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Es ist ein immer wiederkehrendes Gefühl: "Das kenn ich doch irgendwoher..." – ob es nun ein ganzer Handlungsbogen ist oder nur einzelne erzählerische Elemente. Immer wieder stolpert man im Filmen, Games oder eben auch Comics auf diese Erkenntnis.

 

Was gerne auch mal als "dreister Ideenklau" deklariert wird, kann sich in Wirklichkeit als wahrer Glückssegen entpuppen. Zumindest dann, wenn man es richtig angeht und umsetzt. Mit Band 1 von "NILS" versuchen Autor Jérôme Hamon und Zeichner Antoine Carrion genau das und nehmen dafür bekannte Elemente aus anderen Werken und Erzählungen. Sie versuchen etwas eigenes und neues zu erschaffen.

 

Gelingt ihnen dieses Vorhaben und wo können die größten Probleme dabei auftreten?

 

 

Ausgangspunkt der Geschichte ist das weite und ausgedörrte Land, auf dem der junge Nils und dessen Stamm leben. Da nun mal kein Samen mehr auf diesem Land fruchten will, sieht sich der Stamm gezwungen weiterzuziehen und neues Land zu finden. In einem letzten entschlossenen Versuch wollen nun aber Nils und sein Vater eine andere Lösung suchen. Sie wollen den Grund finden, warum das Land unfruchtbar geworden ist und wie sie das schnellstens wieder ändern können. Ein schwieriges Unterfangen.

 

Als sie jedoch ein unbekanntes Waldstück erreichen, machen sie eine ungeahnte Entdeckung. Sie stoßen auf mysteriöse kleine Lichtgestalten, auch "Elementargeister" genannt. Diese gelten eigentlich als Ammenmärchen und Kinderfantasie. Diese nun aber in Wirklichkeit zu sehen, überrascht natürlich Nils und seinen Vater. Noch bevor sie wirklich anfangen können, das genauer zu erforschen, gibt es bereits Probleme. Und diese sind erst der Anfang.

 

Nun, Jérôme Hamons "NILS" wirkt auf den ersten Blick schon interessant und auch die von Antoine Carrion gezeichneten Bilder verstärken zum größten Teil diesen Effekt. Trotzdem bleibt da dieses oben genannte Gefühl zurück. Gerade die Elementargeister könnten direkt aus einem Film des berühmten Studio Ghibli stammen. Das gilt aber nicht nur für die Figuren, sondern auch generell für die gesamte Geschichte.

 

So setzt sich Hamon größtenteils mit einem einzigen übergreifenden Thema auseinander: Der Konflikt Mensch gegen Natur. Wie groß ist unser Einfluss auf die Umwelt? Welche Schäden richten wir mit unserem Handeln an und welche Konsequenzen erwarten uns? Letztendlich sind dies alles interessante Ansätze, wenn auch eben nicht wirklich neu. Dazu kommt auch noch, dass die Welt von Nils und seinem Stamm eher altertümlich wirkt, jedoch eher in einer nachapokalyptischen angesiedelt ist. Was man spätestens dann merkt, wenn die Figuren plötzlich vor einem riesigen Roboter stehen.

 

Gelingt nun Hamon und Carrion das Kunststück trotz aller möglichen entliehenen Elemente was eigenes und neues zuschaffen? Die Antwort ist ja. Tatsächlich schafft es "Elementargeister" in gewisser Weise zu überzeugen. Die von ihnen verwendeten Elemente harmonieren sehr gut miteinander. Trotzdem bleibt aber ein klein wenig Ernüchterung bestehen. Das liegt daran, dass Nils als Hauptfigur erst gegen Ende dieses ersten Bandes wirklich relevant wird und erst dann seinen Anteil zur Geschichte beiträgt. Das ist leider sehr schade, tut der Erzählung aber keinen Abbruch.

 

 

Fazit

 

Ein klein bisschen mehr Eigenständigkeit wäre bei "NILS" Band 1 zwar schon wünschenswert gewesen. Dennoch, unterm Strich hat man hier trotzdem einen soliden ersten Teil geschaffen und das ist die Hauptsache.

 

 

empfohlener Kauflink:

http://www.comiccombo.de/Deutsche-Comics/Album-M-O/Album-Nils-1-Elementargeister::78902.html