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Was ist das schlimmste am Krieg? Nervende Kinder? Kriegsverletzungen? Fallende Bomben? Oder die Erkenntnis nicht aus dieser Hölle fliehen zu können?

 

Connie Willis hat für ihren Roman "Dunkelheit" einige Auszeichnungen abgestaubt. Hält die Geschichte um die zeitreisenden Historiker was sie verspricht? Für mich war es eine willkommene Science-Fiction-Ablenkung. Wobei... vielleicht ist es doch eher ein historischer Roman...

 

  

AUGEN AUF BEI  VERDUNKELUNG!

 

Oxford im Jahr 2060. Sprachanpassungen, Wissensimplantationen und natürlich Zeitreisen sind die täglichen Werkzeuge von Historikern. Diese bereisen die unterschiedlichsten Ereignisse in der Menschheitsgeschichte und können so hautnah ohne Angst die Begebenheiten studieren, im Wissen, dass immer ein Rettungsteam sie zurück in ihre eigene Zeit bringen kann. 

 

London im Jahr 1940. Die Stadt erlebt eine der schrecklichsten Zeiten, es herrscht der Blitzkrieg und jede Nacht muss die Bevölkerung in Schutzkeller fliehen und bei völliger Verdunkelung die Bombenangriffe abwarten. Mitten unter ihnen ist Polly. Die junge Historikerin will mehr über die Gelassenheit der Londoner während der Bombardierung erfahren.

 

Außerhalb Londons, auf dem Anwesen einer reichen Lady, verbringt Eileen ihre Zeit damit, die evakuierten Kinder zu beobachten, und sich mit den Aufgaben eines Kindermädchen herumzuplagen. Bis auf die Streiche der Kinder scheint ihr Einsatz völlig problemlos zu verlaufen – bis das Anwesen unter Quarantäne gestellt wird.


Mike Davis, der als Reporter getarnt die Helden aus Dünkirchen interviewen will, findet sich ebenfalls plötzlich in einer Situation wieder, die nicht nur sein Leben völlig verändern kann.

 

Die Beobachter verlieren ihr Sicherheitsnetz und drohen von der Geschichte, die sie doch so gut kennen, überrannt zu werden. 

 

 

Echte Flugzeuge, echte Bomben. Dies ist keine scheiß Übung.

 

Die Geschichte entwickelt sich langsam, aber nicht zäh. Vielmehr wird man langsam angefüttert und muss dann einfach weiter lesen. Zum Ende hin konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.


Es wird sich Zeit gelassen, die Atmosphäre und die Charaktere zu entwickeln und dies ist meiner Meinung nach ein großer Pluspunkt dieses Romans. Neben den drei Protagonisten werden weitere Historiker angeführt oder sind es doch die gleichen drei, nur auf anderen Missionen?


Zitate zu jedem Kapitelbeginn stimmen auf die Geschichte ein. Diese ist zunächst noch etwas verwirrend, jedes Kapitel erzählt nicht nur die Story eines anderen Historikers, sondern spielt auch zu einem anderen Zeitpunkt. Die Geschichten beginnen nicht zeitgleich, aber sie passen sich immer mehr einander an, bis sich unsere Helden an einem Punkt befinden und sich eine gemeinsame Geschichte entwickelt.


Gerade hierdurch wird das Thema des Zeitreisens sehr gut deutlich gemacht, da es an sich nicht explizit beschrieben wird. 

 

 

Das klingt vielleicht kaltschnäuzig... ich bin mir nicht sicher... aber es war unglaublich aufregend und hat wahnsinnig Spaß gemacht.

 

Mir hat das Buch wirklich viel Spaß gemacht, das habe ich zunächst gar nicht erwartet. Ich kann es kaum erwarten, endlich weiter zu lesen, denn mit "Licht" geht es im zweiten Band weiter. Wer hier Science-Fiction erwartet, weil es ums Zeitreisen geht, wird wohl eher enttäuscht. Unsere Protagonisten sehen und verstehen zwar ihre Umgebung als Menschen der Zukunft, aber es wird mehr darauf geachtet, die Atmosphäre und das Leben in London um 1940 heraufzubeschwören als alles andere. Oxford und die Zukunft sind lediglich der Rettungsring in den Kriegwirren des letzten Jahrhunderts. Wer also historische Romane mag, kann hier zugreifen. 

 

Und damit sage ich:


Hier entlang zum Luftschutzbunker -->

 

 

Kuaflink: http://www.comiccombo.de/Buecher/-Romane/Roman-Dunkelheit::77667.html