In Spanien sterben plötzlich und ohne Vorwarnung 32 Menschen – ohne erkennbare Einwirkung von außerhalb. Ein Professor in Schweden könnte die Antwort enträtseln, doch ist überhaupt noch Zeit dafür?

 

 

Der Schweizer Comic-Künstler Zep (alias Philippe Chappuis), der für seine lustige Figur Titeuf weltweit berühmt ist, versucht sich hier an einem ernsteren Stoff. Im Mittelpunkt steht Theodor, der als Praktikant zum Forschungsteam von Professor Frawley stößt. In Schweden erforschen sie die geheime Kommunikation der Bäume. Frawley ist der Meinung, dass diese über den Ausstoß von Gasen und anderen Stoffen in der Luft miteinander kommunizieren, zudem seien sie durch ein kilometerlanges Wurzel-Netzwerk verbunden, durch das die Erde ihnen ihren Willen mitteilt. 

 

Darüber hinaus würde die DNA der Bäume den Kodex des Planeten enthalten – die gesamte Erdgeschichte. Menschen haben allerdings keinen Zugriff darauf, da die Bäume diese DNA-Stränge zerstören, wenn sich ihnen Menschen nähern.

 

 

Viele Ideen, wenig Geschichte

 

Dies ist nur ein Teil der "Forschungergebnisse", die dem Leser um die Ohren gehauen werden. Unser Surrogat ist dabei Theodor, ein ehemaliger Umweltaktivist, der auch vor Gewalt nicht zurückschreckt, um den Schutz der Natur durchzusetzen. Natürlich ist das alles moralisch gerechtfertigt. 

Hauptgegner ist schließlich eine böse Firma mit dem sehr un-ominösen Namen "Pharmacorp"...

 

Oder ist sie das wirklich? 

 

An dieser Stelle möchte man seufzen. Eine Zusammenfassung der Geschichte des Comics fällt nicht leicht, weil es nicht wirklich eine gibt. Die inhaltliche Zeichnung der Charaktere ist quasi gleich der künstlerischen. Recht simpel gehaltene Striche, jeder Erzählabschnitt in eine einzige Farbe getaucht – das spiegelt auch ziemlich genau die Einfachheit, besser gesagt: Einfältigkeit der Story wider.

 

Jede Figur ist nur Verkündungsorgan eines einzigen Gedankenspiels: Was wäre, wenn die Bäume Lebewesen mit Bewusstsein wären, die über die Erde wachen und die Macht haben, ganze Spezies auszulöschen? Und was wäre, wenn die böse, böse Menschheit nun endlich an der Reihe ist, weil sie die Natur ja auf so böse, böse Weise ausbeutet?

 

Nichts, was über die Charaktere enthüllt wird (und es ist nicht viel), hat irgendwelche Gründe oder Konsequenzen für das, was uns da aufgetischt wird. Spannung kommt nicht auf und nicht einmal wie die (vermeintlichen) Helden vorgehen, ist besonders glaubwürdig.

Hanebüchene Wissenschaft, holzschnittartige Figuren, gepaart mit dem Tiefgang im philosophischen Nichtschwimmerbecken. So etwas ähnliches hatten wir schon im Film The Happening von M. Night Shyamalan, mit ähnlich künstlerischem Wert.

 

 

Das Ende?

 

Hoffentlich bleibt es bei diesem neuesten Versuch von Zep, sich mit ernsthafter Science Fiction auseinanderzusetzen. The End ist das Papier nicht wert, für das wer weiß wieviele Bäume ihr Leben lassen mussten.

 

Das ist die eigentliche Ironie dieses Werks.

 

 

 

Erschienen bei Schreiber & Leser, 19,80 €