Viele Menschen glauben, sie haben es schwer im Leben. Marcus gehört nicht dazu. Er weiß, dass er es schwer im Leben hatte. Ein Zustand, der ihn hart gemacht hat. Doch mit Härte löst man keine Probleme.

 

 

 

„Das ist keine Generalprobe, Marcus. Du bekommst nur die eine Chance.“

 

Wie tötet man einen Menschen, ohne dass er all zu große Schmerzen erleidet? Wie vergiftet man jemanden am besten, um eine deutliche Botschaft an die Hinterbliebenen zu hinterlassen? Und wann hat eigentlich jemand wirklich den Tod verdient?

 

Bis vor einer Woche hatte sich Marcus keine dieser Fragen gestellt, nun aber sind diese und ähnliche Dinge, ein Teil seines Unterrichtsplan. Der Jugendliche befindet sich nämlich an einer geheimen Akademie, die die tödlichen Künste der Assassinen lehrt.


Bevor Marcus nun aber dieses Privileg ereilt, ist er bereits dem Tod näher als gewollt. Auf der Straße lebend, wuchs der Waisenjunge in einem grausamen Heim auf, nur um danach wieder auf die Straße zurückzukehren. Ein harter Weg, der ihn eines Abends zu einer Brücke führt, wo er auf dem Geländer stehend in den tiefen Abgrund blickt. Einst waren seine Eltern unter genau so einer Brücke gestorben. Erschlagen durch den herabfallenden Körper einer Frau, die dort stand, wo nun auch Marcus steht.

 

 

„Es wäre weise, den Durst nach Rache eines Mannes zu respektieren.“

 

Mit Werken wie Black Science oder Seven to Eternity standen Autor Rick Remender schon öfters bei uns im Fokus und auch diese mehrteilige Reihe, die glücklicherweise bei Cross Cult neu aufgelegt wurde, hat es klar verdient, näher beleuchtet zu werden. Angefangen bei der linear angelegten Story, deren Auftakt bereits klar deutlich macht, wie rau und unerbittlich sie sein will. Die anfängliche Coming of Age-Erzählung will wahrlich nicht lustig oder warmherzig sein, keine dieser Geschichten die leicht verdaulich sind. Nein, Deadly Class ist gewiss keiner dieser Comics.


Bereits das erste Auftreten von Marcus im Schulanwesen zeigt uns, mit welchem Klientel an Mitschülern er es hier künftig zu tun bekommt. Überwiegend feindselig und abwertend, beginnt für ihn der erste Tag seines neuen Lebens. Doch wie in so vielen Geschichten wird auch er langsam, aber sicher von seiner Vergangenheit und seinem alten Leben eingeholt.

 

 

„Moral ist nur Futter für die Seele. Außerhalb unserer Gedanken hat sie keine Bedeutung.“

 

Deadly Class hatte in Deutschland ein schweren Start bei seinem ersten Erscheinen. Gerade einmal zwei Paperbacks schafften es hierzulande in den Handel, danach stellte Panini die Veröffentlichung aufgrund schlechter Absätze hierzulande ein. Ein wahres Trauerspiel für eine Serie, die eigentlich so vieles richtig macht. Die Hauptfiguren sind vielschichtig und unterschiedlich geschrieben. Die Handlung nimmt bereits in den ersten Kapiteln ordentlich Fahrt auf und auch zeichnerisch läuft es dank Wes Craig sehr atmosphärisch und stylisch.


Was nun aber Deadly Class wirklich so besonders macht, ist wohl am ehesten das Empfinden, was er beim Lesen der Seiten suggeriert. Wie seine Hauptfigur Marcus, fühlt sich auch der Comic selbst irgendwie rebellisch an. Irgendwie schmutzig und aufmüpfig. Es ist nicht die immer selbe Abarbeitung von Phrasen, die jeder Comicleser von uns schon kennt.

 

Wie schon gesagt, Deadly Class ist nicht solch ein Comic. Er ist ein Rebell, ein Kämpfer. Rick Remender hat diesen Rebell erschaffen und somit gilt vor allem ihm der Dank. Hoffen wir mal, dass es nun auch mit dem Erfolg klappt.

 

 

 

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Bildquelle: Cross Cult