Rick Remender überrascht immer wieder mit tollen Geschichten. Bei seinem Fantasy-Epos Seven to Eternity ist es nicht weniger so. Kann die mittlerweile dritte Ausgabe aber auch diesen Anspruch erfüllen?

 

 

„DENN DAS FLÜSTERN WIRD LAUTER UND LAUTER … WIE EIN STURM, DER DROHT DIE WELT HINWEGZUFEGEN.“

 

Adam Osidis hat alle Prinzipien seiner Familie verraten und sich das Angebot des Schlamm-Königs angehört. Doch dieser erkannte das wahre Bestreben von Adam, dessen schwere Krankheit mehr und mehr an seinem Leben zerrt.

 

Der Schlammkönig bietet ihm Heilung an und eine sichere Rückkehr zu seiner Familie. Doch Adam kennt die Bedingung, die das Flüstern mit sich bringt. Er würde zu Augen und Ohren des Königs werden, eine Untat, die schon einst sein Vater Zeb ablehnte, selbst als sein Sohn, Adams Bruder, im Sterben lag.

 

Dieser Schwur, das Angebot des Schlamm-Königs nie anzuhören, hat Adam nun gebrochen. Ein Verrat, der schwer auf ihm liegt. Nun flüchten er und der König zusammen durch das Land Zhal und der Tod lauert hier überall.

Sogar in den Wolken.

 

 

„ICH HABE DEINE FAMILIE GESCHÜTZET – DA WERDE ICH NICHT EINFACH ZUSEHEN, WIE DU MEINE ANGREIFST!“

 

Liest man so gerne Comics wie ich, dann gibt es vieles was man lieben kann. Die Figuren, die Bilder, die Geschichte oder – in diesem Fall – die Dialoge. Dass Remender eben diese gut beherrscht, hat er bereits viele Male bewiesen. Besonders seine Vorzeigereihe Deadly Class ist der beste Beweis dafür und gehört eigentlich auch in jedes Comic-Regal (LEST DAS, VERDAMMT!).

 

Es scheint wirklich Remenders Leidenschaft zu sein, jede erdenkliche Lebensweisheit oder Diskussionsbasis in kleinere, aber dennoch relevante Gespräche zwischen seinen Charakteren zu packen. Beinahe therapeutisch wirken diese immer wieder eingebauten Passagen, in denen Adam und sein zwielichtiger Begleiter die Worte tauschen.

 

Seven to Eternity wirkt sicher für einige wie die Standard-Fantasy-Ware, doch schon allein dieser obengenannte Punkt hebt den Titel auf eine ganz eigene Ebene. Daneben sind es aber auch die Schauwerte von Zeichner Jerome Opeña, die einen hier sprichwörtlich umhauen.

 

 

"DEINE HAND SCHREIBT DIE SELBE SEITE IMMER WIEDER NEU."

 

Im nun dritten Kapitel der Reihe lernen wir die Welt über den Wolken von Zhal kennen. Ein nicht weniger gefährlicher Ort. Besonders für den Schlammkönig, der hier einige familiäre Probleme zu bewältigen hat – und das ist wirklich noch nett ausgedrückt. Währenddessen nagt an Adam das schlechte Gewissen über seine Entscheidung.

 

Angesichts der scheinbar langsamen Erzähl- und Veröffentlichungsweise verwundert es doch, dass dies bereits der vorletzte Teil von Seven to Eternity sein soll. In den USA ist der Abschluss bereits in Sicht und auch wenn die Verkaufszahlen hierzulande eher schwach ausfallen, so kommen auch wir sicher in den Genuss des Finales.

 

Seven to Eternity ist somit ein Geheimtipp, der diesen Status eigentlich nicht verdient. Wer also nach einer gut geschriebenen Fantasy-Geschichte mit erstklassigen Dialogen und spannenden Figuren sucht, der wird vollends zufrieden sein.

 

Seven to Eternity ist eine Wucht.

 

 

 

 

Erschienen bei Cross Cult, 30,00€