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Pic Kritik Irokesen

Als Comic-Blogger wird man manchmal mit echten Luxusproblem konfrontiert. Welche das sind und warum "Irokesen" genau so ein Problem war? Erzähl ich euch jetzt in meiner Mii Mii Mii-Review.

 

 

Am Anfang…

 

Willkommen zu "Heulen auf hohem Niveau", heute in Blogform und gleich vorweg: Es wird anstrengend. Wo fangen wir an? Am ehesten wohl, wenn ich mich mal wieder durch das Programm diverser Comic-Herausgeber wage. Ich durchforste Seite für Seite, welche kommenden Titel interessant sein könnten und welche ich davon vorbestellen möchte. Dabei unterteile ich die Liste im Kopf in drei Kategorien.

 

  •          Auf jeden Fall
  •          Kann man machen
  •          Nope

 

Ich denke mal, diese Aufteilung erklärt sich von selbst. Zum Verständnis: Nur weil ein Titel unter "Nope" fällt, heißt das nicht dass er schlecht ist. In den meisten Fällen sind das Fortsetzungen von schon lange laufenden Reihen. Aber auch Comics, die thematisch einfach nicht in unser Schema passen (z.B. Lustiges Taschenbuch), fallen durch. Kommen wir daher zu der viel interessanteren Kategorie. Comics unter "Kann man machen" bieten immer eine 50/50-Chance. Sie können mich begeistern oder enttäuschen. Genau hier liegt der Reiz dieser Titel und deshalb bestelle ich sie mir immer und immer wieder. Comics aus dieser Kategorie laufen bei mir aber auch Gefahr, zwischen allen kontroversen Highlights und Flops unterzugehen und auf einem staubigen Stapel im Dämmerlicht zu landen.

 

 

Eine Schande

 

Diese dritte Kategorie schmückt mit ihrem Namen die Überschrift zu diesem Artikel. Mit "Das lese ich später" sind Comics gemeint, die zwischen Begeistern und Enttäuschen liegen. Titel, die zwar gewissermaßen mein Interesse wecken, aber dann sehr schnell auf dem ”Stapel der Schande“, landen. Sie lösen oft die Frage aus: Warum hab ich mir das bestellt? Sich dann dazu zu überwinden und doch mal einen Blick hineinzuwerfen, kostet immer eine gewisse Überwindung. Manchmal artet Comic-bloggen doch in Arbeit aus. Patrick Prugnes "Irokesen" war mal wieder so ein Fall. In der um das Jahr 1600 angesiedelten Geschichte geht es um die Besiedlung Kanadas durch die Franzosen. Es ist ein Abenteuer, eine gefährliche Reise in die neue Welt. Doch was macht man nicht alles für Vaterland und Krone? Dass "Irokesen", ein durchaus anspruchsvoller Stoff werden könnte, war mir von Anfang an klar. Das eigentliche Problem ist jedoch ein anderes.

 

 

Tief einatmen – und wieder ausatmen

 

Patrick Prugne lässt sich Zeit. Verdammt viel Zeit. Klar, kommt es in "Irokesen" einmal zum Kampf, so wird der unterhaltsam und hübsch anzuschauen dargestellt. Doch der Weg dorthin ist lang und Prugnes Zeichenstil ist vor allem mit einem Wort zu beschreiben – Ruhig. Figuren werden vorgestellt. Schauplätze erläutert. Motivationen und Ziele behutsam erklärt. Das Tempo von "Irokesen" ist relativ langatmig und stellt die Geduld des Lesers auf die Probe. Zumindest dann, wenn man eigentlich anderes gewöhnt ist aus der knalligen Action-Welt von Marvel & Co. Das machte es für mich so schwer, hier Durchhaltevermögen zu zeigen. Selbst diese Kritik zu verfassen, war irgendwie eher eine Fleißarbeit als Schreibvergnügen. Versteht es bitte nicht falsch! Ich finde nicht, dass Patrick Prugnes Arbeit schlecht ist. Auf gar keinen Fall. Ich mochte sie stellenweise sehr und vor allem seine Bilder haben mich das eine oder andere mal länger auf einer Seite verweilen lassen. Allein störend war nur das Tempo des Comics, und das merkt man bereits nach wenigen Seiten.

 

Ich tat mich also wirklich schwer mit einem Titel, den ich selbst ausgesucht hat. Einen Titel den ich von selbst lesen und vorstellen wollte und pflichtbewusst auch musste. Das nenne ich ein wahres Problem!

 

Das ist es doch oder?

 

Nicht?

 

Oh…ok.

 

 

empfohlener Kauflink:

http://www.comiccombo.de/Deutsche-Comics/Album-G-I/Album-Irokesen::79791.html

 

Bildquelle:

 Splitter Verlag