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Endlich sind sie vereint! Seit "Daredevil" über Netflix flimmerte und man die weiteren Pläne veröffentlichte, wollte man diese Serie sehen. Nach "Jessica Jones", "Luke Cage" und "Iron Fist" war man heiß, die vier zusammen in Aktion zu sehen. Bei einigen zeigten sich aber schon die erste Ernüchterung, nachdem "Luke Cage" gerade in der zweiten Hälfte nicht mehr so überzeugte und viele von "Iron Fist" eher enttäuscht waren. Jetzt aber sollen mit "The Defenders" die "Serien-Avengers" zusammen finden und es ordentlich knallen lassen. Hat das auch geklappt?

 

 

 

 

 

"Jessica Jones? Stop talking! ... Who the hell are you?... My name is Matthew Murdock!"

 

Danny Rand verfolgt noch immer die Geheimorganisation Die Hand. Die Suche bringt ihn nach New York, wo er auf den gerade aus dem Gefängis entlassenen Luke Cage trifft. Luke versucht weiterhin, den Leuten in seinem Viertel zu helfen und bekommt es so auch recht schnell mit der Hand zu tun. Währenddessen untersucht Jessica Jones das Verschwinden eines Architekts und wird dabei von einer Killerin der Hand" namens Black Sky angegriffen. Als sie daraufhin von der Polizei festgenommen wird, taucht ihr Strafverteidiger Matt Murdock auf. Schon bald bemerken alle vier, dass sie denselben Feind haben und die kleinen kriminellen Machenschaften viel mehr sind, als zunächst gedacht. Die Hand sucht etwas und will sich von niemanden aufhalten lassen.

 

 

"Right now, I just wanna help people!"

 

Doch Kinder, die Serie hat echt Spaß gemacht! Gerade weil man sich auf die gesamten Stärken der einzelnen Netflix-Serien besonnen und einige Kritikpunkte verbessert hat. So ist die Choreografie von Iron Fist endlich gut. Nicht perfektes Kung Fu, aber doch auf dem Niveau, auf dem ich es abkaufe.

 

Im allgemeinen freut es mich, dass man jedem Charakter auch seinen Stil ließ. Das Düstere von Daredevil, Black-Culture/Soul von Luke Cage, der dreckige Detektiv-Unterton von Jessica Jones und das Mystische aus Iron Fist. So bekommt auch jeder genug Zeit zugeteilt. Genauer gesagt, bekommt Daredevil die meiste Aufmerksamkeit der vier Charaktere, aber er hatte damals diesen Serien-Lauf begonnen, also geht das schon in Ordnung. Hinzu kommt, dass die Chemie der vier Charaktere wirklich gut ist. Jeder darf so sein wie er ist und verstellt sich nicht durch dieses Team Up.

 

Natürlich gibt es hier auch einige Klischees. Am Anfang versteht man sich nicht und schlägt sich lieber erstmal, anstatt zu reden. Das wird aber auch oft sehr witzig aufs Korn genommen. So wird nach dem ersten Schlagabtauch von Danny und Luke Claire ins Spiel gebracht, die hier, wie schon in den anderen Serien, als Vermittlerin dient.

 

Wenn ich es vergleichen müsste, dann mit dem großen Bruder "The Avengers". Auch hier hat man sehr schön ein kommendes Team Up aufgebaut. Jeder Held bekam mehr oder minder seinen Film oder seine Filmrolle und dann das große Ganze. Das funktioniert hier ebenfalls. Genauso gibt es diesen Moment in Folge 4, wo sie gemäß dem Motto "Rächer sammeln!" zusammenstehen und sich bereithalten dem Feind gegenüber zutreten. Das gab mir Gänsehaut.

 

Generell geht es wirklich schön los. Während Folge 1 und 2 alles gut aufbauen und die vier aufeinander treffenlassen, knallt es in Folge 3 schon ordentlich mit einer der beliebten "Flur-Gerangel"-Szenen. Folge 4 ist dann ein wirkliches Kennenlernen und zeigt, wie die weiteren Folgen werden. "The Defenders" hat kaum Längen. Das Problem hatte ich bei einigen der anderen Serien der einzelnen Helden. Hier ist es eine Geschichte, die mit schönen Twists und auch Beziehungen der Charaktere untereinander auffährt.

 

 

"You'r on the same site!"

 

Jeder der vier Helden hat mir hervorragend gefallen. Hier gab es ein wirklich großartiges Casting. Ich mag Krysten Ritter als Jessica Jones und ich finde Mike Colter macht eine super Figur als Luke Cage. Finn Jones gibt sich immer mehr Mühe, einen tollen Iron Fist abzugeben. Und ich liebe Charlie Cox als Daredevil. Jeder trägt hier sehr viel bei, dass diese Serie so gut schaubar ist. Großes Lob an alle vier.

 

Sigourney Weaver ist hier die Oberschurkin und ein Oberhaupt der Hand. Weaver hat so eine gewisse Ausstrahlung, die sie durchaus als eine ernstzunehmende Bedrohung erscheinen lässt. Leider geht sie nicht ganz in die Vollen und bleibt damit nicht so in Erinnerung wie der Kingpin und stinkt sie auch gegen David Tennants Kilgrave oder Mahershala Alis Cottenmouth ab. Hier gab es definitiv Luft nach oben.

 

Allerdings wirkt "Die Hand" als Gegnergruppierung schon sehr gut. Gerade, wenn es darum geht zu erfahren, seit wann sie existiert, was ihre genauen Ziele sind oder wer alles zu den Oberhäuptern gehört, können sie schon überzeugen. Sie ist eher "bodenständig"und passt damit zum gesamt Setting der Serie. Die Defenders waren schon immer die Helden der kleinen Leute und haben sich selten mit interstellaren Aliens oder Weltzerstörungsschurken rumgeschlagen. Sie waren mehr gegen das normale Verbrechen im Felde, welches eben die Stadt bedroht.

 

Alle Nebencharaktere der einzelnen Serien haben auch hier wieder ihre Auftritte und bekommen genug Zeit, um weder zur Last zu fallen oder Längen zu provozieren. Sie haben eine gute Entwicklung und unterstützen genau richtig.

 

 

"The War for New York is here!"

 

Ein kleiner Kritikpunkt, den ich hatte, war allerdings das Ende. Dieses hat man nach dem großen Showdown dann noch unnötig in die Länge gezogen und auch einen Schockmoment hinzugekrampft. Ich verstehe, dass man die kommenden Staffeln der Helden-Serien aufbauen möchte, aber das kann man auch gut in den einzelnen Serien machen.

 

Wenn man schon kommende Staffeln und Serien ankündigen möchte, hat mir hat auch leider ein Charakter gefehlt, auch wenn er nur ganz kurz mal auftaucht. Jedoch hatte ich alles in allem eine gute Zeit beim Durchschauen der gesamten acht Folgen und war zu keiner Sekunde gelangweilt.

 

 

Fazit

 

Mit "The Defenders" schließt man den Kreis der Marvel Netflix-Serien-Helden und macht dabei fast alles richtig. Jeder bekommt genug Sreentime, um die Stärken ihrer einzelnen Serie zu präsentieren und alles fügt sich sehr schön zusammen. Die vier Protagonisten arbeiten gut miteinander und es entsteht eine tolle Chemie. Die Bösewichtin ist zwar nicht ganz so stark wie andere, aber "Die Hand" als Obergegner funktioniert gut und ist eine wirkliche Bedrohung für die vier Helden.

 

Generell gibt es fast gar keine Längen und man hat hier durchaus eine kleinere Version von "The Avengers" geschaffen.

 

Ich hatte sehr viel Spaß und kann dies auch jedem empfehlen, der die anderen Serien geschaut hat.

 

 

Bildnachweis TV-Set: CC-BY-SA-3.0 Bjoertvedt