Preacher-Autor Garth Ennis hat einen neuen Horror kreiert. Mit A Walk Through Hell will er nicht nur seine Figuren brechen, sondern auch seine Leser. Wir haben uns den Versuch angeschaut.

 

 

 

„Wie können wir noch etwas tun, das Sinn ergibt…“

 

Schriftsteller, Philosophen und sonstige Denker versuchten sich immer wieder daran, eine passende und zugleich einprägsame Beschreibung für die Hölle zu finden. Für jenen Ort, der unsere Herzen und Köpfe mit Angst erfüllen sollte und als das schlimmstmögliche Schicksal gilt (sofern man daran glaubt).

 

Doch so sehr wir auch die Hölle zu fürchten haben, so sehr geht doch eine gewisse Faszination davon aus. Ob nun schon seit dem Mittelalter mit Dante Alighieris Göttlicher Komödie oder auch mit jüngeren Popkultur-Werken wie Hellraiser oder gar Hellboy. Die Hölle besitzt eine Schar an Fans und zu all diesen Schriftstellern, Philosophen und sonstigen Denkern gesellt sich nun auch Comic-Autor Garth Ennis.

 

 

„Spann mich nicht so auf die Folter, Shaw!“

 

Der in Nordirland geborene Autor bescherte uns schon so man düsteren und unvergesslichen Titel wie etwa Preacher, The Boys oder Crossed. Auch für Marvel schrieb Ennis und dass obwohl er Superhelden-Geschichten bekanntermaßen wenig Begeisterung entgegenbringen kann.

 

Wohl gerade deshalb setzte er sich als Autor mit der Figur des Punishers auseinander. Die daraus resultierende Reihe gilt unter Lesern als Heiliger Gral und wird absolut gefeiert. Mit A Walk Through Hell bekommen wir nun eines seiner neuesten Werke in die Hand gedrückt.

 

 

„Wissen Sie was? Wir machen das alleine!“

 

Die Geschichte von A Walk Through Hell #1 handelt von zwei FBI-Agenten, die sich mit dem Verschwinden zweier ihrer Kollegen beschäftigen. Diese hatten im Zuge von aktuellen Ermittlungen eine scheinbar normale Lagerhalle betreten und seitdem nicht wieder verlassen.

 

Sämtlicher Kontakt ist abgebrochen und die Agenten Shaw und McGregor sollen nun klären, was passierte. Ohne Vorwarnung geraten die beiden in einen wahrhaftigen Alptraum, der ihre Vorstellungskraft auf den Kopf stellt. Gleichzeitig springt die Handlung auch in die nicht all zu weitreichende Vergangenheit und schildert einen der letzten Fälle von Shaw und McGregor und dessen verheerende Folgen.

 

 

„Wir müssen los und zwar alle. Okay?“

 

A Walk Through Hell #1 ist eine düstere und zugleich komplex erzählte Charakterstudie, in der sich Ennis offenbar sehr wohl fühlt. Nervige oder gar oberflächliche Figuren sucht man hier vergebens. Ennis hüllt einen dichten und beinahe undurchsichtigen Schleier um seine Hauptfiguren und gewinnt damit fast auf der gesamten Linie.

 

Leider übertreibt es Ennis nämlich sehr oft mit dem erzählerischen Aufbau und dem Verlauf. Die oft einsetzenden Sprünge innerhalb der Handlung kommen da schon mal dermaßen abrupt, dass man als Leser denkt, man hätte eine Seite überschlagen. Eventuell wäre es auch zu empfehlen, den Band zweimal zu lesen (wie der Autor dieses Textes). Wir sind gespannt, wie der zweite Teil die Geschichte abschließen wird und ob es Ennis gelingt, ein zufriedenstellendes Ende zu schaffen.

 

 

 

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Empfohlener Kauflinks:

 

http://www.comiccombo.de/Deutsche-Comics/Album-A-C/Album-A-Walk-Through-Hell-1-Das-verlassene-Lagerhaus::86699.html

 

 

Bilder: Cross Cult