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Was passiert, wenn bei einem Attentat die komplette amerikanische Regierung samt Kongress und oberstem Gerichtshof ums Leben kommen? Genau das geschieht direkt am Anfang der Serie "Designated Suvivor".

 

Und nur Kiefer Sutherland kann die USA noch retten, denn er wird der neue Präsident. Nur haben wir es hier nicht mit Jack Bauer zu tun, sondern dem akademischen und zurückhaltenden Thomas Kirkman, ein kleine Nummer in der Regierung. Hält er diesem gewaltigen Druck stand?

 

 

Eine Nation gelähmt

 

Bei der jährlichen Rede zur Lage der Nation geschieht das Unfassbare. Ein Bombenattentat zerstört das Kapitol. Alle 435 Abgeordneten, 100 Senatoren, der Präsident und sein Kabinett kommen dabei ums Leben. Ausnahme bildet der Wohnungsbauminister Thomas Kirkman, gespielt von Kiefer Sutherland, der als designierter Überlebender an der Rede nicht teilnimmt. In der Vergangenheit wurde zumeist jemand aus der hinteren Reihe ausgewählt. Jemand unwichtiges. Und in der Tat wurde Kirkman noch am Vormittag nahegelegt, seinen Posten zu räumen.

 

Doch nach dem Attentat ist er der einzige, der noch übrig ist. Nur Momente nach der Explosion reagiert der Secret Service, holt Kirkmann ins Weiße Haus, woraufhin der noch unter Schock stehende Wohnungsbauminister zum Präsidenten vereidigt wird. Kurz darauf wird bekannt, dass die Oppositionspartei ebenfalls eine Überlebende bestimmt hat, die Kongressabgeordnete Kimble Hookstraten, gespielt von Virginia Madsen. Kirkman ernennt sie zur Sprecherin des Kongresses und gemeinsam setzen sich daran, die Regierung wieder aufzubauen.

 

 

 

 

Gegenwind aus allen Richtungen

 

Die Anfänge von Kirkland sind nicht einfach. Er ist nicht vom Volk gewählt, sondern er hatte einfach nur Glück, so die Meinung. Einige Gouverneure erkennen ihn nicht an und rebellieren offen gegen ihn, bis er sich durchsetzen kann. Auch im Weißen Haus selbst muss der neue Präsident zunächst seinen Wert unter Beweis stellen. Es gibt Gerangel unter den Mitarbeitern, da es gilt vakante Posten neu zu besetzen. Ein Vizepräsident muss her, ein Kongress gewählt, Minister ernannt werden. Und natürlich muss herausgefunden werden, wer hinter den Anschlag steckt.

 

Zumindest letzteres kann schnell gelöst werden. Die Spur führt zu einer islamistischen Terrororganisation, der Kopf wird schnell inhaftiert und das Problem ist zunächst vom Tisch. Als dann noch aus den Trümmern der Abgeordnete Peter MacLeash (Ashley Zukerman) lebend gerettet wird, scheint es so, dass die Nation neue Hoffnung schöpft. Wer ist besser als Vizepräsident geeignet als ein Überlebender des Anschlags?

 

 

 

 

Mehr als es zu sein scheint

 

Parallel zu den Ereignissen im Weißen Haus führt das FBI eingehende Ermittlungen zu dem Vorfall. Leitende Ermittlerin ist Hannah Wells, gespielt von Maggie Q, die bereits in bekannten Actionfilmen wie "Stirb Langsam 4.0" und "Mission: Impossible III" zu sehen war. Zudem spielte sie die Hauptrolle in der Serie "Nikita".

 

Hannah ist eine gute, aber auch schwierige Ermittlerin, die immer wieder Vorschriften umgeht und ihren Vorgesetzten Ärger bereitet. Sie untersucht das Attentat gewissenhaft und wird durch einen anonymen Tipp auf eine interessante Spur gebracht. So z.B hatte sich der der Überlebende MacLeash nicht im Sitzungssaal aufgehalten, als die Bombe hochging, sondern in einem Geheimbüro, welches kurz vorher zu einem Bombenschutzraum umgebaut wurde.

 

Nach und nach trifft sie auf immer mehr Ungereimtheiten und stößt auf einen Gegner, der keinerlei moralische Bendenken hat, um seine Ziele umzusetzen.

 

 

Dramaturgie

 

"Designated Survivor" hat einen gelungenen Spannungsbogen. Die Serie kommt ohne viel Vorgeplänkel aus, direkt in den ersten 10 Minuten der Serie ist man bereits mitten im Geschehen. Auch werden wichtige Informationen und Handlungstwists nicht zu früh eingeleitet. Es gibt immer wieder Momente, in denen man als Zuschauen ein "Ach nee!", "Wirklich?" oder ein "WTF!!!" (in nicht abgekürzter Form) auf den Lippen hat. Gerade in den Momenten, in denen gezeigt wird, wie weit die Attentäter bereit sind zu gehen, um ihre Ziele zu erreichen.

 

Interessant sind die beiden Plotts, einmal das Weiße Haus und dann das FBI, die sich parallel entwickeln und immer wieder aus neuen Gründen nicht zusammenkommen wollen. Dadurch weiß der Zuschauer mehr als der Präsident und die FBI-Ermittlerin.

 

 

 

 

Schauspielerische Leistung

 

Kiefer Sutherland für die Hauptrolle zu gewinnen, ist eine große Leistung. Bereits mit "24" hat er seine Serientauglichkeit bewiesen. Seine zahlreichen Auszeichnungen zeugen von seiner hohen Schauspielkunst und er wird der Rolle des idealistischen Politikers mehr als gerecht – und ist dabei so anders als seine bekannteste Rolle, der knallharte Anti-Terror-Agent Jack Bauer.

 

Kirkman versucht immer wieder neue politische Wege. Wege, die auch moralisch vertretbar sind. Der ehemalige Wohnungsbauminister steht für eine ehrliche Politik und der Griff zu militärischen Mitteln ist ihm immer ein Gräuel, weswegen er sie immer zu vermeiden versucht. Rundum kann man sagen, dass er ein Idealbild eine Politikers darstellt, also einen Menschen, den es in dieser Form wahrscheinlich nicht gibt. Dieses Bild wird zudem durch das Haifischbecken verstärkt, in dem sich Kirkman bewegt.

 

Sutherland zeigt in dieser Rolle ein Bild, welches von einem Wunsch geprägt wird, einen Anführer zu haben, der moralisch einwandfrei ist, der Dinge tut, die getan werden müssen, zur Wahrheit steht und dennoch seinen Idealen treu bleibt. Wenn man sich die Ereignisse der vergangenen Jahre in der amerikanischen Politik anschaut, ist dies nicht sonderlich verwunderlich.

 

Maggie Q, die die FBI-Agentin Hannah Wells spielt, zeigt sich hingegen als taffe Frau, die ebenfalls die Dinge tut, die getan werden müssen. Doch sie gibt sich nicht irgendwelchen moralischen Idealen hin. Sie umgeht Vorschriften und arbeitet oftmals unterhalb des Radars ihrer Vorgesetzten. Maggie Q ist eine erfahrene Martial Arts Schauspielerin und an mehr als nur einer Stelle beweist sie, dass sie in diesem Genre einiges gelernt hat. Auch die Figur der Hannah Wells bringt sie sehr überzeugend rüber.

 

Insgesamt sind die Schauspieler gut gewählt worden. Wie bei einem Orchester greifen die Talente der einzelnen Akteure ineinander über, ohne dass selbst die hochkarätigen Profis den Rest an die Wand spielen.

 

 

Fazit

 

"Designated Survivor" ist ein Politdrama allererster Güte, welches man durchaus mit "House of Cards" und "Scandal" in einem Zug nennen kann. Die Dramaturgie ist gelungen, die Charaktere wirken größtenteils authentisch. Das Warten auf die zweite Staffel wird sich lohnen.