Schon seit langer Zeit wollte ich euch die Arbeit der Italienerin Mirka Andolfo vorstellen. Heute ist es soweit. Hier kommt mein erster Eindruck zu ihrem neusten Werk Mercy.

 

 

 

„Nein… So kann das nicht enden!“

 

Gut zehn Jahre ist es her, als es zu einer verhängnisvollen Katastrophe in einer Miene nahe der Stadt Woodsburgh kam. Dabei mussten viele der Bewohner des Ortes ihr Leben lassen. Was jedoch nach einem dramatischen Unfall klingt, ist in Wahrheit der letzte verzweifelte Versuch gewesen, etwas unsagbar Schreckliches zu stoppen.

 

Dieses Grauen schien besiegt, doch nun hat eine geheimnisvolle Dame die Stadt Woodsburgh betreten und mit ihr die alte Gefahr von einst.

 

Mirka Andolfo steht in meiner Liste der eindrucksvollsten Zeichner weit oben. Durch ihre Comic-Reihe CONTRA NATURA – Tierisch Menschlich wurde ich das erste Mal auf die aus Neapel stammende Künstlerin aufmerksam. Ihr unverkennbarer Zeichenstil begeisterte mich bereits ab der ersten Seite.

 

Da traf es sich natürlich gut, das Panini die in drei Bänden abgeschlossenen Geschichte im Album-Format veröffentlichte, wodurch ihre Bilder nochmal mehr zur Geltung kamen.

 

 

„Willst du nicht auch so unwiderstehlich sein?“

 

Doch nicht nur zeichnerisch weiß Andolfo zu begeistern. CONTRA NATURA – Tierisch Menschlich als nun auch Mercy entstammen ihrer Feder und bereits bei ersterem Titel hielt sie die Basis der Geschichte sehr simpel, entwickelte aber auch einige interessante Wendungen und Ideen, die sehr gut unterhielten, ohne dabei das Gesamtbild zu stören.

 

Bei Mercy verhält es sich nun ähnlich, zumindest, wenn man den Auftakt betrachtet. Dieser ist ebenfalls sehr überschaubar und lässt sich zu Beginn auch gerne Zeit. Zeit, die Andolfo vielleicht auch besser hätte nutzen sollen.

 

Während nämlich die Vorstellung der unheilbringenden Lady Nolwenn Hellaine sehr groß angelegt ist, bekommen die anderen Figuren nur wenig Zeit und Raum, sich zu etablieren. Das geht sogar so weit, dass man nach dem ersten beiden Kapiteln nicht so recht weiß, wer nun die eigentlichen Widersacher sind.

 

 

„Was haben wir getan, Trevor? Sie werden uns alle verschlingen!“

 

Also. Es mag jetzt erstmal nicht sonderlich rosig klingen, aber trotz der eben genannten Kritikpunkte, ist Mercy #1 dennoch guter und unterhaltsamer Comic zu sein.

 

Die Geschichte um eine Stadt mit dunkler Vergangenheit und einer mystischen Bedrohung für Leib und Leben wirkt nämlich weitaus weniger abgedroschen, als es der erste Moment glauben lässt.
Allerspätestens mit der letzten Seite beweist Andolfo noch ein weiteres Talent von ihr: das für gute Cliffhanger. Mehr sei somit nicht gesagt.

 

Meine Empfehlung habt ihr.#

 

 

 

Erschienen bei Panini Comics, 20,00 €