Ewig gefangen in einer Warte-Schublade mussten wir lange auf diesen Tiefsee-Horror verzichten. Nun gibt es Underwater - Es ist erwacht fürs Heimkino und ich verrate euch, ob sich das Warten und somit auch der Kauf lohnt.

 

 

 

„Du wist nicht sterben! Ok?“

 

Meilenweit entfernt von der Meeresoberfläche, tief unten im Marianengraben liegt die wohl hochmodernste Bohrstation der Welt. Als aus unbekannter Ursache plötzlich Teile davon zerstört werden, müssen die verbliebenen Crewmitglieder an Bord einen Fluchtweg finden.


Doch nicht nur der gewaltig hohe Wasserdruck von außen bedroht ihr Leben, sondern auch etwas anderes. Etwas Lebendiges.

 

Maschineningenieur Nora (Kirsten Stewart) ist Teil der Überlebenden und wandelt auf den Wegen einer anderen ikonischen Figur. Ihre Darstellung erinnert deutlich an Sigourney Weaver als Ellen Ripley aus Alien. Diese Auffassung lässt sich sogar auf den gesamten Film übertragen, denn er scheint sich gleich in mehreren Belangen an den Klassiker von 1979 zu orientieren.

 

 

„Ist es noch am Leben?“

 

Schon direkt der Einstieg weckt Erinnerungen an das brillante Werk von Ridley Scott. Langsame Kameraschwenks geben uns einen kurzen Einblick in die Station, deren abgenutzt wirkender und industrieller Look, gepaart mit der richtigen Musik, für eine ebenso bedrückende Atmosphäre sorgt.


Doch schon bereits wenige Sekunden später bricht Regisseur William Eubank mit dem Vergleich und startet direkt in die Katastrophe. Ein gewagter, aber gut funktionierender Einstieg.

 

Ab da läuft nämlich alles auf ein einziges Ziel hinaus – die Flucht. Um wieder an die Oberfläche zu gelangen, müssen die Figuren nun die Station verlassen. Dazu nutzen sie spezielle Druckanzüge und – Mann, ey – sehen mal großartig aus.


Hier, wie im gesamten Set, zeigt sich das grandiose Design des Films. Underwater hat hier wirklich alle seine Hausaufgaben gemacht.

 

 

„Hoffentlich ist das nicht so eine 20.000 Meilen unter dem Meer-Scheiße.“

 

Leider hat das ganze auch seine Schattenseiten und diese spielen sich hauptsächlich im kalten Nass ab. Nämlich immer dann, wenn die Figuren unter Wasser agieren. Dann taucht sich das gesamte Umfeld um sie herum in tiefes Schwarz und wir als Zuschauer können kaum bis gar nichts mehr erkennen.

 

Nach einiger Zeit ist das nur noch nervig und gerade im Finale des Film extrem störend. Hier liefert Regisseur Eubank nämlich einen echten Knaller ab, in dem er vollkommen unerwartet einen… ach das verrate ich nicht. Hihi.

 

Über wen ich übrigens weit weniger lachen musste, war die Figur von Witzbold T.J. Miller. Da diese nur zu einem einzigen Zweck geschrieben wurde und diesem zu keiner Zeit nachkommt. Da ist natürlich nicht verwunderlich, das gerade sein Ableben wenig bei mir ausgelöst. Doch selbst das kann ich dem Film gerne verzeihen.

 

Underwater ist insgesamt betrachtet ein grundsolider Tiefsee-Horrorfilm, der im Kern vieles richtig macht und nur wenige Macken aufzeigt. Gerade die detailverliebte Ausstattung und Optik sprechen Bände für sich. Nur zum wirklichen Klassiker reicht es dann aber doch nicht.

 

Spaß macht's trotzdem