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Pic Kritik Archangel

 

Heute reden wir mal über Zeitreisen, die keine Zeitreisen sind und darüber, wie für mich das perfekte (gemeine) Ende aussehen muss. Ach, und ich beleidige noch einen gefeierten Regisseur. Los geht's!

 

 

Ende gut - gar nichts gut!

 

Nichts lässt mich unzufriedener zurück als "und sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage". Gott, wie ich das hasse! Natürlich taucht diese von Kindermärchen inspirierte Floskel nicht mehr in heutigen Texten auf. Aber sie wird uns immer noch ständig in Geschichten mehr oder weniger subtil untergeschoben. Ich bin kein Fan davon. Überhaupt nicht. Nennt mich ruhig seltsam, aber solche Enden geben mir nichts. Für mich endet eine Geschichte dann am besten, wenn sie mit einer Frage abschließt, mich emotional erschüttert zurücklässt. In filmischer Hinsicht ist da "Inception" das beste Beispiel für mich. Ich glaube sogar, dass der Film von Christopher Nolan diese Ansicht bei mir geprägt hat. Dieser Mistkerl!

 

 

Zeitreisen mal anders

 

Kümmern wir uns mal um das eigentlich Thema heute. Schlecht ist das nämlich wirklich nicht. NEUROMANCER-Autor William Gibson feiert mit ARCHANGEL seinen Einstand in der wunderschönen Welt der Comics. Darin zeigt er uns eine Welt auf, in der die USA unter militärischer Führung stehen und im Besitz des sogenannten Splitters sind. Das ist eine von Wissenschaftlern entwickelte Maschine, die Kopien der existierenden Welt erstellen kann. Anders gesagt: Anstatt eine mögliche Parallelwelt zu finden, schafft man sich mit dem Splitter selbst eine zweite Realität. Diese ist komplett identisch mit der Originalwelt, nur kann man jetzt hier an jeden Punkt der Zeit reisen und Einfluss auf den Verlauf jener zweiten Realität nehmen. In der Originalwelt ändert sich dadurch nichts.

 

 

Bloß nicht nachdenken!

 

William Gibson schafft mit ARCHANGEL einen gut unterhaltenden und kurzweiligen Comic. Wobei das Ganze eher im Action-Genre einzuordnen ist und dementsprechend weniger Tiefgang mit sich bringt, als vielleicht zuerst erwartet. So wirken eigentlich fast alle zentralen Figuren eher charakterlos und blass. Das ist wirklich schade, da wäre mehr drin gewesen. Zugegeben, dieses Gefühl trat erst einige Zeit nach dem Lesen ein. Das liegt vor allem an der Grundidee von ARCHANGEL, die mit den künstlich geschaffenen Parallelwelten sehr interessant ist.

 

Zumindest das Ende des Comics kann dann doch noch auf eine unverschämt charmante Art überzeugen. Das liegt daran, dass es so gemein ist wie ich es halt mag. Es ist böse. So böse.

 

 

Fazit

 

William Gibsons erster Ausflug ins Genre der Comics ist zwar kein totaler Absturz, dafür aber einer, der es sich im Nachgang ordentlich schwer tut. Frische Ansätze reichen halt manchmal nicht aus, um eine gute Geschichte zu erzählen.

 

 

 

empfohlener Kauflink:

http://www.comiccombo.de/Deutsche-Comics/Album-A-C/Album-Archangel::80254.html

 

 

Bildquelle: 

Cross Cult