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Wusstet ihr, dass He-Man eigentlich von Barbaren abstamme? Dass die begehrteste Star Wars-Action-Figur niemals im Handel war? Was Ronald Reagan mit G.I. Joe zu tun hatte? Und warum das Barbie-Management überall gefürchtet war?

 

"The Toys That Made Us" (dt. "Spielzeug - Das war unsere Kindheit") entführt die Zuschauer zurück in ihre Kindertage und zeigt, wie die erfolgreichsten Spielzeug-Franchises der Welt entstanden und was sich für teils verrückte Geschichten hinter den Kulissen abspielten.

 

  

 

 

 

Nostalgie unromantisch enthüllt – aber lustig!

 

"The Toys That Made Us" ist eine achtteilige Doku-Serie auf Netflix, deren erste vier Folgen seit Dezember verfügbar sind. Jede 45-minütige Episode widmet sich einem anderen Spielzeug-Franchise. "Star Wars", "Barbie", "He-Man & Masters of the Universe" und "G.I. Joe" machen den Anfang. Später folgen noch "Lego", "Transformers", "Hello, Kitty" und "Star Trek".  

 

Gleich von Anfang wird klar, dass dies hier keine kalte Business-Analyse oder ein verklärter Fan-Rückblick ist. Vielmehr finden die Produzenten einen guten Mittelweg. Sie interviewen nicht nur die Kreativen und Manager hinter den Produkten, die vom Entstehungsprozess und den Erfolgen erzählen, sie lassen auch Sammler, Fans oder auch Wissenschaftler zu Wort kommen, die das ganze von der Kunden- oder Kritikerseite beleuchten. 

 

Das ganze wird zudem mit sehr viel Archiv-Material untermalt, besonders mit vielen alten Werbespots, die bei nicht wenigen Zuschauern wohlige Erinnerungen auslösen werden. Abgerundet wird alles durch einen Off-Kommentar, der mit Elan und vor allem ironischer Distanz das Geschehen einordnet.

 

 

 

 

Ein hartes Business, in dem jeder gern arbeiten würde

 

Die Macher der Serie schaffen es, eine Industrie zu porträtieren, die natürlich von knallharten Marketing-Entscheidungen lebt, die aber auch von kreativen und sympathischen Personen vorangetrieben wird. Die Spielzeugmacher, die man hier sieht, sind Künstler, die für ihre Werke leben. Teilweise recht verschrobene Leute, die es aber anscheinend braucht, um sich Figuren wie Skeletor oder Cobra Commander auszudenken. Man wird hinterher das Gefühl nicht los, dass man so etwas auch gerne machen würde, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

 

Die geschäftlichen Hintergründe (gerade die negativen) werden aber keinesfalls ausgespart, im Gegenteil. Es wird bspw. gezeigt, wie die Erfinderin von Barbie wegen Betrugs drankam, dass Personen die Anerkennung für ihre Leistung verweigert wurde oder wie knallhart das Spielzeug-Business sein. Die nett wirkenden Barbie-Managerinnen ließen auch mal die Konkurrenz ausspionieren, um dann in Rekordzeit eine Barbie mit gleichen Features auf den Markt zu schmeißen.

 

Dazu räumen die Macher mit einigen Mythen auf, etwa dass George Lucas das meiste Geld mit Spielzeug verdient hat. Das Gegenteil war der Fall, Lucasfilm musste einen richtig schlechten Deal eingehen, um überhaupt eine Firma zu finden, die Star Wars-Spielzeug herstellt.

 

Dazu gibt es auch kritische Kommentare zur Wirkung des Spielzeugs auf Kinder, gerade bei Barbie, die man nun nicht als feministische Ikone bezeichnen kann. Gleichzeitig dürfen sich die Hersteller auch verteidigen, so dass sich ein interessantes Gesamtbild ergibt.

 

 

 

 

Natürlich kommen auch die Fans zu Wort. Spielzeug-Designer, die als Kinder mit den Sachen gespielt haben und nun selber in dem Business arbeiten oder – und das ist natürlich am interessantesten – die Sammler, die selbst Erwachsene mit ihrer Kollektion noch neidisch machen.  

 

Bei ihnen sieht man aber auch, wie sehr mittlerweile Spielzeug ein wichtiger Teil der modernen Kultur und der Wirtschaft geworden ist. Viel mehr, als man oft zugeben würde. Die Sammler liefern zudem wichtige Einblicke in die Geschäftswelt rund um den Globus und man darf einige Schätze wie den Boba Fett mit Raketenwerfer bewundern, von dem nur eine Handvoll Vorproduktionsmodelle existieren.

 

 

 

 

Fazit

 

Diese Dokuserie schafft es, einen erwachsenen Blick auf Kindheitserinnerungen zu werfen, interessante Informationen und Erkenntnisse zu liefern und dabei keineswegs den Zuschauer von oben herab zu behandeln. Viele verschiedene Aspekte, etwa die Herstellung von Spielzeug oder die verrückten Geschichten hinter der Entwicklung, bei denen oft Zufall und spontane Eingebung millionenschwere Folgen hatten, machen die Serie nicht nur die Fans der jeweiligen Spielzeuge interessant.

 

Ein unterhaltsamer Trip auf der Nostalgiewelle, der einen die Arbeit der Spielzeugmacher wertschätzen lässt. Absolute Empfehlung.  

 

Bildnachweis: Courtesy of Netflixy