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Das Riesenprojekt ist endlich so gut wie fertig. Und es dauerte etwas wegen Privatleben und anderen Verpflichtungen. Trotzdem wollte ich über eine meiner Lieblingsserie, die ja mit diesem Teil zu Ende geht, eine Kritik abgeben. Und es gibt viel zu berichten.

 

 

 

Story

 

Im Königreich Lothric erlischt die Flamme. Die Aschefürsten erheben sich aus ihren Gräbern und mit ihnen die Untoten und Bestien. Nur die „Unentfachten“ können die Flamme wieder binden und entzünden. Dazu müssen die Aschefürsten allerdings erneut auf ihren rechtmäßigen Thron gebracht werden. Sollte dies nicht passieren, wird die Flamme erlöschen und Dunkelheit die Welt heimsuchen.

 

 

Das Spiel

 

Zugegeben, ich habe auch nicht alles in der Story verstanden und es ist ja so viel mehr als nur diese. Da die Souls-Serie schon immer viel über die Welt und die Items an Story rübergebracht hat, wurde das Puzzle irgendwann ein Ganzes.

 

In Kurzform heißt es eigentlich, du bist ein „Unentfachter“ und musst losziehen und die Aschefürsten in Form von Bossen besiegen und ihre Überreste auf die Throne setzen, um die Welt zu retten. Oder auch nicht, ganz wie du möchtest. Das Spiel lässt dir, wie in den Vorgängern, die Wahl, was du tun willst. 

 

Und das wirkt sich auf vieles aus. Ja, die Welten sind natürlich nicht entscheidungsabhängig, aber einige Ereignisse passieren nur, wenn man bestimmte Sachen vorher gemacht hat.

 

Bestes Beispiel sind die NPC-Quests. Wie auch bei den Vorgängern hat man hier wieder die breite Palette an Leuten. Jeder ist auf seine Art sympathisch und eine Leidensfigur. Denn seien wir ehrlich, in „Dark Souls“ gibt es keine Fröhlichkeit. Jedoch trifft man hier auf alte Bekannte. So gibt es wieder den entmutigten Ritter, der anfangs im HUB sitzt und alles schlecht redet. Diesen gab es schon zu „Demon Souls“-Zeiten. Ebenfalls wieder dabei ist der treue Schmied und der Fan-Lieblingsritter aus Catarina, zu erkennen an seiner kugeligen Rüstung.

 

Was mir besonders gefiel, waren die gesamten Ansammlungen auf die beiden vorigen Teile. Wenn man in ein Gebiet kommt, welches man schon aus „Dark Souls 1“ kennt oder aber auf NPCs aus dem zweiten Teil trifft, freut man sich einfach. Es ist diese Liebe zum Detail und diese Machart, weswegen es ein Spiel für die Fans der Serie ist. Das macht es gleichzeitig so herzerwärmend.

 

 

Die Welt

 

Hier haben sich die Entwickler die Kritik aus dem zweiten Teil zu Herzen genommen. Es gibt wieder eine schön verbundene Welt. Keine Sachen im Sinne von "auf dem Dach der Kirche ist jetzt ein Lavasee". Ganz im Gegenteil. Vieles fügt sich wieder nahezu flüssig ein und kann schon aus der Ferne betrachtet werden. Ein großer Blick auf die zu erforschende Welt ergibt sich bereits gleich zu Beginn des Spiels und sorgt schon für die ersten magischen Momente.

 

Das Design zeigt große Einflüsse aus „Bloodborne“. Eines der ersten Gebiete könnte ebenso eines aus der neuen Serie der Entwickler sein. Ebenso wurde wieder viel mit gotischem Stil gearbeitet. Schlösser sehen wie Schlösser aus und Kathedralen locken einen mit ihrer mittelalterlichen Baukunst. 

 

Ebenfalls gibt es auch wieder viel zu entdecken. Man muss sich Zeit für dieses Spiel und die Welt nehmen. Erst dann realisiert man die Weite und Größe der Spielwelt und ihre unfassbare Schönheit, so abscheulich sie auch ist. Es sind die Feinheiten, wie eben kleine Ornamente an der Wand oder ein Wald, der mit den Speeren und Schwertern gefallener Krieger gepflastert ist. Die Welt an sich erzählt von vielen Geschichten und man taucht gerne darin ab.

 

 

Die Steuerung

 

Grundsätzlich gibt es nicht wirklich was Neues. Man steuert den Charakter ebenso wie in den Vorgängern. Man hat nach wie vor die Ausdauerleiste, die bei allen Aktionen beansprucht wird und den Lebensbalken, der schneller flöten gehen kann, als einem lieb ist. Ebenso gelten die Seelen wieder als universelles Zahlungsmittel, sowohl für Upgrades der Waffen, als auch das Aufleveln und Itemkäufe.

 

Aber eine Neuerung gibt es. Denn der blaue Balken, der damals nur für Zauberer interessant war, ist es nun für alle. Jetzt gibt es sogenannte Waffenfertigkeiten. Zauber, Wunder und Pyromantie verbrauchen diese Leiste nach wie vor. Besondere Attacken eurer Waffen allerdings verbrauchen sie ebenfalls. Was ist daran jetzt neu? Nun ja, mit diesen Attacken kann ich eine Abwehr durchbrechen, nach vorne springen und angreifen, einen schwere Attacke ausführen, die nicht zu blocken ist oder mich aus der Gefahrenzone zurückziehen. Jede Waffe hat ihre eigene spezielle Fähigkeit. Ich benutze zum Beispiel ein Katana in meinem Playthrough. Seine spezielle Fähigkeit war eine Attacke, bei der das Katana aus der Scheide gezogen wurde und man einen Satz nach vorne macht. Super, um eine Abwehr zu durchbrechen oder kurze Distanz zu überbrücken. Und es sieht verdammt cool aus, wenn man wie Zorro aus „One Piece“ diesen Cut durchführt.

 

Warum sollte man sich denn nun umgewöhnen und das benutzen? Hat doch die beiden vorigen Teile auch ohne geklappt. Stimmt ja, man muss das nicht benutzen. Allerdings macht man sich das Pixelleben nur unnötig schwer, würde man es nicht mal austesten und eventuell auch öfters benutzen. Der Sinn dahinter ist der, dass gerade im PVP die Spieler sehr variiert angreifen können. Und nicht nur diese. Viele der Gegner sind schlauer geworden. So greifen Ritter gerne mal mit dem Schild an und schlagen auch seitwärts zu. Heißt: einfaches Drumrumlaufen um den Gegner ist nicht mehr so einfach. Ebenfalls parieren Gegner. Man schlägt auf einen der Bösen ein, er pariert und schon ist der Pixeltod eingetreten. Darum sollte man sich mal auf diese Neuerung einlassen und entdeckt vielleicht eine neue Art, die Gegner fertig zu machen.

 

Einen Kritikpunkt habe ich allerdings: die Kamera. Es gab dieses Problem auch schon in den vorigen Teilen und selbst noch bei „Bloodborne“. Wenn sich gerade die Bosse zu schnell bewegen, kommt die Kamera einfach nicht mit. Hat man diesen fixiert, schwenkt die Kamera gerne mal bei rasanten Bewegungen komplett weg und man verliert die Orientierung. Ganz schlimm ist mir dies bei meiner momentanen schlimmsten Herausforderungen aufgefallen. Denn dieser Fiesling fliegt von einer Seite der Arena zur anderen und die Kamera weiß nicht, was los ist. Da hat man schnell mal die Waffe oder den Zauber des Gegners im Gesicht und weg sind die Seelen. Das kann frusten, aber die meiste Zeit funktioniert es. Man muss den Gegner ja nicht fixieren und steuert die Kamera einfach manuell. Dies funktioniert dann wieder sehr gut und man behält den Überblick.

 

 

Grafik und Sound

 

Wer schon mal ein Spiel der Serie gezockt hat, der weiß, wie toll der Sound ist. Seien es die Geräusche der Waffen oder Bewegungen, die Schreie der Gegner oder aber die Umgebungsgeräusche an sich. Alles passt perfekt. So viel ist ja eigentlich nicht zu hören. Geht man in ein Gebiet, welches ein dichter Wald mit See ist, so hat man die typische Geräuschkulisse. Musik kommt so gut wie nie zum Einsatz. Nicht beim Umherwandern in den einzelnen Gebieten, nur im HUB und bei den Bossfights. Und da kracht es dann richtig auf die Ohren. Während im HUB die ruhige, traurige, fast schon depressive Musik läuft, wird bei den Bossen die Musik auf epochal und bombastisch gedreht. Das heizt einen an. Wenn der Chor im Hintergrund höher und lauter wird und man zum entscheidenden Schlag ausholt oder der Boss mit einer Stärkung oder Verwandlung noch einen draufsetzt. Da kocht das Adrenalin im Blut. 

 

Bei der Grafik haben es die PC-Spieler wieder richtig gut erwischt. Mir ist das bei den Vorgängern nie so richtig aufgefallen, aber wenn man dann mal die PC-Version auf den höchsten Einstellungen sieht, wird man als Konsolenbesitzer neidisch. Das Spiel läuft unglaublich flüssig, ist stechend scharf und man erlebt die Welt nochmal anders. Bei der Konsolenversion, sei es PS4 oder Xbox One, ruckelt es an manchen Stellen und ist nicht so schön scharf. Gerade bei epochalen Bossen, die sich auch schnell bewegen, merkt man, dass die Konsolen an ihre Grenzen stoßen. 

 

Alles in allem sieht „Dark Souls 3“ aber wieder richtig gut aus. Man hat, wie erwähnt, gleich zu Beginn einen regelrechten Hingucker und wird auch im fortgeschrittenen Spiel mit schöner Grafik und tollen Umgebungen belohnt. 

 

 

Was sonst?

 

In vielen Foren meckern Spieler über den angezogenen Schwierigkeitsgrad des dritten Teils. Und ja, es gibt einen krassen Cut, wo der Grad der Schwere extrem zunimmt. Allerdings gab es diesen auch bei den Vorgängern. Und die Serie war nie etwas Einfaches, sondern forderte dich. Das machte die Serie aus und deshalb lieben die Fans sie so. Ich würde eher sagen, dass man ungeduldiger geworden ist. Gerade bei den Bossen habe ich mich erwischt, wie ich nach dem vierten oder fünften Versuch Hilfe beschworen habe. So ist es leider auch mit den Rätseln und den NPC-Quests. Man liest viel mehr im Internet nach und probiert weniger aus. Dies ist keine Kritik an der Serie, denn diese weist immer noch die Stärken aus dem Erstling auf – seien es NPC-Rätsel, Ereignisse oder aber optionale Gebiete. Leider hat man immer weniger Zeit und möchte alles beim ersten Durchgang sehen oder sagen wir: so viel, wie möglich sehen. Auch ich habe mir den Guide zum Spiel geholt. Jedoch eher wegen der NPC-Questlines. Die Welt erforscht habe ich selbstständig. 

 

Und es gibt auch immer noch die Verfechter des New Game +. Das heißt, das Spiel erneut durchspielen mit den Werten und dem Charakter, den man zum Schluss des vorigen Playthrough hatte. Die Gegner werden schwieriger, aber die Beute besser. Kennt man ja schon aus der „Diablo“-Serie. 

 

Für meine Begriffe ist das Spiel nicht so viel schwerer geworden. Es gibt momentan einen Boss, der mir jeglichen Nerv raubt und mich auch nicht das Spiel beenden lässt. Da ich ja alles machen möchte, wird auch jeder Boss besiegt. Und somit entsteht diese Kritik mit noch zwei Bossen auf der Liste, bevor das Spiel endet. Ich finde das aber nicht schlimm, sondern eher herausfordernd. Denn geschlagen geben will sich keiner. Es treibt einen an, es immer wieder zu versuchen. Und glaubt mir, das dreißigste Mal sterben, weil man wieder von der Waffe getroffen wurde, obwohl man ausgewichen ist, nervt auf Dauer und geht an die Substanz. Aber man versucht es erneut. Man schläft eine Nacht drüber und stellt sich wieder dem Boss entgegen. Und irgendwann weiß man, wann er zuschlägt, wann der Zauber wirkt oder wo man zuschlagen muss. Denn nichts ist letztendlich schöner, als zu lesen: „Erbe des Feuers zerstört“ und man bekommt einen Sack voll Seelen zum Verscherbeln.

 

 

Fazit

 

„Dark Souls 3“ ist das runde Ding und der würdige Abschluss der Serie, wie es viele gehofft hatten. Es ist schon jetzt mein „Game of the Year“ und da wird nichts ran kommen. Es macht nicht sehr viel Neues, aber kaum was schlechter als die beiden vorigen Teile. Über die Kameraprobleme kann man ein Auge zudrücken und den PC-Spielern gönnt man die tolle High-End-Grafik. Die vielen Anspielungen auf die beiden vorigen Teile und die zusammenhängende und recht offene Welt machen echt Laune. Die Bosse sind sehr fordernd, aber niemals unfair.

 

Für die Fans ein „Must Have“, für Neueinsteiger gut geeignet und nicht verwirrend, wenn man keinen vorigen Teil gespielt hat. Für alle „Zwischendurch-Spieler“: Guckt es euch an und verliebt euch. Denn diese Serie ist ein Meilenstein in der Spielwelt, und dieser Teil das Meisterwerk des Ganzen. 

 

In diesem Sinne: „Praise the sun!“