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"Alice im Wunderland" ist eine beliebte Vorlage bei Filmen, Spielen und Büchern. Christina Henry nimmt sich auch ihrer an und verwandelt die wundersame Welt in eine düstere und blutige Vision, die nichts für schwache Gemüter ist. Fans von "American McGee's Alice" hingegen können hier eine kurzweilige Horror-Geschichte finden.

 

 

Eine blutige Angelegenheit

 

In einer Irrenanstalt in der Altstadt verbringt Alice ihre Tage, seit sie dem Horror des Kaninchens entkommen ist, wahnsinnig, durch Pülverchen betäubt und ihrer Erinnerung beraubt. Nur durch ein Mauseloch hat sie noch menschlichen Kontakt - zu einem wahnsinnigen Mörder.


Zusammen mit diesem Mann flieht sie aus ihrem Käfig in die Wirren und Grausamkeiten der dunkeln Straßen der Altstadt. Mit jedem Schritt, den sie tut, kommen ihr die Geister der Vergangenheit näher und es stellt sich die Frage, ob es nicht für das Beste war zu vergessen. Mit jedem Schritt, den sie tut, wird es klarer, dass sie sich dem Kaninchen, den Auslöser ihrer Alpträume, stellen muss, denn ein weitaus größeres Übel ist mit ihr entkommen und Bäche von Blut werden die Straßen rot färben.

 

 

Trauma für Leser und Figuren

 

Ich mag Adaptionen der Geschichte von Lewis Carroll, diese hier hat mich durch das schöne Cover angelockt und mit der Story gefesselt. Christina Henry nimmt die bekannten Figuren und macht aus Ihnen allzu wirkliche Gangster in einer grausamen Stadt, in der nur der Stärkste überleben kann. Alice ist ein gebrochenes, kaputtes Ding, doch sie findet auf ihrem Weg eine Stärke in sich, die auch die ihres Beschützers übersteigt – sie verliert ihre Angst.


Ich mag den Schreibstil Henrys, der die Gedankenwelt von Alice gut widerspiegelt – anfangs noch scheu und rastlos, später gefasster und ausführender. Immer wieder durchbrochen durch Gedanken, die der Protagonistin durch den Kopf schießen.

 

Das Buch lässt sich schnell lesen und ist kurzweilig geschrieben. Wer nichts lesen mag, in dem Vergewaltigung eine Rolle spielt, sollte hier lieber die Finger von lassen. Die Welt, die Christina Henry beschreibt, ist brutal und das vor allem gegenüber jungen Frauen. Alice ist weit weniger wahnsinnig und mehr traumatisiert und findet zuletzt wieder zu sich selbst zurück und zu ihrer Stärke. 

 

Bisher habe ich noch kein Erscheinungsdatum für Deutschland gefunden, wer aber kein Problem mit dem englischen Original hat, findet dieses beim Titan Books Verlag. Und wie gesagt, das Cover-Art ist wirklich schön und macht sich gut im Bücherregal. Die Geschichte um Alice geht weiter mit "Red Queen".