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Er ist ein Genie, Milliardär, Playboy und Wohltäter. Wobei Letzteres nach den Ereignissen des Axis-Events nicht mehr ganz stimmt. Tony Stark hat sich verändert und das nicht gerade zum Besseren. Im Gegenteil, nie war das Gründungsmitglied der Avengers so egozentrisch, skrupellos und rücksichtsloser als jetzt.

 

Aus dem Beschützer der Menschen ist ein macht- und geldgieriger Soziopath geworden.

 

 

Nach seinem Umzug nach San Francisco bringt er mit seiner Extremis-App 3.0 eine Erfindung auf den Markt, die das Gesicht der Stadt wortwörtlich verändert. Die App verbannt alle äußeren Makel der Menschen, die sie benutzen und macht sie so jung und schön. Die Menschen von San Francisco lieben diesen Umstand und sie lieben Tony Stark. Zumindest für die ersten 24 Stunden der Gratis-Testversion, danach vergeht der Effekt, es sei denn man schließt ein sündhaft teures Abo ab. Tony Stark’s Plan geht auf. Er hat die Menschen abhängig gemacht und somit eine ganze Stadt unter seine Kontrolle gebracht. 

 

Autor Tom Taylor wagt sich mit diesem Story-Ansatz schon auf einen gefährlichen Weg. Mit seiner Geschichte eines von Macht und Gier korrumpierten Helden öffnetet er zwar keine neuen Türen, versucht aber trotzdem auf eigenen Wegen zugehen. Das merkt man spätestens dann, wenn er nach einem geeigneten Gegenspieler für seine Figur sucht.

 

Seine Wahl ist dabei schon sehr überraschend und ebenso interessant – zumindest für den Anfang. Ungerne wollen wir diese Rolle hier verraten, aber man kann zumindest sagen, dass durchaus ein tieferer Sinn dahinterstecken mag. Ein wirklicher Wow-Effekt bleibt aber bei weitem aus und dabei ist das nicht einmal das Hauptproblem des Comics. Dieses offenbart sich erst gegen Ende oder besser gesagt, das Ende ist das Problem.

 

Anstatt eines Abschlusses und einer zufriedenstellenden Läuterung seiner Figur zeigt uns Taylor zwar ein actiongeladenes Finale, verpasst dabei aber jeglichen Tiefgang. Zwar wird Iron Man besiegt und zugleich auch noch bloßgestellt als der skrupellose und arrogante Soziopath, der er nun ist, trotzdem fehlt es an einem wirklichen runden Ende.

 

Taylors Ansatz war risikoreich und hätte sicher einen ähnlichen Aufschrei erzeugen können wie die aktuelle Steve Rogers-Reihe. Anderseits wäre es auch die Chance für einen wirklich coolen Neuanfang für die Figur von Tony Stark gewesen.

 

Doch eben dieses nichtssagende Ende entpuppt sich als schlimmer Fehler und schwerwiegendes Versäumnis. Da wirkt es fast schon beruhigend, dass dank des Secret Wars-Events all diese Ereignisse innerhalb des Comic-Universums nicht mehr relevant sind. Die Helden und vor allem Tony Stark haben sie schlichtweg vergessen. Ein Umstand, um den man sie vielleicht sogar beneiden kann.

 

 

Fazit

 

"Der überragende Iron Man" bleibt leider hinter seinen Möglichkeiten und vergibt dann auch noch im Abschluss seine letzte Chance, um zu punkten. Eine komplette Katastrophe ist der Comic trotzdem nicht. Dafür sind der Beginn der Geschichte und die Kapitel mit Daredevil zu gut, um das zu behaupten. Ein Comic, der gemischte Gefühle auslöst.

 

 

 

empfohlener Kauflink:

http://www.comiccombo.de/Deutsche-Comics/Hefte-D-F/Heft-Der-ueberragende-Iron-Man-SC::79041.html