Wenn sie nicht gerade in irgendwelchen Billig-Horrorstreifen als Monster herhalten müssen, dann retten Vogelscheuchen auch mal irgendwelche Königreiche. Nein, wir sind nicht in der magischen Welt von Oz, sondern im neuesten Manga-Projekt von Gin Zarbo und das stelle ich euch hier vor.

 

  

„DIE ELITE-EINHEIT SCARECROWS GAB ES WIRKLICH!“

 

Im Königreich Ostpol kennen die Menschen das Gefühl der Furcht und Angst sehr gut. Schließlich gibt es in ihrer Welt die sogenannten Crows, riesige monsterhafte Krähen, die jederzeit zuschlagen könnten. Wirklich Schutz gibt es da nur unter einem gigantischen Energieschild, der die Stadt umschließt. Was dieser Schild jedoch weniger zurückhalten kann, ist die Neugier von Prinzessin Engell Athanasia, die sich wohl zumeist in der alten Bibliothek aufhält und in der Schriften der vergangenen Tagen rumstöbert.

 

Dabei ist sie nun auf ein ganz besonderes Buch gestoßen, das mit einem seltsamen Siegel verziert ist und dessen Inhalt sie nicht entziffern kann. Dementsprechend begibt sie sich auf die Suche nach jemanden, der ihr dabei helfen könnte, hinter die Geheimnisse des Buches zukommen und gerät dabei in ein weit größeres Abenteuer, als ihr selber lieb ist. Dabei entdeckt sie auch bei sich selbst ungeahnte Dinge, die noch mehr Fragen aufwerfen.

 

 

„AUSSERHALB DES KRAFTFELDS HERRSCHT MASKENPFLICHT. KEIN WUNDER, DASS SIE MICH FÜR VERRÜCKT HALTEN.“

 

Reden wir erstmal über die positiven Dinge und da gibt es ein Highlight, das sofort genannt werden muss. Mit dem Design von Scarecrow hat Gin Zarbo nämlich voll ins Schwarze getroffen. Mit seiner Maske, dem Anzug und dem abgefetzten Zylinder sticht dessen Look ordentlich hervor und ich bin mir sicher, manche Cosplayer werden sich schon in dieses Aussehen verliebt haben.

 

Auch das Kennenlernen der beiden Figuren und das daraus entstehende Verhältnis ist unterhaltsam erzählt. Jedoch hören hier die Highlights auch schon auf und es gilt den größten Kritikpunkt von Das Geheimnis von Scarecrow anzusprechen. Nüchtern betrachtet ist dieser Titel nämlich klassische Standardware.

 

 

„DIESES SIEGEL HAB ICH SCHON MAL GESEHEN!“

 

Gehen wir doch mal die Formel durch. Wir haben ein Fantasy-Königreich, das von einer übernatürlichen Gefahr bedroht wird. Dazu kommt eine Prinzessin, die über ebenfalls mysteriöse Kräfte verfügt, deren Ursprung sie nicht zu kennen scheint und dann ist da natürlich die Heldenfigur Scarecrow. Dieser ist wiederum auf eine uralte Legende zurückzuführen und selbstverständlich geheimnisvoll beschrieben.

 

Seht ihr, was ich meine? Das Geheimnis von Scarecrow füllt eine ganze Checkliste an bekannten Elementen und es lässt sich gewiss schon erahnen bzw. mutmaßen, welche Dinge in den kommenden Bänden noch auftreten werden. Gin Zarbo liefert hier keinen Müll ab. Es sind schlicht die wenigen Highlights und die sehr abgenutzt wirkende Grundstruktur, die hier negativ auffallen.

 

Gleichzeitig ist dadurch aber auch Platz für Ideen und ich hoffe sie weiß diesen auch bald zu nutzen.

 

 

 

Erschienen bei Altraverse, 10,00€