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Der mittlerweile 5. Teil der Serie schafft seinen Weg ins Kino und zum letzten Mal legt Michael Bay wieder selber Hand an. Mit einer Story um eine tiefe Mythologie der Transformers, die bis hin zu den Rittern der Tafelrunde reicht und einen Optimus Prime, der scheinbar nun gegen seine Autobots agiert, will man die Leute in den Film locken. Wer kann da noch nein sagen?

 

 

 

 

 

"Es begann als Legende!"

 

Optimus Prime ist im All verschollen, um seine Schöpfer zu suchen. Währenddessen werden die Transformers auf der Erde weiterhin gejagt. Die Menschen haben nun eine spezielle Einheit, die TRF, gegründet, um die außerirdischen Roboter entgültig zu vertreiben. Cade Yeager (Mark Wahlberg) ist der einzige, der noch für die Autobots kämpft und diese auf einem Schrottplatz versteckt. Von der Regierung gesucht, findet er bei einem seiner Rettungsstreifzüge ein geheimnissvolles Artefakt, welches ihm zum Auserwählten im großen Krieg zwischen den Autobots und Decepticons macht. Allerdings steckt noch viel mehr dahinter und es bahnt sich eine der größten Katastrophen an. Optimus Prime hat von seinen Reisen etwas mitgebracht, den Planeten Cybertron. Dieser will sich erneuern und der Erde alle Energie absaugen. Nur Cade kann mithilfe der Autobots und einer der letzten Überlebenden der Witwiccans diese Katastrophe aufhalten.

 

 

"Optimus Prime, du hast deine Heimat zerstört!"

 

Wir gehen das heute mal etwas anders an. Sascha wollte von mir eine kalte sezierende Kritik, ohne Emotionen. Deswegen gibt es jetzt schon mein Fazit, natürlich ohne Spoiler und danach meine emotionale Einschätzung des Filmes mit Spoilern. Für die Leute, die es interessiert oder aber sich den Film gar nicht anschauen wollen.

 

Here we go!

 

 

 

 

Fazit

 

Michael Bay hat kein Gefühl für eine Story, liebenswerte Charaktere oder Pacing eines Filmes. Mit "Transformers - The Last Knight" schafft er es, den schon sehr schwachen 4. Teil nochmal zu unterbieten. Absolut jeder Charakter außer Mark Wahlberg und vielleicht Anthony Hopkins, ist unsympathisch und hassenswert. Durch die schnell aneinander gereihten Szenen entsteht keinerlei Filmfluss. Alles wirkt total lieb- und seelenlos. Es passiert einfach zu viel auf dem Bildschirm und die Action ist so übertrieben, dass es sogar die DC-Filme alt aussehen läßt. Einige der Transformers sind sehr einfallslos und es wird absolut kein Augenmerk mehr auf die Transformationsszenen gesetzt, obwohl man die Technik dazu hätte.

 

Mir ist bewusst, dass auch dieser Film sein Bugdet locker einspielen und ein finanzieller Erfolg wird. Da man entweder reingeht, weil man als Fan der Serie genau das bekommt, was man erwartet oder aber sich als Normalo überzeugen möchte, ob der wirklich so schlecht geworden ist.

 

Von mir jedoch gibt es absolut keine Empfehlung.

 

 

 

Kritik mit SPOILERN!

 

"Ohne Anführer regiert das Chaos!"

 

 

 

 

Der Film beginnt mit einer Schlachtszene zur Zeit von König Artus. Zwei Armeen prallen aufeinander. Es werden Katapulte mit flammenden Kugeln auf die Einheiten geschossen. Diese explodierem im Tischfeuerwerk-Michael-Bay-Stil und einzelne Soldaten werden Salto schlagend meterhoch in die Luft geschleudert. Schon hier bekam ich das große Kotzen. Für mich funktioniert die Inszenierung dieser Art von Action mit dieser Zeitepoche so gar nicht. Artus und seine Leute sehen einer Niederlage entgegen, die nur noch der Zauberer Merlin aufhalten kann. Dieser ist allerdings nur ein Trunkenbold und Scharlatan. Er weiß jedoch als einziger von der Existenz der Transformer und bittet sie um Hilfe bei dieser Schlacht. Die geben ihm einen mystischen Stab, der scheinbar sehr mächtig für die Transformers ist. Als die Schlacht gewonnen ist, gründet König Artus einen Orden, der es sich zur Aufgabe macht, den Stab zu beschützen. Es scheint in diesem Teil also um den Stab zu gehen.

 

Okay.

 

Zurück in der heutigen Zeit, bekommen wir in einer weiteren Actionenszene zwei neue Charaktere eingefügt. Hierbei handelt es sich um die 14-jährige Izabella und ihren kleinen Roboterfreund Sqweeks. Izabella trägt bei dieser Fluchtszene ein Top mit ziemlich tiefen Ausschnitt, was schon fragwürdig ist, wenn man bedenkt, dass das Mädchen erst 14 ist und die Schauspielerin 15. Aber okay, Michael Bay eben. Alles für die Inszenierung oder das Geld.

 

Whatever. 

 

Der Film läuft dann eine Stunde, bevor man dann endlich die eigentliche Story präsentiert bekommt.

 

EINE VERDAMMTE STUNDE!

 

In der Zeit gab es eine Verfolgungsjagd, einen kurzen Kampf der Autobots gegen Megatron und seine Schergen; Cade findet ein Ordenabzeichen, was sich an seine Haut heftet; Optimus der auf Cybertron landet und Cybertron, dass Kurs auf die Erde setzt, um diese zu zerstören. Wir bekommen von Sir Edmund Burton (Anthony Hopkins) die genaue Erklärung, was es mit dem Stab, dem Orden der Witwiccans, Cybertron und dem Artefakt, welches sich auf Cades Haut befindet, auf sich hat. Natürlich geht es eben wieder auf das ultimative Ende zu. Man findet hier schon eine Story, allerdings hätte man das auch schon in der ersten Stunde zeigen können und zwar etwas schneller. Sollte es jemanden geben, der einen Supercut von dem Film macht, würde wohl einiges aus der ersten Stunde rausfliegen.

  

Außer Mark Wahlberg und vielleicht Anthony Hopkins, funktioniert für mich kein menschlicher Charakter des Ensembles. Ja, sogar William Lennox, den man noch aus den ersten drei Teilen der Serie kennt, wirkt eher unsympathisch und man baut kaum eine Bindung zu ihm, besonders im Vergleich zu den vorherigen Filmen.

 

Ebenfalls regen mich die Transformers auf. So kotzt es mich einfach nur an, dass Michael Bay einen Scheiß auf Kontinuität gibt. Megatron war meinem Verständnis nach tot. In "Age of Extinction" wurde er zu Galvatron. Jetzt ist er wieder Megatron und hat sich vom Äußeren etwas verändert, damit er zum Thema "Ritter" passt. Auch tauchen Decepticons auf, die eigentlich nicht mehr am Leben sind. So gibt es Barricade wieder, der Polizeiwagen-Decepticon. Dieser ist in einer Comicbuch-Adaption des ersten Teiles getötet worden. Er taucht dann in einer Extended Cameo-Szene des 3. Teiles wieder auf, um erneut gekillt zu werden. Warum ist der Spinner dann jetzt wieder da? Auch gibt es ein kleines Easter Egg in einer Szene, in der der kleine fiese Decepticon Fency (ebenfalls tot) auftaucht. Dieser wird aber kurzerhand von Bumbelbee wie eine Fliege zerquetscht.

 

 

 

 

Ein weiterer Bruch der Kontinuität ist die Anwesenheit einiger Autobots in der "Transformer"-Geschichte. So wurde im ersten Teil noch gezeigt, dass die ersten Autobots gerade erst ankamen. Jetzt wird allerdings gesagt, dass sie schon zu Zeiten des ersten Weltkrieges aktiv waren. Bumblebee und Hot Rod kämpften im 2. Weltkrieg an der Front gegen die Nazis. Alles so Sachen, wo man fragen könnte, gut warum haben die anderen Autobots dann nie in den Schlachten der anderen Filme mitgeholfen? Aber vielleicht hinterfrage ich auch die "Transformers"-Überlieferung zu viel.

  

Wenn man eines absolut nicht machen sollte, dann ist es mit Logik an diesen Film heranzugehen. Klar, es ist ein Actionfilm und da ist selten Logik dabei, aber bitte gebt mir doch eine vernünfitge Story und ein in sich glaubwürdiges, geschlossenes Universum. Was mir hier präsentiert wird, ist in sich nicht schlüssig und das scheint Bay vollkommen egal zu sein, solange er die Kuh melken kann. So können wir Michael Bay dabei beochachten, wie er als großes Kind mit coolen Robotern spielt und um diese geballte ausgedehnte Action etwas bastelt, was irgendwas ergeben soll, damit es dann am Ende einen Film wird. Soll er doch sowas für seinen Hobbykeller produzieren, der Penner.

 

 

"Zwei Welten prallen aufeinander!"

 

 Mark Wahlberg spielt eigentlich wie immer und spult seine Standard-Actionheld-Darstellung runter. Das ist okay. Ich mag Wahlberg und sehe ihn immer wieder gern. So ist er auch der einzig positive Aspekt des Filmes. Leider rettet das nicht den Film und am Ende verkommt er zu einer Figur, um die man nie Angst haben muss, dass sie das Zeitliche segnet. Er ist schließlich der Held der Geschichte.

 

  

 

 

 

Anthony Hopkins spielt mal gut und dann übertreibt er es maßlos. Natürlich wird viel, viel Geld eine Rolle gespielt haben, damit Hopkins hier mitmacht. Und auch so denke ich, dass er das alles nicht so ernst nimmt und bewusst spielerisch übertreibt. Dem Film tut das natürlich nicht gut und die Szenen, die eigentlich witzig sein sollten mit seinen kleinen Ausflippern, wirken sehr aufgesetzt und schon fast fremdschamverursachend. Hopkins' Charakter ist lediglich ein Mittel, die Story des Filmes zu erklären und die Protagonisten auf die Rätsel zu aufmerksam zu machen. Wenn das dann erledigt ist, bekommt er auch einen wirklich plumpen Tod verpasst. Ich hoffe, er kauft sich was schönes von dem Geld.

 

Mit Izabella hat sich Isabela Moner keinen Gefallen getan. So haben wir hier die junge Version von Michelle Rodriguez. Die Kleine soll taff sein und gleichzeitig viele emotionale Szenen zeigen, in der man sieht wie verletzlich sie ja ist. Das ist ausgemachter Quatsch. Izabella nervt ab Minute eins, wenn sie auf der Leinwand auftaucht. Ihre verletzliche Seite spielt sie sehr plump und ihre rausgedrückte Träne wirkt so unecht, wie ich es selten bei einem Schauspieler beobachten durfte. Man kann jetzt sagen, sie ist am Anfang ihrer Karriere und entwickelt sich noch, aber ich denke, wenn sie wirklich den Durchbruch schafft, wird sie ähnlich wie Shia LaBeouf mit Scham an diese Rolle zurückdenken.

 

 

 

 

 

Ebenfalls überzeugt Laura Haddock als Viviane Wembly nicht. Sie ist eine der letzten Überlebenden der Witwiccans. Was wiederum die Frage aufwirft, was mit Sam Witwicky (Shia LaBeouf) und seinen Eltern (also Nachfahren der Ordensmitglieder) passiert ist. Denn Sam taucht nur als Foto in der großen Bibliothek von Sir Edmund auf. Sie gibt den Typ Oxford-Absolvent-Brite. Oder zumindest so, wie Michael Bay sich diesen Typ vorstellt. Also Megan Fox mit Brille.

 

Auch Haddocks Charakter ist absolut unsympathisch und gleichzeitig aber eine Protagonistin, der entscheidend für den Film ist. Da gewinnt man richtig viel bei den Kinogängern, wenn man die Hauptcharaktere eigentlich anfeuern sollte. Auch ist die vorhersehbare Liebesgeschichte zwischen Cade und Viviane total dämlich erzählt. Natürlich mögen sich beide anfangs nicht, da sie ja eine gebildete Doktorin ist und er nur ein kleiner Erfinder. Aber sie wachsen selbstverständlich zusammen und in der größten Gefahr gibt es den Kuss und die Frage nach einem Date. Michael Bay at his best!

 

William Lennox ist wieder mit von der Partie und die Fans sind damals ausgerastet, als im Trailer Cade Yeagers und Lennox aufeinandertrafen. Meine Güte, die beiden Helden der verschiedenen Zeitspannen arbeiten jetzt zusammen.

 

Wen interessiert's.

 

Denn Lennox ist eigentlich einer der bösen TRF-Jungs und jagt Cade mehr als Dreiviertel des Filmes. Nur am Ende arbeiten sie dann zusammen. Er entschuldigt sein Verhalten auch ganz plump mit "Die Regierung will das nun mal so". Wow, einfach alles an Glaubwürdigkeit und Selbständigkeit, was man diesem Charakter in den ersten drei Filmen gab, mit einem Satz weggepustet. Großartig.

 

Die Transformers sind dann nochmal so ne Geschichte. Die Autobots haben selbstverständlich auch alle Stereotypen, aber das kennt man ja aus den vorherigen Teilen. Mit den Decepticons schießt Bay aber hier diesmal den Vogel ab.

 

So ist Megatron wie gesagt wieder da und er möchte mit der Regierung verhandeln, um einige seiner Leute freizukriegen und damit Jagd auf die Autobots zu machen. Wir bekommen hier eine Szene, die es in vielen Ganovenfilmen und auch zuletzt in "Suicide Squad" gab. Eigentlich glaube ich, dass Bay "Suicide Squad" gesehen und sich daran orientiert hat, weil er es so geil fand. So werden Megatrons einzelne Schergen vorgestellt und ihr Name wird unten nochmal cool eingeblendet. Man beachte hierbei, dass so ziemlich jeder der Decepticons irgendwelche Goodies besitzt.

 

 

 

 

Barricade z.B. hat nun zwei Schlagringe mit der Aufschrift "Punishment" und "Justice", sowie auch eine Kette um den Hals mit einem Polizeiabzeichen. Auch wirkt er bulliger als noch im ersten Teil. Mohawk ist ein Punker-Decepticon mit einer Mohawkfrisur, der sich in ein Motorrad transformieren kann. Viele von Megatrons Crew sind eigentlich Modelle aus den vorherigen Teilen und wurden hier nur nochmal neu benannt. Allerdings sind das noch die kreativen Einfälle. Unspektakulär wirds dann bei den guten Knights und den bösen Bewachern von Cybertron. Diese sehen eben aus wie klobige Roboter, einfarbig und langweilig. Auch die Transformationen sind hier wieder unterirdisch.

 

So können sich die 12 Roboritter in einen dreiköpfigen Drachen transformieren, was einfach wie eine Verschmelzung aussieht. Das gilt ebenfalls für den Oberbewacher von Cybertron, der sich aus kleineren Versionen seiner selbst zusammenschmelzt. Hier liegt wieder einer der größten Schwachpunkte des Franchises offen. So waren damals im ersten Teil die Transformationen der einzelnen Roboter das Verkaufsargument und es sah durch das CGI unglaublich gut aus. Das wurde dann aber immer schneller präsentiert, so dass man teilweise gar nicht mehr die einzelnen Schritte mitbekam, obwohl Slow-Motion eingesetzt wurde. Im 4. Teil grenzte es schon an Frechheit, die bösen Decepticons aus einzelnen Bausteinen zusammensetzen zu lassen, so dass man überhaupt keine Transformation mehr hatte. Hier zeigt man sie entweder nicht oder es wird wieder so schnell dahingerotzt, dass man es kaum mitbekommt. Darüber tröstet dann auch keine Szene hinweg, in der sich  Bumblebee wieder zusammensetzt, nachdem er auseinandergeschossen wurde.

 

Ein weitere Aufall ist der Butlerroboter Cogman. Dieser scheint eine Art gespaltene Persönlichkeit zu haben und flippt recht schnell mal aus. Er soll auch eine Art Comedycharakter sein, ist aber auch in nur einer Szene wirklich lustig. Das ist der einzige Scherz, der in dem gesamten Film gezogen hat. Während Hopkins die Story erklärt und es mit epochalen Melodien untermalt wird, so bekommen wir recht schnell zu sehen, dass es Cogman ist, der an einer Orgel diese dramatische Musik spielt, auch setzt er wenig später einen orchestralen Gesang an, um der Mystik des Ordens mehr Dramaturgie zu verleihen. Das klappt tatsächlich mal ganz gut. Ansonsten wirkt der Charakter irgendwie unentschlossen, wie er sich jetzt verhalten soll. Mal wirkt er wie eben ein Butler, dann flippt er total aus, dann ist er eine Art Kampfroboter und dann macht er komische Scherze, die meistens nicht lustig sind. Wer weiß, in welche Richtung sie damit wollten.

 

 

"Vor euch liegt die größte Mission aller Zeiten!"

 

So ist auch mittlerweile alles ein Transformer. Eine Taschenuhr, die Hitler umgebracht hat, ein U-Boot, ein Flatscreen, ja sogar die Erde selbst. Jaha, denn ein wichtiger Punkt des Plots ist der, dass Cybertron einst einen Feind hatte. Ein weiterer Planet, mit dem sich Cybertron seit jeher im Krieg befand und nun endlich erwacht er, da man den Stab aktiviert hat: Unicron.

 

Irgendwann tauchen im Film an verschiedenen Punkten auf der Erde riesige mechanische Hauer auf. Darauf wird auch kaum noch eingegangen. Wichtig ist, dass mit dem Stab eine Art riesige schwebende Übertragungsplattform aktiviert wurde, die auf dem tiefsten Gründen des Meeres lag. Diese Plattform dient dazu, die Energie von Unicron zu Cybertron zu übertragen, damit Cybertron sich erneuern kann und Unicron stirbt, also somit auch die Erde. Wer jetzt noch nach Argumenten für diesen Film sucht, den kann ich nicht ernstnehmen. So benutzt eine böse mechanische Hexe von Cybertron namens Quintessa Optimus Prime, um ihre Ziele zu erreichen. Sie hat damals die Transformers erschaffen und kann sie eben auch mit Gedankenkontrolle umpolen. So ist das bei Optimus Prime dann der Fall.

 

 

 

 

Wer jetzt schon fand, dass in "Batman v Superman" die berüchtigte "Martha-Szene" eine blöde Idee war, der sollte sich den Kampf zwischen Bumblebee und Optimus anschauen. Bei DC haben sie sich zumindest die Mühe gemacht, darüber nachzudenken, dass der Name tatsächlich derselbe ist. Hier spricht Bumblebee nach einem harten Kampf, wo beide bereit waren, den anderen zu töten, kurz mit seiner richtigen Stimme "Ich folge dir überall hin und würde für dich mein Leben geben!" und – Bumm – Optimus ist wieder bei den Guten. So einfach geht das bei Bay! 

 

Wer kein Fan von Slow-Motion ist, der sollte, falls ihn nicht schon alles andere abgeschreckt hat, auf keinen Fall in diesen Film gehen. Denn nicht nur, dass Bay jede Möglichkeit nutzt, um dieses Feature einzusetzen, nein, diesmal gibt es sogar eine Waffe, die diesen Effekt kann. Ja, denn der Autobot Hot Rod hat eine Waffe, die die Zeit kurz verlangsamen kann. Die ultimative Bay-Waffe, Patent beantragt.

 

Allerspätestens jetzt sollte man wirklich wissen, dass Michael Bay uns hier alle ganz fies verarschen will. Auch spielt er mit unserer Intelligenz wie kein anderer Regisseur. So flüchten Hopkins und sein Butlerroboter Cogman in einem silbernen Flitzer, nur um dann in einen weiteren Fluchtwagen umzusteigen, der scheinbar weiniger auffälliger sein soll: einen roten Lamborghini. Vielleicht ist er auch schneller, ich weiß es nicht. Jedenfalls ist das ein Kandidat für das dämlichste Product Placement der Filmgeschichte (und da ist Transformers mit allen Teilen im Rennen).

 

 

 

 

Viele der Charaktere, die wir in der ersten Hälfte des Filmes gesehen haben, tauchen auch erst wieder zum Schluss auf. Allen voran Izabella und ihr kleiner Roboterfreund. Auch der Klischee-Idiot Jimmy, Cadens Gehilfe, schaut kurz vor der finalen Schlacht nochmal rein. Ich frage mich, warum man diese Charaktere überhaupt eingeführt hat, wenn sie doch so gar nichts zur Story beitragen oder großartig wichtig sind. So ist lediglich Sqweeks in der Schlacht noch von Nutzen und zerstört einen wichtigen feindlichen Punkt, der die Gruppe hindert voranzukommen. Aber dieser kurze Moment hilft eben auch nicht dabei, diesen Charakter liebenswert und wichtig zu machen.

 

Die Endschlacht ist natürlich wieder ein CGI-Overkill und quillt über vor Explosionen und Over-the-Top-Action. Irgendwann gibt man auch auf, dem zu folgen und läßt sich berieseln. Ich möchte dabei kurz auf meine Sitznachbarn eingehen. So saß ich im Kino neben zwei unterschiedlichen Jugendgruppen. Beide waren nicht älter als 14 bis 16 Jahre und wollten offensichtlich einen coolen Film sehen. Die drei Jungs zu meiner Linken quatschten schon aufgeregt darüber, welcher Teil der geilste war und welcher Transformer cool ist. Rechts unterhielt man sich darüber, ob der Film diesmal Sinn ergeben würde und schweifte ab zu "Bond"-Filme. Beide waren zu Beginn noch voll im Film. Als dann die Pause kam, meinte die Gruppe links, dass sie irgendwie nicht kapieren, um was es geht und irgendwie alles zu schnell abläuft, rechts meinten sie, dass der Film scheiße ist. Ich musste schmunzeln. Am besten war aber die Reaktion beider Seiten, als es die Kussszene zwischen Cade und Viviane im Schlachtchaos gab. So brüllte einer der Jungs "Was soll die Scheiße!" und die andere Seite schlug sich die Hände vor das Gesicht.

 

Ich glaube, das kann man so stehen lassen. Wenn es Bay mittlerweile nicht mehr schafft die vermeintliche Zielgruppe zu unterhalten, wer soll sich dann bitte diesen Film anschauen?

 

 

 

 

Ich bin der Meinung, dass Michael Bay mit Paul W. S. Anderson zu vergleichen ist, da der "Resident Evil"-Franchise einen ähnlichen Weg geht – nur mit viel, viel weniger Bugdet. Das ist eben auch das einzige, mit was Bay kommen kann, da das CGI und die Tricks schon ordentlich aussehen. Das 3D wiederum muss jetzt nicht unbedingt sein, da man schon merkt, dass es drübergelegt wurde. Zumindest fielen mir keine Szenen auf, wo ich das jetzt so dringend gebraucht hätte.

 

Zum Abschluss sage ich, dass mir dieser Franchise gestohlen bleiben kann und Bay dafür eins in die Fresse verdient – von den echten "Transformers"-Fans. Aber keine Angst, wir bekommen definitiv einen weiteren Teil, diesmal ohne Bay im Regie-Stuhl und wahrscheinlich auch ohne Wahlberg, aber dafür mit der Erde/Unicron als Feind selbst.

 

Toi Toi Toi!