Das Jahr 2021 ist angebrochen und noch immer steht kein Termin für die Kino-Wiedereröffnung fest. Doch die Streaming Dienste schaffen Abhilfe mit vielen Serien...  eine davon sorgte  schon hitzige Diskussionen in unserem Nerdzig Team

 

 

 

Gerade Netflix legt bei mit internationalen Serien ordentlich zu. Die japanische Serie Alice in Borderland brachte schon hitzige Diskussionen in unserem Nerdzig Team, soll nun aber nochmal ausführlich besprochen werden.

 

Die Mischung aus Battle Royal und Alice im Wunderland ist weitaus mehr als nur ein kleiner Zeitvertreib im tristen Alltag der Pandemie!

 

 

 

 

Einmal falsch abgebogen...

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Arisu ist das absolute Gegenteil eines leistungsstarken japanischen Schülers, da seine Prioritäten bei den Videospielen liegen. Auch seine Freunde Karube und Chota kommen nicht so recht im Leben voran. Doch nichts und niemand kann ihnen ihre Freundschaft nehmen.

 

Bis vielleicht auf ein grausames Überlebensspiel, denn nach einem gemeinsamen Durchstreifen der Stadt finden sie sich auf einmal in einem menschenleeren Tokio wieder. Nach diesem mysteriösen Beginn werden sie zu einem Ort gelotst, wo sie auf weitere Menschen treffen und ein Entscheidungsspiel durchführen müssen.

 

Schnell bemerken sie, dass eine falsche Entscheidung den Tod bedeutet und dies nur der Anfang von vielen weiteren grausamen Spielen ist...

 

 

 

 

 

Vertraut, aber doch spannend

 

Die Einen fragen sich nun: "Das kenn ich doch irgendwoher? Ist das nicht ne Art SAW? Und Japaner müssen ums Überleben kämpfen... Könnte das nicht Battle Royal sein?"

 

Vollkommen richtig. Man bemerkt schnell woher die Mangaverfilmung ihre Ideen nimmt. Allerdings ist das keineswegs schlimm oder eine billige Kopie. Alice in Borderland schafft es die Hommagen richtig einzusetzen und nach anfänglichen Längen eine doch spannende Geschichte zu erzählen.

 

Die Spiele sind clever umgesetzt und erfüllen nicht nur den Zweck, die Überlebenden zu dezimieren. Es gibt eigentlich immer einen Kniff oder Hinweis, wie man das Spiel unbeschadet überstehen kann. Das weckt vor allem beim Zuschauer die Spannung mitzurätseln, wie die Figuren überleben können oder ob es überhaupt einen Ausweg gibt.

 

Und etwas blutig wird's auch.

 

 

 

 

 

Völlig übertrieben, aber das gehört dazu

 

Man sollte schon auf das theatralische japanische Schauspiel stehen, denn das kann unter Umständen anstrengend sein. Wenn die wahnsinnigen Figuren sehr übertrieben ihre Durchgeknalltheit darstellen oder Arisu erneut in einem depressiven tiefen Loch steckt, dann ist das typisch für die asiatische Filmlandschaft, aber ein Stück weit auch schwierig.

 

Ich persönlich mag diesen Stil eigentlich, aber selbst mir wurde es manchmal zu anstrengend, da es dann doch oft sehr klischeehaft ist. Nicht selten ertappt man sich dabei den Fernsehr anzuschreien, dass man dem Irren doch endlich aufs Maul geben soll, damit er die Klappe hält.

 

Wiederum ist das aber wohl auch die Intention der Serie. Die Irren sind hassenswert und die Hauptfiguren wachsen einen mit stärkerwerdenden Charakter ans Herz. Wer sich übrigens fragt, warum der Titel der Serie so heißt wie er heißt, der sollte mal genau auf die Figuren und ihre Namen achten.

 

 

 

 

 

Bekannte Kritikpunkte

 

Natürlich ist auch nicht alles Gold, was glänzt. Gerade die erste Folge ist stark, dann schwächelt die Geschichte aber mit der zweiten etwas bis es im Finale dann wieder spannend wird.

 

Diese Krankheit teilt Alice in Borderland mit vielen anderen Serien. Ein starker Aufbau, schwacher Mittelteil und spannendes Finale, um eine weitere Staffel haben zu wollen.

 

Die ist von Netflix auch schon bestätigt worden und Fans der Serie können sich auf mehr freuen. Doch der Mittelteil zeigt leider, dass es mehr braucht als ein paar brutale Überlebensspiele und Rückblenden der Charaktere.

 

Arisus Freunde haben mich teilweise nicht wirklich interessiert und Arisu selber verfällt nach einem guten Moment schnell wieder in ein Loch, wo er sich dann wieder aufraffen muss, um das nächste Spiel zu meistern. Das kannst du so zu Beginn machen, aber ab einem gewissen Punkt sollte er dann verstanden haben, was auf dem Spiel steht.

 

Allerdings kann dagegen gehalten werden, dass hier Menschenleben vor seinen Augen erlöschen und dass für einen Schüler nicht der normale Alltag ist. Trotzdem hätte ich mir manchmal ein schnelleres oder besseres Tempo gewünscht. Oft werden gewisse Stimmungen oder Momente zu lange gezogen.

  

 

Fazit

 

Alice in Borderland ist definitiv einen Blick wert und geht mit seinen Hommagen an andere Vertreter des Genres würdevoll um.

 

Die Figuren wachsen einem mit der Zeit ans Herz und man möchte, dass sie überleben. Die Spiele sind spannend inszeniert und vor allem abwechslungsreich.

 

So kommt wenig Langeweile auf und der Zuschauer freut sich auf die Auflösung des großen Mysteriums dahinter.

 

Der Mittelteil schwächelt leider etwas und bestimmte Momente werden gerne gestreckt, was anstrengend sein kann. Jedoch lohnt es sich dranzubleiben, gerade aufgrund des starken Finales. 

 

 

 

Bildnachweis: ©2020 Netflix