Nach außen hin ein unschuldig wirkendes Callgirl – in Wirklichkeit die Nummer 1 einer geheimen Auftragskiller-Organisation. Die junge Kei steckt wahrlich voller Überraschungen. Welche das sind und was die Reihe so besonders macht, verraten wir euch hier.

 

 

 

„Warst du schon immer so abgebrüht oder hast du dich geistig abgehärtet?“

 

In Zeiten, in denen so ziemlich alles online erwerbbar ist, wundert es doch eigentlich keinen, dass auch professionelle Auftragsmörder mit dazugehören und nur wenige Klicks entfernt sind. Natürlich ist dieser Service nicht einfach und offensichtlich im Internet dargestellt, sondern verbirgt sich im Fall von Violence Action hinter einer Seite für Call Girls. Nur recht wenige Menschen wissen um die Wahrheit hinter den vermeintlich lockeren Angeboten. Dabei beschränkt man sich nicht nur rein auf Mordaufträge, sondern auch auf andere Dienstleistungen wie etwa Personenschutz.


Die auf den ersten Blick vermeintlich schüchterne und hilfsbedürftige Kei steht im Mittelpunkt der Handlung, die im ersten Band fünf Kapitel umfasst, wobei jede Geschichte in sich geschlossen ist und erst später einen deutlichen roten Faden einführt. Dazu werden allmählich Nebenfiguren wie etwa Keis Chefin und ein heimlicher Verehrer etabliert. Dreh- und Angelpunkt bleibt ab nach wie vor Kei während ihrer Aufträge.

 

 

„Tantchen, kannst du das runde Ding aus meiner Tasche holen?“

 

Da wäre etwa der Arzt, der nach dem Tod seiner Familie Rache schwört und gleich mehreren brutalen Mitgliedern einer Gangster-Familie ein Ende setzen will. Für Kei stellt das jedoch kaum eine Herausforderung dar. Genauso wenig stellt es für sie ein Problem dar, dass eben jener Arzt jahrzehntelang für die Gangster gearbeitet hat und deren Opfer quälte und verstümmelte. Für Kei ist dies schlichtweg eine Nebensächlichkeit. Sie möchte nur schnell den Auftrag erledigen und für ihre Buchhaltungs-Prüfung lernen.


Ja, richtig gelesen. Kei ist neben rasanten Schusswechseln und wilden Verfolgungsjagden auch mit dem Lernen und Drücken der Schulbank beschäftigt, schließlich will sie irgendwann einer normalen Arbeit nachgehen. Bis dahin wird aber fleißig nachgeladen und entsichert. Für Kei gibt es nämlich keine Aufgabe, der sie scheinbar nicht gewachsen ist. Selbst dann nicht als gleich mehrere bewaffnete Männer nach ihrem Leben trachten. Innerhalb weniger Sekunden ist auch das Problem bewältigt.

 

 

„Regeln zu haben, ist zwar gut, aber diese anderen aufzuzwingen, weniger.“

 

Violence Action hat aber auch einige sichtliche Schwächen. So wissen wir bisher recht wenig über Kei selbst und auch ihre Mitschüler und sonstige Figuren, die ihr nahe stehen, helfen nicht dabei, Licht ins Dunkel zubringen. Auch so mancher Gag funktioniert zwar gut, ist gleichzeitig aber oft vorhersehbar und im Gesamtbild der einzelnen Kapitel noch zu subtil platziert.

 

Gerade zu Beginn ist nicht offensichtlich in welche Richtung der Manga sich entwickeln will. Dies ändert sich im Verlauf aber glücklicherweise sichtbar. Prinzipiell schafft es der Manga trotz dieser Schwächen einen bei der Stange zu halten und immer wieder zum weiterlesen zu motivieren.


Zeichnerisch ist Violence Action sauber und detailliert gemacht. Renji Asai punktet mit schönen und klaren Artworks, besonders in den schnellen Kämpfen oder auch nur bei der Darstellung der Waffen. Insgesamt betrachtet ist Violence Action ein kleines Stück cooler Manga-Kunst. Hier spricht fast nichts gegen eine Empfehlung. Wer zu Beginn jedoch eine große epische Rahmenhandlung oder vielschichtige Charaktere erwartet, wird hier sicher enttäuscht. Ein Blick lohnt sich trotzdem und mit aktuell gerade mal vier Bänden fällt die Reihe auch nicht all zulange aus. Wir bleiben dran.

 

 

 

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Bildquelle: Tokyopop