Der Doctor gefangen in einer fremden Dimension, ihre Companions in einem Flugzeug, das abstürzt, aber das ist noch nicht das schlimmste: der Master ist wieder da!

 

 

Mehr Cliffhanger geht nicht.

 

Der Doctor steckt an einem seltsamen Ort fest, wo sie der jungen Ada aus dem 19. Jahrhundert begegnet, die immer wenn sie dort landet, eine bestimmte Art von Anfällen hat. Dahinter stecken aber natürlich die Aliens namens Kasaavin, die schon vorher Menschen entführt haben. Oder haben sie es hinterher getan? Der Doctor kann mit Ada in deren Zeit, 1834, entkommen. Doch kurz darauf taucht auch schon der Master auf, der dem Doctor auf der Spur ist. 

 

Gleichzeitig können Yaz, Ryan und Graham den Absturz mit der unverhofften Hilfe des Doctors verhindern. Jedoch werden sie sofort von Internet-Magnat Daniel Barton verfolgt, der mit den Kasaavin unter einer Decke steckt. Eine Spur bringt sie aber ebenfalls dem Geheimnis näher, was die Aliens wollen. 

 

Währenddessen erkennt der Doctor, dass der Master das selber auch nicht weiß und seine eigenen Pläne verfolgt. Weiter geht die Jagd mitten in den Zweiten Weltkrieg nach Paris...  

 

 

Einmal um die ganze Welt...

 

Spyfall Part 2 hat sehr viel zu erzählen, das merkt man schon daran, dass einige Dinge off Screen passieren und nur kurz im Dialog zusammengefasst werden. Dabei geht die Folge auch schon eine komplette Stunde und nicht nur 45 Minuten.

 

Keine Zeit zum Luftholen – das macht man aber gerne mit. Im Grunde steckt auch alles drin, was man an typischen Doctor Who-Elementen aufzählen kann.

Eine Science-Fiction-Story, gepaart mit historischen Gegebenheiten und Figuren (gleich zwei wichtige Frauen in der Geschichte: Ada Lovelace und Noor Inayat Khan), die man vielleicht kennt, aber auch nicht wirklich gut genug, ein Erzfeind des Doctors mit einem geheimen Plan, eine Gruppe neuer Aliens, die die Welt erobern wollen, aktuelle Trends und Zustände, deren Gefahren man aufzeigt (Technologie-Firmen, die ALLES über uns wissen), die Companions in Gefahr, die Companions können sich aber selber helfen, dazu ein paar humorvolle Situationen und Dialoge, neue Technologien und alte Technologien (Schuhe mit Laserstrahlen und Telegraphen), ein tiefer Rückgriff auf alte Doctor Who-Geschichten (telepathische Kommunikation unter Time Lords) und ein Ausblick auf neue Mythologien...

 

Huiuiui... das ist ne ganze Menge und im Grunde auch ein wenig die Antithese zu einigen Folgen der vorangegangenen Staffel (aber dann auch wieder nicht). Vor allem ist diese Doppelfolge sehr gute Unterhaltung - Cast und Produzenten kommen in vollem Schwung in die neuen Episoden rein und machen Lust auf mehr.

 

Die beste Dialogzeile gehört wieder einmal Graham, der, als er den Doctor mit Ada und Noor auftauchen sieht, sofort sorgenvoll fragt: "Doc, werden wir ersetzt?". Das unterstreicht auch schön, wie sehr die Companions sich nun dem Doctor verschrieben haben. 

 

Überhaupt kann man hier erkennen, dass Chris Chibnall nun, da er in Staffel 11 sich fast völlig auf die Figuren konzentriert hat, bereit ist die Serie epischer zu gestalten und dabei auch tiefer in die Time Lord-Mythologie einzusteigen.

Mehr dazu in der folgenden Spoiler Sektion.

 

 

AB HIER SPOILER

 

Alles wird anders.

 

Der Master ist also wieder da. Es wird auch nicht erklärt, wie und warum. Oder vielleicht sogar, in welche Zeit der Master gehört, ist er eine Regeneration von Missy oder kam dieser Master irgendwann davor? Das hebt man sich für eventuelle spätere Folgen auf und lässt somit genug Fragen offen, um die Spannung bei den Hardcore Fans hochzuhalten.

 

Der große Schockmoment ist dann, wenn der Master zugibt, dass er Gallifrey, welches immer noch in seinem Taschenuniversum gefangen ist, komplett zerstört hat. Alle Bewohner ausgelöscht für das, was sie getan haben. 

 

Er enthüllt, dass alles, was die Gründerväter der Time Lords ihren Nachfahren erzählt haben, auf einer Lüge beruht. Dabei geht es insbesondere um ein "Timeless Child". Die Visionen, die der Doctor hat, weisen darauf hin, dass wir mit diesem Thema noch weiter in der Staffel zu tun haben werden. Allein schon, um der Frage nachzugehen, ob der Master die Wahrheit sagt.

 

Doctor Who ist zurück – nicht nur mit einem, sondern mit mehreren lauten Knallen. Wir glotzen weiter.

 

 

Fotos: © 2020 BBC