Muss ich eigentlich noch irgend jemandem erklären, warum Black Hammer eine wahnsinnig gut Comic-Reihe ist? Nein?

Gut.

Dann reden wir heute darüber, warum auch Band #4 so wahnsinnig gut ist. (VORSICHT: Es gibt Spoiler zum dritten Band)

 

 

 

„Ich sag's nur ungern, aber das ist nicht Gott.“

 

Kurzer Reminder: Black Hammer von Jeff Lemire schildert das Leben einer Gruppe Helden, die nach einem schweren Kampf auf einer seltsamen Farm erwachen und scheinbar nicht mehr Teil ihres Universums sind. Die Welt um sie herum kennt weder sie noch andere Helden oder Schurken.

 

Zudem sind sie auf die Farm und das naheliegende Kaff beschränkt. Ein Überschreiten der unsichtbaren Linie bedeutete den Tod, wie sie auf schmerzliche Weise erfahren mussten.

 

Im dritten Band der Hauptreihe erfuhren wir dann endlich die Wahrheit hinter der Farm und was sie dorthin brachte. Aufgedeckt wurde dies durch Lucy Weber, die Tochter des legendären Black Hammer, in dessen Fußstapfen sie auch schlussendlich schlüpfen durfte und so ein Mitglied der Helden wurde.

 

In Band #4 wollen sie nun alle gemeinsam zurückkehren. Dabei läuft aber etwas gewaltig schief und erneut scheint sich ihre komplette Welt verändert zu haben. Und nicht nur das, auch sie selbst haben sich verändert.

 

 

„OINK!“

 

Da ich mir einige Zeit zwischen Band #3 und #4 gelassen hatte, geriet für mich die Eingewöhnung etwas anstrengend. Gerade deshalb, weil Black Hammer: Age of Doom #2 mit einem kurzen Kapitel zu Colonel Weird beginnt.

 

Also zu jenem interdimensionalen Charakter, der ständig mit allerhand kryptischen Botschaften daherkommt und genauso geheimnisvoll wieder verschwindet. Dieser gelangte nämlich anders als seine Heldenkollegen nicht auf die Erde zurück, sondern wurde in ein völlig fremdes Universum verfrachtet.

 

Dort angelangt, lernt er eine neue Gruppe an Helden und Schurken kennen, die nach und nach auch sein Weltbild komplett auf den Kopf stellen.

 

Kaum vorstellbar, betrachtet man Colonel Weirds bereits ziemlich wirres Verständnis für Zeit und Raum (oder war es Raum, Raum und Zeit?). Bereits hier erhalten wir den ersten großen WTF!-Moment innerhalb dieses Comics und seid euch gewiss, es bleibt nicht bei dem einen.

 

 

„Kommen Sie. Wir sollten besser gehen. Hier ist es nicht mehr sicher.“

 

Dann ist es endlich soweit. Wir sind zurück auf der Erde und, wie schon erwähnt, hat sich in Spiral City vieles verändert. Einmal mehr lernen wir Lucy Weber kennen, die nun aber eine eher unglückliche Kellnerin ist anstatt eine engagierte Reporterin.

 

Ihr fehlt jegliches Wissen von vorher und nur ein seltsames Gefühl, das sie immer wieder überkommt, zeugt von den bisherigen Ereignissen. Den anderen Helden wie etwa Abraham oder Gail ergeht es ähnlich trist. Auch bei ihnen fehlen sämtliche Erinnerungen an die Vergangenheit.

 

 

„Mach auf und lass mich rein, du Dramaqueen.“

 

Es ist schon verrückt, wenn man sich einmal vor Augen führt mit welchen simplen Mitteln Jeff Lemire seine Geschichte erzählt. Ohne Angst entnimmt er sich Eigenschaften und Charakteristika von sämtlichen bekannten Helden aus DC, Marvel und wer weiß woher und kreiert sich so ein eigenes Universum, das sich dennoch frisch und unverbraucht anfühlt.

 

Dies ist auch sicher die größte Stärke von Black Hammer und ja, ich liebe Reihe auch dafür.

 

Selten hat mich eine Comic-Reihe so sehr gepackt wie Black Hammer und das selbst nach monatelanger Abstinenz. Lemires vollkommen zurecht gefeiertes Universum ist momentan das stärkste, was der Markt zu bieten hat. Lasst euch das nicht entgehen.

 

Danke Jeff.

 

 

 

erschienen im Splitter Verlag, 24,00 €