Mir bot sich bereits vor einigen Wochen die Gelegenheit in die deutsche Ausgabe von Little Bird reinzuschauen und angesichts der enorm guten Stimmen aus Amerika waren die Erwartungen durchaus hoch. Ob der Comic diesen auch standhielt, verrate ich euch hier.

 

 

„IN DIESER NACHT KAM ER ZU MIR. ES WAR DER LÄNGSTE WINTER.“

 

Dieser beeindruckende Erstlingscomic von Autor und Filmemacher Darcy von Poelgeest spielt in einem fiktiven Amerika, dass von einem hart agierenden und übermächtigen Vatikan-Staat regiert wird. Jeglicher Widerstand wurde scheinbar brutal niedergeschlagen.

 

Jede Form der Wissenschaft zerschlagen und für nichtig erklärt. Amerika und auch der Rest der Welt werden von der Kirche beherrscht.


Doch wie so oft gibt es auch in dieser Geschichte Hoffnung. Nicht jeder hat vor der religiösen Übermacht kapituliert und im Mittelpunkt dieser Hoffnung steht Little Bird.

Ein junges Mädchen, dass sich seiner Rolle in dieser Geschichte erst bewusst werden muss. Doch Little Bird steckt voller Überraschungen und eine davon lernt sie schon sehr bald kennen.

 

 

„ALLES IST GUT, MEINE TOCHTER. PAPA HAT DICH.“

 

Dieser Comic sticht einem ins Auge. Mit seinen stark an Mœbius erinnernden Bildern entfaltet dieser von Ian Bertram gezeichnete Comic einen Sog, dem man sich als Leser kaum entziehen kann. Einmal aufgeschlagen, gibt es kein Zurück mehr. Bertram liefert gigantische Kulissen und eindrucksvolle Szenen. Da darf natürlich auch ein gewisser Gigantismus an vielen Stellen nicht fehlen (Stichwort: Kreuz).

 

Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, das Little Bird angesichts des Artworks einre der visuell eindrucksvollsten Titel dieses Jahres ist. Wirklich, dieser Band hat mich umgehauen. Diese Auffassung teilten wohl auch die Jurymitglieder des renommierten Eisner-Awards, als sie in diesem Jahr Little Bird als „Beste Mini-Serie" auszeichneten.

 

 

„ICH NEHME AN IHR SEID ZUFRIEDEN, EURE EXZELLENZ?“

 

Doch Bilder sind natürlich nicht alles. Auch Darcy von Poelgeests Arbeit als Geschichtenerzähler ist, wie schon eingangs erwähnt, sehr eindrucksvoll.

 

Die oft mystisch gehaltene Handlung zeichnet eine absolut unangenehme und zugleich faszinierende Realität, das schon beängstigend nah wirkt, angesichts der aktuellen Weltlage. Den Weg, den Little Bird in dieser grausamen Welt geht, spiegelt dass immer wieder neu – und nein, dies ist oft nichts für Zartbesaitete.

 

Trotz seines Status als Mini-Serie freut es mich, dass die Geschichte noch nicht ganz vorbei ist.

 

Wir bekommen noch eine weitere Erzählung aus diesem verrückten Kosmos. Darcy von Poelgeest und Ian Bertram haben unlängst ein Prequel zu Little Bird angekündigt. Hoffen wir mal, dass dieser Comic ähnlich gut ausfällt und ebenfalls seinen Weg zu uns findet.

 

Bis dahin lest ihr aber erstmal Little Bird!

 

Unbedingt!

 

 

 

 

Erschienen bei Cross Cult, 35,00€