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Pic Kritik Lazarus

Die "LAZARUS-Reihe", von Greg Rucka lässt mich zum ersten Mal an meinen Hobby zweifeln, jedoch nicht verzweifeln. Wieso, weshalb und warum? Das lest ihr nun hier.

 

 

Aller Anfang ist schwer

 

Empfehlungen sind der Fluch und Segen jedes Comiclesers. Dabei spielt es keine Rolle, ob man privat als Fan oder so wie wir als Blogger dieser Leidenschaft nach geht. Empfehlungen spielen immer eine wichtige Rolle. Ob sie nun von Freunden und Kollegen kommen, von Vorschauheften oder Internetseiten wie der Unsrigen. Jede Empfehlung oder Kritik trägt aber immer nur die Meinung eines einzelnen und ist damit oft sehr einseitig gehalten. Natürlich besteht die Kunst darin, als Comic-Blogger genau das zu vermeiden. Doch auch wir sind manchmal nur Fans – auch wir lesen das, was wir wollen. Verständlicherweise wollen aber auch wir aus dieser Einstellung ausbrechen und uns auch anderen Genres und Geschichten widmen. Schließlich kommt man nur so dazu, neue Dingen zu entdecken. Hier kommen nun also wieder Empfehlungen ins Spiel.

 

Die Comic-Reihe "LAZARUS" war wohl so etwas wie eine "indirekte" Empfehlung. Bereits durch mehrere andere Quellen darauf aufmerksam gemacht, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Bücher auf dem Tisch lagen und gelesen werden wollten. Die Reihe ist an sich durchaus sehr beliebt und umfasst mittlerweile fünf Bände. Auszeichnungen und Nominierungen für diverse Preise schraubten meine Erwartungen hoch. Was folgte, war jedoch ernüchternd. Statt einer erhofften neuen Offenbarung, ist die Geschichte um Forever Carlye eher Stangenware. Woran das liegt, ist schwer zu sagen. Thematik und Gestaltung der Erzählung sind gewiss interessant gewählt.

 

 

Das große Seufzen

 

In einer despotischen Zukunft (Kollege Sascha wird an dieser Stelle zum ersten Mal seufzen) wird die Welt nicht mehr von Regierungen geleitet, sondern ist zwischen 16 mächtigen Familien aufgeteilt, kontrolliert und beherrscht. Jede dieser Familien besitzt einen Lazarus, der sie nicht nur beschützt, sondern auch als Waffe im Krieg dient. Forever ist eine dieser genetisch veränderten Lazari und gilt als die Beste von allen (Sascha-Seufzer Nr. 2). Der Konflikt zwischen den einzelnen Familien nimmt wie zu erwarten einen großen Teil der Handlung ein. Noch viel interessanter ist aber der Konflikt innerhalb der Familie Carlye, vollgepackt mit Intrigen und dunklen Geheimnissen (Ja, ja Sascha wird zum dritten mal - ihr wisst schon). Trotzdem fällt es schwer, die ersten Teile der Reihe zu mögen. Doch woran liegt das?

 

Erster Grund: es fehlt ein sympathischer Charakter für die Handlung. Jede Figur ist auf ihre Art böse und egozentrisch. Selbst Forever bricht kaum heraus aus ihrer Rolle als Lazari. So plätschert die Geschichte vor sich hin und verdankt es bloß einigen guten Cliffhangern, dass wir bei der Stange bleiben. Das Pflichtgefühl drängt den geneigten Leser vorwärts, und wir quälen uns weiter, Seite um Seite, Band um Band. Eine stumpfe Apathie ähnlich wie bei gewissen totgenudelten Filmreihen macht sich breit. Konnten wir uns gerade noch für den ersten Teil begeistern, so wird es mit jedem weiteren Teil ein bisschen schwerer. Bis zu dem Punkt, an dem der tausendste Transformer/Fast & the Furious/Fluch der Karibik nur noch zur Verzweiflung treiben. Dennoch klammern wir uns aus fadenscheinigen Gründen an die Hoffnung, dass es noch einmal besser werden könnte. Vielleicht, irgendwann, beim Prequel, oder dem unausweichlichen Relaunch? Aber irgendwann ist jede Reihe nun einmal einfach nur noch ein lebloser Zombie.

 

 

Eine neue Hoffnung

 

Auch die "Lazarus-Reihe" wiegte mich in dieser Hoffnung - und tatsächlich schaffte sie es, mich am Ende doch noch zu überzeugen. Durch einen erzählerischen Bruch im Band Nummer vier wird die Geschichte von Forever spürbar größer und weitläufiger. Endlich werden Abwarten und Durchhaltevermögen belohnt. Mit Band fünf gelingt es dem Autor Greg Rucka ("Rebirth: Wonder Woman", "Black Magick") endlich, was man sich von Anfang an erhofft hatte – eine spannende und durchweg gut unterhaltende Geschichte.

 

Auch wenn sie es schafft, am (bisherigen) Ende die Kurve zu kriegen: einige Bedenken und Zweifel bleiben. Doch hier erreichen wir den wichtigsten Punkt. Es sind meine Bedenken, dich mich gequält haben. Es waren meine Gedanken, die "LAZARUS" einen schweren Start bescherten. Den Titel zu bewerten, ist daher gar nicht so einfach. Gerade wenn alles für einen guten Comic spricht. Es bleibt ein Fluch und Segen mit den Empfehlungen – denn meist sind es ja nur die Gedanken eines anderen.

 

 

empfohlener Kauflink:

http://www.comiccombo.de/Deutsche-Comics/Album-J-L/Album-Lazarus-1::73726.html

 

 

Bildquelle:

Splitter Verlag