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Lange ist es her, dass ich mich so intensiv auf ein Game gefreut habe wie "Injustice 2". Warum ich jede Menge Spaß mit dem Spiel hatte und warum ich trotzdem enttäuscht war, erfahrt in meinem Test.

 

 

Kampf der Titanen

 

Der mächtige Darkseid liegt am Boden und ist besiegt. Die Meisterdiebin Catwoman alias Selina Kyle stolziert in ihrer Lederkluft über den feuchten Sumpfboden. Der Kampf hat nicht lange angedauert und Selina hat so gut wie keinen einzigen Kratzer abbekommen. Ihr letzter verheerender Angriff, bei dem sie ihr Motorrad auf den am Boden liegenden Darkseid schmetterte, gab dem selbst ernannten Gott aus dem All den Rest. Dies war nicht ihr erster Sieg und sicher auch nicht ihr letzter. Wie so etwas möglich ist? Das ist die Welt von Injustice und hier ist was alles möglich.

 

Fünf Jahre ist es her, seit das Entwicklerstudio Netherrealm die Helden aus dem DC-Universum, aufeinander los ließ. In gewohnter Beat’m Up-Manier konnte man so in die Rolle von Batman und Co. schlüpfen und ordentlich Schläge austeilen. Das machte zu seiner Zeit gehörig Spaß und war zugleich auch herrlich übertrieben dargestellt.

 

Teil zwei macht da keine Ausnahme. Dass die Entwickler ihr Handwerk verstehen, war von vornherein klar. Schließlich handelt es sich hierbei auch um die Leute, die auch schon mit "Mortal Kombat" einen riesigen Hit im Spielesektor hinlegten.

 

 

 

 

 

Kommen wir mal zum ersten großen Pluspunkt des Spiels – Das Kampfsystem. Jedes gute Beat 'em Up muss sich daran messen. Bereits hier teilt sich schon oft die Streu vom Weizen und somit steht und fällt ein Titel mit dieser Frage. So ist das System hier sehr einsteigerfreundlich aufgebaut und bereits nach kurzer Zeit teilen wir Special Moves aus und blocken gegnerische Angriffe. Veteranen des Genres könnte dieses jedoch schnell abschrecken. Damit diese aber auch ihren Spaß haben, gibt es noch ein neues und sehr wichtiges Feature. Nach abgeschlossenen Matches bekommen wir von Zeit zu Zeit immer wieder Loot zum einsammeln. Besser gesagt, Rüstungsgegenstände mit denen wir unseren Charakter verbessern können und sogar optisch verändern. Gerade dieses Feature hatte es mir bereits von der ersten Minute sehr angetan. Immer wieder ging ich so ins entsprechende Menü für Werte und Eigenschaften. Ein absolutes Highlight und somit der zweite große Pluspunkt.

 

 

 

 

Willkommen im Multiversum

 

Einen weiteren Pluspunkt bekommt "Injustice 2" für den den "Multiversum-Modus". Dieser ist am besten mit dem Arcade-Modus aus "Street Fighter" vergleichbar. Hier erwarten euch täglich neue Herausforderungen, in denen ihr gegen eine feste Anzahl Gegner antreten und diese besiegen müsst. Dabei gibt es von Herausforderung zu Herausforderung unterschiedliche Änderungen. So kann es sein, dass ihr während eines Kampfes nicht springen könnt oder dass der Boden der Stage alle paar Sekunden unter Strom gesetzt wird. Diese sich immer wieder ändernden Umstände machen den Modus zum wohl abwechslungsreichsten und unterhaltsamsten. Dazu kommt noch, dass die Gegner ebenfalls optische Veränderungen erfahren. Das ist Spaß pur.

 

 

 

Doch auch hier muss das ganze mit Vorsicht betrachtet werden. So wie euer gewählter Charakter können auch die K.I.-Gegner im Level steigen und entsprechend bessere Rüstungsgegenstände bekommen. Wer also hier mit niedrigen Level antritt, ist selber schuld, wenn er nicht mal den ersten Gegner packt. Ich könnte jetzt weiter darüber reden, wie toll die einzelnen Charaktere des DC-Universums gestaltet sind und wie schön gelungen der Soundtrack ist.

 

Doch kommen wir nun lieber zu dem Punkt, der mir am meisten Kopfzerbrechen bereitet hat. Kommen wir zum Storymodus.

 

 

Letzte Runde

 

Die grundlegende Idee des ersten Teils ist zutiefst düster und grausam. Dafür aber auch genial erdacht und in seiner Art schon fast einzigartig. Im ersten Teil werden wir Zeuge, wie der Joker es schafft, Superman zu manipulieren und ihn dazu zu bringen, seine schwangere Frau Lois Lane umzubringen. Als wäre das nicht schlimm genug, vernichtet er Metropolis im gleichen Atemzug. Superman ist gebrochen und fortan nicht mehr derselbe Mann. Der letzte Sohn von Krypton zieht von da an in einen Krieg gegen das Verbrechen. Wer sich ihm dabei in den Weg stellt, ist für ihn genauso ein Feind. Superman übernimmt alles und keiner kann ihn stoppen – Nun ja, bis auf Batman natürlich.

 

 

 

 

In Teil 2 kehren wir zu den Geschehnissen zurück und  finden Superman sicher verwahrt in einer Zelle wieder. Ein neues Unheil ist aber schon dabei, sich neu zu formieren. In Gorilla City hat Grodd eine Gruppe an Superschurken um sich versammelt. Ihre Ziele sind lange unbekannt, zumindest bis zu dem Punkt, als ein riesiges Raumschiff auftaucht und eine neue und gefährliche Bedrohung das Spielfeld betritt. Brainiac ist da und er hat schreckliches vor.

 

Grundlegend finde ich die Geschichte von "Injustice 2" schon sehr unterhaltsam und stimmig inszeniert. Natürlich darf nicht vergessen werden, um welche Art von Spiel es sich hierbei handelt. Schließlich sollen sich unsere Helden immer wieder miteinander messen und tatsächlich schaffen sie es auch das gekonnt einzufädeln. In den rund sechs Stunden Spielzeit treten wir immer wieder mit vom Spiel festgelegten Figuren zum Kampf an. Nur an einigen Stellen können wir mal zwischen zwei Figuren wählen. Das hat nur wenig bis gar keinen Einfluss auf die Handlung. Schließen wir wiederum alle zwölf Kapitel mit eben allen Helden ab, so bekommen wir ein alternatives Ende präsentiert.

 

Mein persönlicher Favorit war dabei das Ende, in dem wir die Kontrolle von Superman übernehmen und zuletzt noch einmal gegen Batman antreten. Leider ist der Weg dahin durchaus zäh gestaltet. Mehr als einmal steht die Geschichte auf der Stelle oder kommt nur langsam voran. Genauso fehlt es hier an wirklichen Highlights oder spannenden Wendungen. Wie gesagt, es handelt sich hierbei um ein Beat 'em Up und kein Rollenspiel á la Final Fantasy. Trotzdem hätte ich hier gerne mehr gehabt.

 

 

 

 

Fazit

 

Im Grunde macht "Injustice 2" vieles richtig und vor allem jede Menge Spaß. Das einsteigerfreundliche Kampfsystem lädt zum Ausprobieren ein und mit dem Multiversum bekommt man einen extrem süchtig machenden Spielmodus. Nur der Story-Modus will nicht so richtig die Kurve kriegen. Ein toller Titel bleibt es trotzdem.