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Der erste Kontakt mit einer außerirdischen Spezies ist erfolgt. Kommen sie in Frieden oder als Eroberer? Was wollen sie auf unserem Planeten und warum sind sie ausgerechnet in Nigeria gelandet? Eins steht fest, sie werden alles verändern. 

 

 

Die Sterne 

 

Sie kommen von einem weit entfernten Ort. Irgendwo zwischen den zahllosen kleinen Sternen kommen sie hierher zu uns. Mit einem lauten ohrenbetäubenden Knall landen sie vor der Küste von Lagos und schon wenige Minuten später erscheint aus dem Meer eine jung aussehende Frau. Eine menschliche Frau, die in Wirklichkeit nichts mit uns Menschen gemein hat. Es sollen noch viele weitere wie sie folgen. Warum sind sie hier? Wieso sind sie hier vor der Stadt Lagos im Meer gelandet? Doch auch andere merkwürdige Dinge geschehen in dieser Nacht. Die Meeresbiologin Adaora, der bekannte Rap-Star Anthony und der Soldat Agu werden in dieser Nacht aufeinandertreffen und Zeuge des Ankommens werden. Ihr Schicksal ist eng verknüpft mit den Fremden und auch sie selbst tragen Geheimnisse mit sich. 

 

In schier hunderttausend Geschichten wurde davon erzählt, wie fremde Wesen von den Sternen zu uns kamen. Autoren aus allen Zeiten und auch  viele heutige Wissenschaftler sind bereits lange davon überzeugt, dass wir nicht allein im Kosmos sind und es bis zum ersten Kontakt nur noch eine Frage der Zeit ist. Doch wie soll dieser Kontakt aussehen? Auch auf diese Frage fanden Autoren viele fantastische aber auch gerne beängstigende Antworten. Hier in "Lagune" hat sich nun auch die Autorin Nnedi Okorafors dieser Frage nach dem ersten Kontakt gestellt. Ihre Antwort fällt dabei sehr facettenreich aus. 

 

 

Der Ozean 

 

Als die Außerirdischen vor Lagos landen und tief ins Meer eindringen, bleibt dies nicht ohne Folgen. Bereits kurze Zeit später beginnt sich der Meeresspiegel zu heben. Langsam, aber stetig beginnt der Ozean Teile der Küste von Nigeria für sich einzunehmen. Die Menschen fliehen ins Inland, auf der Flucht vor der Kraft des Wassers. Doch nicht nur das Wasser selbst müssen sie fortan fürchten, sondern auch das, was darin verborgen ist. Die Ankunft der Außerirdischen führt zu Veränderungen in der Tierwelt. So wird z.B. aus einem Schwertfisch eine Kreatur von enormer Größe, das nun schneller, stärker und somit auch gefährlicher für den Menschen wird.

 

Um uns Lesern diese Veränderungen leichter erklärbarer zu machen, benutzt Okorafor einen interessanten Weg. Sie versetzt uns in die Lage jener Wesen, die eben diese Veränderung erfahren. Wir durchleben zusammen mit einem Schwertfisch den Wandel, der im Ozean passiert und werden Zeuge, wie sich selbst das Wasser verändert. Durch das Raumschiff wird das Wasser scheinbar gereinigt. Gereinigt vom Dreck der Menschheit. Ein Umstand, der nie aktueller war als heute. Mit jedem Tag nimmt die Verschmutzung durch den Menschen zu. In "Lagune" erhält die Natur ihre Chance zur Gegenwehr. 

 

 

Das Ende 

 

Was ist es nun genau, was uns Okorafor mit ihrem Buch sagen will? Der Aufruf zum Schutz und Erhalt unserer Natur auf der Erde? Oder vielleicht auch der Wunsch einer Weiterentwicklung unserer selbst? Der Drang, dass wir endlich umdenken und uns unserer Umwelt bewusst werden und noch mehr über unser Handeln nachdenken? Die Antwort liegt wohl klar auf der Hand. All diese Dinge sind es, die Okorafor lehren und verdeutlichen will. 

 

Die erzählerischen Elemente, Charaktere und Handlung fügen sich sehr gut mit der Botschaft der Autorin zusammen – wobei dies noch nicht alles ist, was es im Buch zu entdecken gibt. Okorafor setzt sich auch noch mit anderen Themen wie Religion und Aberglaube auseinander. So entsteht ein Werk, was viele von uns ansprechen sollte und vielleicht sogar auch muss.  

 

 

Fazit 

 

Ein Buch über den Ruf nach Veränderung. Der Autorin gebührt jedes Lob dafür, dass es ihr wunderbar gelingt uns als Leser in ihre Heimat Nigeria zu führen. Zu verdanken ist das den Hauptfiguren der Geschichte. Aber eben auch dem einzigartigen Land und seiner Kultur. Vermischt mit dem Science-Fiction-Genre entsteht eine Geschichte, die sich frisch und unverbraucht beim Lesen anfühlt. Eine rundum gelungene Erzählung und zugleich aber eben auch der Wunsch nach einer besseren Welt für uns alle.