Was macht dein Haustier, wenn Du nicht daheim bist?

Dieser Frage wird im ersten Teil auf die Spur gegangen und die Haustiere, die wir kennenlernen durften, spielen auch im zweiten Teil wieder die Hauptrolle.

 

Oder sollte ich sagen, in den zweiten Teilen? Der Film von Chris Renaud besticht leider nicht mit einem zusammenhängenden roten Faden, sondern wirkt vielmehr wie auf Zwang miteinander verbundene Kurzfilme.

 

 

 

Zum einen ist da die Geschichte um Max und Duke, deren Frauchen Katie heiratet und bald darauf ein Kind bekommt. Die Hunde müssen sich in die neue Situation einleben, was auch gut funktioniert und vor allem Max wird zum Beschützer des kleinen Kindes. Durch diese neue Aufgabe wird aus dem mutigen Hund aus dem ersten Teil ein ängstliches neues Elternteil. Während eines Besuches auf dem Land lernt Max von Hofhund Rooster mit seinen Ängsten umzugehen.

 

In der Stadt muss sich währenddessen Gidget, die Spitz-Hündin, mit dem Verhaltensweisen einer Katze vertraut machen, um das ihr anvertraute Lieblingsspielzeug von Max aus den Klauen eben dieser zu befreien. Auch Snowball, das größenwahnsinnige Kaninchen, bekommt seinen Erzählstrang. Als Captain Snowball will er in Cape und Maske Haustieren in Not helfen - natürlich wartet sein erster Auftrag nicht allzu lange auf ihn. Die Hündin Daisy beauftragt ihn, einen weißen Tiger aus einem grausamen Wanderzirkus zu befreien.

 

 

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In einer wahnwitzigen Rettungsaktion werden alle drei Geschichten letztlich miteinander verwoben. Wobei sich das Ende leider schon früh im Film abzeichnet.

 

Wo der erste Teil noch mit dem Witz der Beobachtung der Verhaltensweisen unserer vierbeinigen Freunde bestechen konnte, bedient sich der zweite Teil klassischer und bekannter Thematiken. Für sich gesehen sind die einzelnen Geschichten auch durchaus gut und sehenswert, nur passen sie nicht allzu gut zueinander und der vermeintliche Erzählfluss fühlt sich erzwungen an.

 

 

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Charakterentwicklung findet lediglich durch die Wiedererlangung von bereits vorhandenen Eigenschaften statt und eine gewisse Wiederholung von Rollen aus dem ersten Film machen nicht allzu viel Neues her. Die besten Momente sind weiterhin die, die uns die Eigenarten der Tiere und (einiger) ihrer Besitzer vor Augen führen.

 

 

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Bei der Animation gibt es hingegen nichts zu mäkeln. Die Settings passen auch zu den jeweiligen Geschichten außerordentlich gut. Während bei Snowballs Heldenepos in typischer Superheldenmanier alles etwas größer wirkt, findet sich Gidget in bedrohlichem, feindlichem Terrain wieder und bei Max und Duke wirkt alles bunt und kinderfreundlich.

 

Auch die neuen Tiere wurden ihren Charaktereigenschaften gerecht designt. So wirkt Rooster einfach cool und abgezockt und der Tiger niedlich und hilfsbedürftig. Allerdings bekommen diesmal Menschen eine größere Rolle – wie der Antagonist Sergei, der wie ein böser Hexenmeister über seine Tiere herrscht oder der zuvor erwähnte Nachwuchs.

 

 

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Letztlich bleibt zu sagen, dass der zweite Teil weit hinter dem ersten zurück bleibt. Wer mit seinen Kindern einen netten Nachmittag haben will, kann dennoch getrost ins Kino gehen, für ein rein erwachsenes Publikum sehe ich den Film allerdings nicht. Obwohl er mit 86 Minuten recht kurz ist, habe ich mich zwischenzeitlich gelangweilt.

 

Der Misch an Geschichten tut dem ganzen auch nicht gut, da man sich bei jedem Szenenwechsel erhofft, die andere Geschichte würde weitererzählt werden. Auch wenn euch der erste teil gefiel, wartet ruhig auf ein Home-Release oder sobald der Film auf den Streaming-Plattformen eures Vertrauens zu finden sein wird.