fühlt oder gar erschlagen. Das einzige Gefühl, dass man hier wohl empfindet, ist schiere Begeisterung.

 

Ja, klar. Jetzt loben wir den Titel, ohne zu wissen, welche Dinge uns noch bevorstehen. Dennoch ist unser erster Eindruck mehr als zufriedenstellend.

 

 

„Ich lächelte, weil ich vor kurzem einen herrlichen Traum hatte.“

 

Das Setup, das Hickman integriert und aufbaut, ist bereits jetzt vielschichtig und deutet gekonnt auf große Ereignisse hin. Vielleicht tut er sich damit aber auch keinen großen Gefallen, schließlich gehen damit auch große Erwartungen an kommende Ereignisse einher. Ob Hickman diesem Druck standhält, bleibt abzuwarten. Unser Vertrauen hat er trotzdem.

 

Hickman hat mit diesem ersten Sonderband einen festen Stein für die Zukunft gelegt und die X-Men wieder relevant wirken lassen. Ob nun die Figuren, Orte oder die Handlung allein, jedes Element an diesem Comic funktioniert hervorragend.

 

10/10 – Punkt.