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Pic Kritik Moon Knight #1

In meinen drei Jahren als angehender Comic-Blogger stehe ich immer wieder vor der Problematik, aktuell laufende oder bereits weit fortgeschrittene Serien behandeln zu müssen. So gewaltig und umfangreich diese Reihen auch sind, sie im Zuge einer Kritik vorzustellen ist der pure Horror für mich.

 

 

Der Grund: Es müssen gleich mehrere dutzend Hefte nachgeholt werden, was kein leichtes Unterfangen ist. Fehlen einem das nötige Kleingeld oder leihfreudige Bekannte, so gestaltet sich diese Aufgabe schnell als sehr stressig und nervenzehrend. Nicht zu vergessen, dass auch die Hefte selbst erstmal erhältlich sein müssen. Kürzlich musste ich zum Beispiel einsehen, dass die ersten Bände der "Geschichten aus dem Hellboy-Universum" nirgends mehr erhältlich waren, außer zu absurd hohen Preisen auf ebay. Wie gesagt - es ist der Horror.

 

 

Altes Eisen in neuem Licht

 

Eine besonders gute Lösung für dieses Problem stellen oft Neuauflagen da. Altbekannte Serien oder Charaktere bekommen dafür meist eine moderne oder abgeänderte Umsetzung verpasst und eröffnen den Lesern von heute einen leichteren Zugang. Natürlich sollen aber auch alte Fans die Chance bekommen, ihren geliebten Charakter in neuem Licht zusehen, ohne dabei die Vorlage zu vernachlässigen. Es ist also ein schmaler Gang, auf den sich hier Autoren und Zeichner wagen. Bekannte Serien wie "Batman" schafften dies zuletzt dank Autoren wie Scott Snyder bravourös. Im Hause Marvel liefert gerade Schreiber Charlie Huston mit "Moon Knight 1 – Wächter der Nacht" eine ebenfalls interessante Neuauflage eines alten Charakters ab. Diese beginnt nicht exakt von ganz vorne, sondern bietet die Möglichkeit, in die laufende Geschichte einzusteigen. Da ich bisher noch nie in Kontakt mit der Figur des Moon Knights kam, ließ ich es mir natürlich nicht nehmen und schnappte mir die Ausgabe.

 

 

Elegante Origin-Story mit Schauwerten

 

Gleich mal vorne weg: Die Auflage sieht fantastisch aus! Star-Zeichner David Finch liefert einen genialen Job ab und setzt die Gewalt und Brutalität, mit der Moon Knight vorgeht, sehr gut in Szene. Aber auch in den stillen und nachdenklichen Momenten überzeugt Finchs Zeichenkunst. Alleine schon diese meisterhaften Zeichnungen und Szenerien machen diesen Band verdammt lesenswert. Auf der anderen Seite ist da aber nun auch Charlie Huston als Autor. Er schafft es tatsächlich, beide Lesergruppen zu bedienen – Neueinsteiger, wie auch Fans der ursprünglichen Reihe. So gelingt es ihm, die übliche Origin-Erzählung auszusparen - ohne wirklich darauf zu verzichten. Im Klartext: Statt diese erneut von vorne zu erzählen und Bild für Bild darzustellen, bekommen wir anhand eines Briefings der versammelten Antagonisten alle wichtigen Information zum Ex-Söldner Marc Spector und dessen Wandel zum Moon Knight präsentiert. Coole Sache.

 

 

Losen Enden machen Lust auf mehr

 

Charlie Huston schafft sich nun also eine ganz eigene Origin-Story, ohne diese groß zu verändern. So weit, so gut. Doch wie schaut denn nun der Rest der Neuauflage aus? Schlussendlich hat mir die Geschichte rund um den Gott der Rache gut gefallen und neugierig gemacht auf mehr. Nur leider schafft es das Revival nicht ganz, meine im Laufe des Lesens entstanden Fragen zu beantworten. Ich habe auch das Gefühl, noch zu wenig über die Welt von Moon Knight zu wissen. Er gehört zwar interessanterweise zum Marvel-Universum, dennoch wirkt das Ganze eher eigenständig. Genau das macht den Comic und seine Figur wiederum so spannend und interessant. Was soll ich sagen? Die Reihe hat mich!

 

 

Fazit

 

Huston und Finch liefern einen unerwarteten Knaller ab. Zwar gestaltet sich der Einstieg für Neulinge immer noch schwierig, aber wer durchhält und erst einmal Lust bekommen hat, der wird sicher auch weiterhin seinen Spaß daran finden.

 

 

 

empfohlener Kauflink:

http://www.comiccombo.de/Deutsche-Comics/Hefte-M-O/Heft-Moon-Knight-Waechter-der-Nacht::79936.html

 

Bildquelle:

Marvel/Panini Comics Deutschland