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Ich zog los um die Welt zusehen und um tausend Tode zu sterben. Nach nicht mal einer halben Stunde lagen hinter mir bereits fast ein dutzend Leichen auf dem Weg. Selbst der gigantische Dämon mit seiner tonnenschweren Keule musste mir weichen. Ihn zu besiegen schien schon fast unmöglich,doch ich hatte es geschafft.  

Nun ging ich den Hang hinauf. Entschlossen nicht zurückzublicken, schreite ich voran. Am Ende des Weges, direkt an einem schier unendlichen Abgrund,finde ich ein großes Nest, in das ich mich reinhocke. Nur wenige Sekunden später erscheint eine riesige Krähe vor mir, die jeden dreiäugigen Raben aus Games of Thrones wie eine Turteltaube aussehen lässt. Sie packt mich und trägt mich in ein Abenteuer, aber auch in den sicheren Tod.  


 

 

 

 

Es ist dieses Spiel mit dem Namen Dark Souls, was mich von der ersten Spielminute gepackt und seit dem nicht mehr losgelassen hat. Doch woran liegt das? Vielleicht liegt es daran, dass Dark Souls kein wirkliches Rollenspiel ist. Ich habe es tatsächlich auch nie als solches angesehen. Dark Souls war immer mehr als das. Es fällt mir wirklich schwer zu sagen, was für eine Art von Spiel es ist. Doch wenn man etwas von ihm sagen kann, dann das es bockschwer ist. Gerne benutzen viele (auch ich) den Begriff: Arschlochspiel. 

Stell dir vor du gehst eine harmlose Steintreppe hinauf und plötzlich kommt eine große Eisenkugel auf dich zu und überrollt dich. Tot. Du streifst durch dunkle Wälder und siehst plötzlich dieses helle Licht, was sich nähert. Tot. Du gehst auf eine Schatzkiste zu und malst dir bereits im Kopf aus, welche Schätze dich dieses Mal erwarten. Die Kiste öffnet sich und plötzlich greifen zwei lange Arme nach dir und dort, wo Reichtümer dich erwarten sollten, lauern scheinbar hunderte von scharfen Zähnen. Tot. Dass ich die Worte "plötzlich" und "tot" immer wieder benutze, fasst das Spiel sehr gut zusammen. Dieser "plötzliche Tod" begegnet einem immer wieder in Dark Souls. Das macht auch Sinn, denn das ist das große Hauptthema im Spiel. Mit jedem Tod wächst man und da, wo ich in anderen Spiel den Controller wegpacke und die Konsole runterfahre (meist aus Frust) sage ich mir hier: Nein! Gebe nicht auf.  

Ist es nun ein großer roter Drache, der mir den Weg versperrt oder die dunklen Ritter, die nach meinem Leben trachten. Ich gebe nicht auf! Egal, wie viele Tode ich sterbe, ich mache weiter!  

 

 

 

 

Doch die Feinde sind nicht das einzige was dieses Spiel so einzigartig macht. Es ist auch die Welt selbst! Kaum ein anderes Spiel bietet eine solche Atmosphäre, die mich die Zeit vergessen lässt. Vor mir erstrecken sich dunkle Gänge die immer tiefer herab führen. Verlassende Hallen, die vor vielen Jahren scheinbar noch die Heimat eines Volkes waren, das es nun nicht mehr gibt. Ich betrete giftige Sümpfe, in denen mich wie fast überall der Tode freudig erwartet. Doch ich gehe weiter. Entlang tiefer Klippen, die keinen Fehltritt verzeihen. Den Blick immer voraus erspähe ich in der Ferne immer wieder neue Feinde. Doch ich gehe weiter. Meine Reise ist noch nicht zu Ende und egal wie weit der Weg noch ist: Ich gehe weiter! 

 

Ein bekanntes Sprichwort sagt; Wo Schatten ist, da ist auch Licht. Das trifft auch auf Dark Souls zu. Vereinzelt finde ich auf meiner beschwerlichen Reise Mitstreiter. Manche geben mir Rat und wieder andere ziehen sogar mit mir zusammen in die Schlacht. Auch sie haben ihre eigene Geschichte zu erzählen. Ob nun der eine verzweifelt seine Tochter sucht oder auch nur nach mehr Wissen trachtet. Ich werde Teil ihrer Geschichte. Manchmal auch bis zum traurigen Ende. Vergiss nie, auch Freunde können zu Feinden werden! 

 

 

 

 

Ich könnte jetzt noch weiter versuchen zu erklären, was es ist das Dark Souls zu meinem absoluten Lieblingsspiel macht.  

 

 

Jedoch muss ich weiter, es warten die vier Könige auf mich. 

 

(Bilder: FromSoftware)